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Freitag, 19. Oktober 2018

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Geschrieben von ski am 14. Februar 2018
Aktuell

Von Unwettereinsätzen, Feuerwehrhäusern und Nachwuchsarbeit

Aus der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Lauterberg

Mit neuester Technik ausgestattet: das neue ELW - hier im Einsatz beim Herbststurm "Herwart"
Mit neuester Technik ausgestattet: das neue ELW - hier im Einsatz beim Herbststurm "Herwart"
Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann leitete die harmonische Versammlung
Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann leitete die harmonische Versammlung
Kreisbrandmeister Volker Keilholz ist zuständig für 159 Ortswehren
Kreisbrandmeister Volker Keilholz ist zuständig für 159 Ortswehren
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Eine harmonische Jahreshauptversammlung erlebten die rund 120 Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung am 10.02.2018, zu der der Bad Lauterberger Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann als Gäste unter anderem den Kreisbrandmeister des Landkreises Göttingen, Volker Keilholz, den Präsidenten des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse sowie die Ortsbrandmeister Kai Giza aus Osterhagen, Holger Böttcher-Faulborn aus Barbis und den neugewählten Ortsbrandmeister Matthias Meyer aus Bartolfelde begrüßen.

Viele Unwettereinsätze

Die Lauterberger Floriansjünger erlebten ein einsatzreiches Jahr 2017, so erklärte Wiedemann in seinem Bericht. Bei 116 Einsätzen insgesamt waren 15 Einsätze auf Brandmeldeanlagen zurückzuführen, also Fehl- oder Täuschungsalarme. Besonders häufig waren technische Hilfeleistungen zu leisten – neben Notfall-Türöffnungen und Verkehrsunfällen hatten vor allem die häufigen Unwetter viele Einsätze zur Folge. Besonders dramatisch war dabei die Sturmlage am 29. Oktober letzten Jahres, als das Sturmtief „Herwart“ große Zerstörungskraft bewies. Dabei wurde unter anderem das Flachdach der Firma Hemeyer, gleich gegenüber vom Feuerwehrhaus, heruntergerissen und auf die Scharzfelder Straße geweht, Äste drückten auf eine Hochspannungsleitung, zahlreiche umgestürzte Bäume machten Straßen und Wege unpassierbar. Auch erlitt ein Mann einen Herzstillstand und konnte durch die erste Hilfe der Feuerwehrkameraden und durch den Defibrillator im Feuerwehrhaus gerettet werden. „Man sieht also, dass es gut wäre, wenn alle Feuerwehrhäuser mit Defibrillatoren ausgestattet wären“, so Wiedemann. Bei den vielen Einsätzen, die zu koordinieren waren, leistete der neu angeschaffte ELW (Einsatzleitwagen) gute Dienste.

32 Brandeinsätze leistete die Bad Lauterberger Wehr im vergangenen Jahr. Gleich zwei Mal waren Brände auf das Abflammen von Unkraut mit Gasbrennern zurückzuführen. „Davor kann man nur warnen“, so Wiedemann. Zu einem Vollbrand kam es beispielsweise im Drahthüttenweg, als ein Schuppen auf dem Gelände des Bauhofs brannte. Er grenzte an ein städtisches Gebäude, das als Wohnunterkunft genutzt wurde, dabei wurden sieben Bewohner evakuiert. Im August kam es zwei Brandeinsätzen in einem Personalwohnheim am Heikenberg, einmal im Dachgeschoss und einmal im Kellergeschoss. Im Oktober brannte es schließlich in einem Wohnhaus in der Auestraße.

Vielfältige Aufgaben machen umfangreiche Ausrüstung nötig

„Unsere Aufgaben sind vielfältig, da ist alles dabei“ resümierte Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann. Denn schließlich sei auch das Umfeld entsprechend vielfältig: „Wir haben 60 Quadratkilometer Waldfläche, wir haben brandgefährdete Betriebe, Hochhäuser, eine autobahnähnliche Bundesstraße, große Hotels, die Talsperre...“. Daher sei auch die umfangreiche Ausrüstung, über die die Bad Lauterberger Wehr verfügt, schlicht notwendig und kein Luxus.

Die Ausstattung der Wehr wurde auch in diesem Jahr verbessert: ein hochmoderner Einsatzleitwagen wurde in Dienst gestellt; er kam zum ersten Mal beim Brand in der Auestraße zum Einsatz. Durch den Förderverein wurde außerdem für diesen ELW weitere Ausrüstung beschafft, außerdem gab es weitere Ausrüstung für das Rettungsboot und Werkzeuge wie Säbelsägen etc. für den Rüstwagen. Wiedemann dankte den Unternehmern und privaten Spendern für ihre Unterstützung, musste aber ein leicht rückläufiges Spendenaufkommen zur Kenntnis nehmen. Das stark in die Jahre gekommene HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) scheiterte am TÜV. Als Zwischenlösung wurde ein gebrauchtes HLF beschafft. Auch in den nächsten Jahren werden einige Ersatzbeschaffungen an Fahrzeugen notwendig.

Feuerwehrhaus entspricht nicht mehr den aktuellen Vorschriften

Im Oktober hatte eine Begehung der Feuerwehrhäuser durch die Feuerwehrunfallkasse stattgefunden. Erwartungsgemäß weist das Bad Lauterberger Feuerwehrhaus einige Defizite auf: so fehlt vor allem eine Absauganlage für Dieselgase und ein Schwarz-Weiß-Bereich. Auch mangelt es an getrennten Umkleiden und die sanitären Anlagen entsprechen nicht mehr dem jetzigen Standard. Vor allem bedauert Wiedemann aber, dass keine eigenen Räumlichkeiten für die Kinderfeuerwehr und die Jugendfeuerwehr bereitstehen: „Bei diesem Thema sind unsere Nachbargemeinden viel weiter“. Derzeit laufen Gespräche zwischen der Wehr und der Stadtverwaltung, um eine Lösung durch einen Um- oder Anbau zu finden.

Tag der Förderer und Tag der offenen Tür am 26. Mai

Auf ein besonders Datum wies der Ortsbrandmeister auch noch hin: Die Freiwillige Feuerwehr Bad Lauterberg feiert in diesem Jahr ihr 140-jähriges Bestehen und lädt daher zu einem Tag der offenen Tür am 26. Mai ein. Von 11 bis 18 Uhr soll gefeiert werden, aber es wird auch ein umfangreiches Rahmenprogramm geben.

Kinderfeuerwehrwartin Sonja Großheim berichtete, dass die Kinderfeuerwehr derzeit 20 Mitglieder hat, die mit viel Spaß und Eifer dabei sind, so zum Beispiel bei den Kreisgeschicklichkeitswettbewerben in Osterhagen. Die Kinderfeuerwehr verfügt nun auch über ein erweitertes Betreuerteam und Großheim kündigte an: „Das ist mein letztes Jahr als Kinderfeuerwehrwartin – dann möchte ich mein „Baby“ Kinderfeuerwehr gerne abgeben“. Für ihren Einsatz erhielt die Oberlöschmeisterin spontane Standing Ovations vom Publikum.

Jugendfeuerwehrwart Daniel Welz berichtete, dass bei der Jugendfeuerwehr ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist: „Die Kinder haben heute mehrere Hobbys“. Neben dem Zeltlager in Pöhlde war vor allem der 1. Platz bei den Kreisgeschicklichkeitswettbewerben ein besonderes Highlight.

Führungsstaffel hat sich bewährt

Stadtbrandmeister Klaus-Dieter Schröder kündigte an, Verbesserungen bei der Zusammenarbeit mit der Polizei anzustreben, beispielsweise bei der Verkehrssicherung oder bei der Personensuche. Nachgebessert werden solle auch die AAO, also die Alarmierungs- und Ausrückeordnung, damit die neue Leitstelle auch die richtigen Wehren alarmiert, wenn sich außerhalb von den Ortsgrenzen ein Unfall ereignet. Die neu eingeführte Führungsstaffel, die mit Kameraden aus allen Ortswehren besetzt werden konnte, habe sich bei dem Sturmeinsatz bewährt.

Im März sollen die Planungen für die Feuerwehrhäuser der Stadt weitergeführt werden – schließlich entsprächen auch die Feuerwehrhäuser in Barbis, Bartolfelde und Osterhagen nicht mehr der Norm. Was die Ausrüstung betreffe, seien die Wehren aber auf einem guten Stand. Erfreulich sei auch die Nachwuchsarbeit der Bad Lauterberger Wehren: „Derzeit engagierten sich 120 Kinder und Jugendliche bei der Feuerwehr – das ist doch eine tolle Zahl!“

Bürgermeister Dr. Thomas Gans dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und lobte besonders die aktive Nachwuchsarbeit. Das nächste Fahrzeug, ein MTW (Mannschaftstransportwagen), sei bereits bestellt, außerdem konnte er vermelden, dass die Gerätehäuser künftig über eine 50 MBit-Internetanbindung verfügen sollen.

Der Präsident des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse, konnten noch ein wenig aus der Feuerwehrpolitik berichten. So solle das neue Brandschutzgesetz in diesem Jahr beschlossen werden. Der Landesfeuerwehrverband wolle sich dafür einsetzen, dass es künftig auch möglich werde, hauptamtliche Kreisbrandmeister aus dem Kreis der Freiwilligen Feuerwehren zu beschäftigen. Die Imagekampagne der Feuerwehren, die in den letzten Jahren gelaufen war, sei evaluiert worden und man sei zu einem positiven Ergebnis gelangt: schätzungsweise rund 600 Neueintritte seien landesweit darauf zurückzuführen. Überhaupt sei die Mitgliederzahl der Aktiven in den Wehren in Niedersachsen zum ersten Mal seit Jahren gestiegen – bundesweit sei dies einzigartig: „Darauf bin ich auch ein bisschen stolz“, so der Regierungsbrandmeister. Außerdem ermahnte Banse die Anwesenden, sich nicht allzu sehr über die Probleme bei der Einführung des Digitalfunks aufzuregen: "Der läuft eigentlich sehr gut. Denkt daran, wie viele Ausfälle wir mit den analogen Geräten hatten..."

Kreisbrandmeister Volker Keilholz stellte sich der Versammlung vor. Im Landkreis Göttingen sind derzeit rund 4470 Mitglieder in 159 Ortsfeuerwehren tätig, dazu kommen noch 1490 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 812 Kinder bei der Kinderfeuerwehr. Die feuerwehrtechnischen Zentralen (FTZ) in Potzwenden und Katzenstein sollen beide erhalten werden, damit die Fahrzeiten nicht zu lange werden, erklärte Keilholz.

Ernennungen und Beförderungen

Anwärter:     Mika Zier
Feuerwehrmann:    René Mendel, Christian Pöplau
Hauptfeuerwehrmann:    Maren Tölle, Felix Lettau, Sascha Gorski
Löschmeister:    Patrick Enders, Michael Steinecke, Daniel Welz, Christian Wöllner
Hauptlöschmeister:    Christian Lindenblatt, Holger Winter
Brandmeister:    Jörn Möser, Dirk Höche
Oberbrandmeister:    Karsten Spielvogel

Ehrungen

Feuerwehrehrenzeichen 25 Jahre:    Nils Armbrecht, Maximilian Quellmalz, Mario Wey
Feuerwehrehrenzeichen 40 Jahre:    Maik Höche, Dirk Höche, Jörn Moser, Karsten Herbrich, Bernd Wiedemann
Feuerwehrehrenzeichen 50 Jahre:    Klaus-Dieter Kahn
    
Ehrennadel des LFV-NDS in Silber:    Bernd Jackisch
    
Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber:     Bernd Wiedemann


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