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Geschrieben von Sabine Kilzer und Andrea Jänicke am 11. Dezember 2021

Das Thema

Tiere sind keine Geschenke

...auch nicht zu Weihnachten oder in der Pandemie

Foto: Oli R. / pixabay
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Foto: Andy M. /pixabay
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Foto: Andrew J. Carney /pixabay
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Foto: pezibaer/pixabay
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Foto: Jagdprinzessin / pixabay
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Foto: Sandeep Handa / pixabay
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Schon seit vielen Jahren mahnen Tierschutzorganisationen, dass Haustiere nicht verschenkt werden sollen – so sehr sich vielleicht auch die lieben Kleinen einen Hund, eine Katze oder einen Hamster wünschen. Ein Tier, das immer für einen da ist, mit dem man kuscheln und spielen kann – das klingt aber auch für viele Erwachsene seit der Corona-Pandemie verlockend. Denn in Zeiten der Kontaktbeschränkungen und des Home-Office verbringen die Menschen mehr Zeit als zuvor in den eigenen vier Wänden – und fühlen sich auch häufiger allein. Haustierhaltung boomt seit Beginn der Pandemie. Aber als Präsent unter den Weihnachtsbaum, egal ob für Kinder oder vielleicht für Oma oder Opa, sind Tiere dennoch nicht geeignet, warnen Tierschutzorganisationen.

Nicht nur, weil die Begeisterung für das Tier und seine unvermeidliche Versorgung schnell nachlassen könnte:  die Feiertagszeit ist prinzipiell eher schlecht geeignet als Start in die Tierhaltung. Denn da herrscht viel Trubel, es kommt häufig Besuch, die Kinder haben Ferien, alles läuft ganz anders als sonst. Für eine erfolgreiche Tierhaltung ist es aber viel wichtiger, dass das Haustier in den ganz normalen Alltag der Familie integriert werden kann – und dabei nicht zu kurz kommt. Was also, wenn die Zeit der Feiertage oder des Home-Office vorbei ist und der Hund den ganzen Tag alleine bleiben muss? Wenn die Pandemie vorbei ist, möchte man vielleicht in den Urlaub fliegen – aber wer nimmt so lange die Katze? Wer kümmert sich um den Hamsterkäfig, wenn die Kinder wieder in die Schule müssen? Überhaupt: was Kinder betrifft, dürfen sich die Erwachsenen nichts vormachen. Egal, wie sehr die Kleinen versprechen, sich täglich um das Tier zu kümmern – was sie auch durchaus ernst meinen – sie können die Arbeit und die Verantwortung, die ein Haustier dauerhaft mit sich bringt, gar nicht richtig einschätzen. Die Eltern sollten sich stets darüber im Klaren sein, dass sie es sind, die das Tier halten und für es Sorge tragen müssen.

Was die Großen selbst oft falsch einschätzen, sind die Kosten, die ein Tier mit sich bringt. Neben den Anschaffungskosten und dem Futter schlagen dabei auch Tierarztkosten zu Buche, bei Hunden kommen noch Steuer und Haftpflichtversicherung hinzu – die Kosten etwa für eine Hundeschule oder einen Welpenspielkurs kommen noch obendrauf.

Viele Tierheime haben seit Jahren die Regel, kurz vor Weihnachten keine Tiere zu vermitteln, um Problemen vorzubeugen - damit es nicht zum Äußersten kommt und die Tiere nach kurzer Zeit zurück ins Tierheim gebracht oder gar ausgesetzt werden.

Wer sich nach reiflicher Überlegung entschlossen hat, sich doch ein Haustier anzuschaffen, kann dies in aller Ruhe im neuen Jahr tun, wenn alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Tierschutzorganisationen oder Züchter beraten gern und sind dabei behilflich, dass die neue Besitzer und das Tier gut zusammenfinden.

Augen auf beim Hunde(Welpen)-Kauf

Wenn man sich dafür entscheidet, einen Hund in die Familie aufzunehmen, muss man sich über eines im Klaren sein: Der Hund ist ein Teil des eigenen Lebens – aber man selbst ist das Leben für den Hund! Daher gilt es viele Dinge im Vorfeld zu bedenken und abzuwägen. Hier ein paar Stichpunkte, die vor der Anschaffung berücksichtigt werden sollten:

Was erwarte ich von meinem Hund, welche Rasse passt zu mir? Oder bin ich bereit, mich dem (vielleicht schon älteren) Hund anzupassen?
Möchte ich in den nächsten ca. 15 Jahren den Urlaub mit meinem Hund verbringen? Ihn nicht länger als ca. 4 Stunden täglich allein lassen?
Die Hundehaare vom Sofa und aus der Kaffeetasse fischen? Kauknochen unterm Kopfkissen und Löcher in den Socken finden? Stürmisch begrüßt, umgerannt und abgeschlabbert werden, um hinterher die Brille zu putzen?
Nie wieder kalte Füße im Winter haben? Weihnachten zur Burgerbude latschen, weil die Gans halt ... naja, es hatte an der Tür geklingelt ..., dafür Freud und Leid mit einem pelzigen Wesen teilen, das einfach jedes Wort versteht? Ja? Gut! 

Doch woher nehmen? Oder besser: woher nicht? Viele tolle Hunde warten nach einer großen Enttäuschung in deutschen Tierheimen auf eine zweite Chance, die jeder von ihnen verdient hat. Der Vorteil: Der Hund ist aus dem Gröbsten raus und hoffentlich stubenrein. Der Nachteil: Man kennt seine Vorgeschichte nicht, muss gegebenenfalls mit Überraschungen rechnen.

Ist man auf letztere nicht scharf oder hat bestimmte Ziele mit dem künftigen Pelz-Partner, ist der Kauf eines Welpen beim seriösen Züchter die geeignete Option – das Fellknäul ist zwar anfangs etwas undicht und knabberwütig, aber mit Liebe und Sachverstand in die gewünschte Richtung zu „biegen“.

ACHTUNG – Finger weg:

Keinesfalls sollte man ein Welpen-„Schnäppchen“ kaufen, womöglich noch auf einem Parkplatz! Meist stecken „Vermehrer“ aus Osteuropa dahinter, die viel zu junge Welpen aus übelsten Aufzuchtverhältnissen gewinnbringend verschleudern. Die Kleinen sind nicht geimpft, nicht entwurmt, schlecht ernährt, nicht sozialisiert, krank und überleben oft nur wenige Tage im neuen Zuhause.

Ihre Mütter sitzen in kleinen Käfigen im eigenen Dreck, müssen einen Wurf nach dem anderen zur Welt bringen und haben noch nie im Leben die Sonne gesehen oder Gras unter den Pfoten gespürt – geschweige denn etwas Liebe oder Zuneigung bekommen. Wenn sie irgendwann gar nicht mehr können, werden sie einfach erschlagen. Der Kaufpreis eines Welpen ist nämlich das kleinste Übel: Ein Vielfaches desselben kann man locker beim Tierarzt lassen; meist ist der neue pelzige Freund aber trotzdem nicht zu retten. Sie sind klein, süß und bemitleidenswert: Man möchte sie retten! Doch mit jedem verkauften Welpen dieser Leute ebnet man ihnen den Weg für neue kranke Welpen und unendliches Leid für ihre Mamis.

Vorsicht auch bei „geretteten“ Straßenhunden aus z. B. Rumänien, Bulgarien usw., denn Glück und Pech mit dem neuen Familienmitglied liegen hier dicht beieinander. Oft gibt es hier Hunde, die über Generationen selbstbestimmt in Freiheit unterwegs waren, wo nur die pfiffigsten und ausgebufftesten überleben können und die gegen ihren Willen in Gefangenschaft gezwungen wurden. Diese Hunde möchten nicht kooperieren und sehnen sich nicht nach einem Menschen, Sofa und Spaziergängen an der Leine. Oft landen sie als „Problemhund“ im Tierheim hinter Gittern. Natürlich gibt es auch die anderen, die dankbaren ... Poker halt. Bei allen (gerade illegalen) Importen sollte man auch die Gefahr eingeschleppter Krankheiten wie z. B. Tollwut nicht außer Acht lassen.

 


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