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Montag, 10. August 2020
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Geschrieben von Svenja Friedrich am 30. März 2020

Das Thema

Hier bekommen Wanderer den Stempel aufgedrückt

Dank der Harzer Wandernadel wird der Traum vom Adelstitel wahr

Blick von der Burgruine Scharzfels
Blick von der Burgruine Scharzfels
Die Feuersteinklippen
Die Feuersteinklippen
Großer Kurfürst im Landkreis Goslar
Großer Kurfürst im Landkreis Goslar
Stempelstelle
Stempelstelle
Bei der Baumannshöhle in Hasselfelde
Bei der Baumannshöhle in Hasselfelde
Die Prinzenlaube bei Wildemann
Die Prinzenlaube bei Wildemann
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Was kann man jetzt angesichts der Kontakteinschränkungen durch die Corona-Krise noch in der Freizeit machen? Spazierengehen, Radfahren - und natürlich wandern. Das kann man allein oder mit der engsten Familie tun, und  1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen sind dabei auch kein Problem. Wohl dem, der jetzt im Harz wohnt.... Wer richtig in die schöne Harzer Landschaft „eintauchen“ will und auch entlegene Fleckchen entdecken möchte, die normalerweise nur schwer zu finden sind, dem sei das Prinzip der Harzer Wandernadel (externer Link) ans Herz gelegt.

Sich in Bewegung zu halten und gleichzeitig in einer Art Wettbewerb zu stehen, bei dem man sich am Ende mit allerlei funkelnden Abzeichen schmücken darf – dieses Prinzip, das schon beim Deutschen Sportabzeichen etc. hervorragend funktioniert, haben sich vor über zehn Jahren auch die Erfinder der Harzer Wandernadel zunutze gemacht. Sie trafen damit voll ins Schwarze: Seitdem haben sich zigtausende Wanderbegeisterte aufgemacht, den Harz zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden und sich in regelmäßigen Abständen einen neuen Titel zu holen.

Wandernd das Mittelgebirge erkunden

Insgesamt 222 Stempelstellen, verteilt über den gesamten Harz (also 3 Bundesländer und 5 Landkreise) und eine Fläche von etwa 2500 Quadratkilometern, locken die Teilnehmer. Von touristischen Hotspots wie dem Brocken oder dem UNESCO-Weltkulturerbe Rammelsberg bis zu verwunschenen Kleinoden ist alles dabei, und auch an die unterschiedlichen Voraussetzungen der Wanderer wurde natürlich gedacht: Die Touren unterscheiden sich in Schwierigkeitsgrad, Länge, Steigung und dergleichen, so dass sowohl Familien mit kleinen Kindern als auch durchtrainierte Sportler oder ältere Semester interessante Unternehmungen finden können. Bei der Entwicklung des Programms wurde außerdem darauf geachtet, beispielsweise ungewöhnliche geologische Formationen und kulturell wichtige Stätten zu integrieren, so dass die Wanderungen für Touristen und Einheimische gleichermaßen sehenswert sind.

Bevor man die erste Wanderung antritt, gilt es zunächst einmal, sich einen Wanderpass zu besorgen. Er ist normalerweise in Kur- und Tourismuseinrichtungen und zum Teil auch in Buchhandlungen erhältlich. Jetzt, zu Corona-Zeiten, kann man ihn beispielsweise von der Bad Lauterberger Buchhandlung Moller liefern lassen (www.buchwichtel.com).  Man kann ihn auch im Online-Shop der Harzer Wandernadel bestellen. In ihm werden die absolvierten Strecken dokumentiert. Hilfreich ist außerdem noch die passende Karte, um eine Übersicht über die Stempelstellen zu haben - es gibt ein ganzes wasserfestes Kartenset dazu. Dann kann die Stempeljagd auch schon losgehen! Da es keine festgelegte Reihenfolge oder gar Zeitvorgabe gibt, kann jeder nach Lust, Laune und Tagesform entscheiden, welche Route gerade am reizvollsten ist. Erreicht man eine der nummerierten Stempelstellen, wird die jeweilige Nummer im Wanderpass gestempelt.

Die Krönung ist die Krönung

Bereits mit 8 Stempeln gibt es die erste Auszeichnung, nämlich die Harzer Wandernadel in Bronze. Mit jedem erwanderten Stempel steigen nun die Chancen, sich die begehrten Adelstitel zu schnappen: Mit 50 Stempeln darf man sich Wanderkönig nennen, mit 111 Stempeln ist man „Harzer Steiger“ und wer alle 222 Stempelstellen abgearbeitet hat, wird gar zum Wanderkaiser gekrönt. Steiger und Kaiser erhalten als Auszeichnung eine handgefertigte Brosche aus Harzer Gestein, und die aktivsten Majestäten werden im Internet gelistet.

Zusätzlich zum regulären Wanderpass gibt es außerdem noch vier Specials zu den Themen „Harzer Hexenstieg – Fernwandern mit der Harzer Wandernadel “, „Goethe im Harz – Literarische Spurensuche beim Wanderstempeln“, „Harzer Grenzweg – Zeitgeschichte und Natur erleben“ und „Harzer Steiger – Auf den Spuren des Harzer Bergbaus“.
Seit dem Jahr 2011 gibt es außerdem für Kinder bis 11 Jahren den Titel „Wanderprinz“ bzw. „Wanderprinzessin“.

Schummeln ist übrigens nicht nur verpönt, sondern auch nahezu unmöglich. Fast alle Stempelstellen sind nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Wer also größere Strecken mit dem Auto abfahren will, um möglichst schnell den ins Auge gefassten Titel zu erwerben, der kommt nicht weit. Aber diese Methode wäre auch Blödsinn, würde sie einen doch um die Entdeckung vieler Ausflugs-Highlights des Harzes bringen.

Bitte beachten: derzeit (30.03.20) sind nach sachsen-anhaltinischem Landesrecht Reisen nach Sachsen-Anhalt zu touristischen oder Freizeitzwecken untersagt!


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