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Mittwoch, 26. Juni 2019
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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 22. März 2019
Aktuell

Licht und Schatten bei der Inklusion

GEW-Kreisverband hat Diskussionsrunde zum Thema Inklusion an Schulen veranstaltet

Diskutierten über Grenzen und Chancen der Inklusionswirklichkeit (von links): Arne Gruppe, Harry Seeger, Katja Golonska und Oliver Bollmann.
Diskutierten über Grenzen und Chancen der Inklusionswirklichkeit (von links): Arne Gruppe, Harry Seeger, Katja Golonska und Oliver Bollmann.

Der Kreisverband Osterode der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zum öffentlichen Teil seiner Kreisdelegiertenversammlung am Montag (18.03.2019) in Scharzfeld zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Grenzen und Chancen der Inklusionswirklichkeit heute“ eingeladen. Nach einer Verlautbarung des Niedersächsischen Kultusministeriums ist die inklusive Schule seit dem Schuljahresbeginn 2013/2014 verbindlich in Niedersachsen eingeführt worden. Der GEW-Kreisvorsitzende Arne Gruppe konnte zu Beginn der Veranstaltung neben den erschienenen Gewerkschaftsmitgliedern als Referenten Harry Seeger vom Schulbezirkspersonalrat, Katja Golonska, Leiterin des Regionalen Zentrums für Inklusion Göttingen, und Oliver Bollmann, Schulleiter aus Clausthal-Zellerfeld, begrüßen.

Als Einstieg in das Thema wurde ein kurzer Film mit dem Titel „Bedeutung der Sonderpädagogik“ gemeinsam angeschaut, im Anschluss berichteten die Referenten von ihren Erfahrungen zu und mit dem Thema Inklusion jeweils aus ihrer individuellen Sicht. Durch die Diskussionsbeiträge der Gewerkschaftler, die an verschiedenen Schulen und Schulzweigen unterrichten, ergaben sich lebhafte Gesprächsrunden, bei denen die durchweg positiven Erfahrungen ebenso beleuchtet wurden, wie auch festzustellende Optimierungsmöglichkeiten. Nicht ganz einig waren sich die Teilnehmer, ob es sich bei dem Thema überhaupt schon immer um Inklusion handelt – oder eher noch um Integration.

 

Personalmangel und bürokratische Hindernisse

Eine wesentliche Voraussetzung zum Gelingen der Inklusion, da herrschte Einigkeit, seien personelle Ressourcen, die leider nicht immer ausreichend vorhanden seien. Personalmangel führe oft dazu, dass die Lehrer mitunter „am Limit“ seien. Aber auch der Datenschutz sei manchmal ein Hindernis bei der Lösung von Problemen mit der Inklusion. Es wurden Vorschläge zur Verbesserung eingebracht und diskutiert, sie reichten von der Veränderung der Schulentwicklungsplanung und der Einführung von Jahrgangsübergreifendem Lernen bis zur Einbindung von zusätzlichen Lehrkräften, zum Beispiel durch den Einsatz von Erziehern und anderen qualifizierten Kräften. Auch wurden immer noch fehlende äußere Bedingungen und bürokratische Hindernisse angesprochen: Viel Zeit müssten die Lehrer in die zu erstellenden Gutachten investieren.

Auch wurden Vergleiche mit anderen Bundesländern angestellt, die offensichtlich andere Wege gehen, um das Thema erfolgreich umzusetzen. Und im europäischen Vergleich liege Deutschland bei den Ausgaben für Bildung, gemessen am Bruttosozialprodukt, eh nur auf Platz 24, so ein Teilnehmer.

 

Positive Botschaften – „Wir sind auf einem guten Weg“

Aber neben den angesprochenen kritischen Punkten wurde auch immer wieder deutlich, dass die meisten Lehrer positiv und sehr engagiert an das Thema herangehen. „Auch wenn es nicht die 100-prozentige Inklusion ist, erleben es die meisten Kinder als Zugewinn – wir sind auf einem guten Weg“, so eine Aussage. Und: „Das System wird sich selber stabilisieren“, war eine weitere positive Botschaft in die Runde.

Bei der Umsetzung unterstützt auch das Regionale Zentrum für Inklusion durch Beratungen – auch vor Ort – und andere Maßnahmen zur Entlastung, um den Lehrern den Rücken zu stärken. Die Aussage „ein großes Potential in der Inklusion liegt bei den Mitschülern“, war dann fast zum Ende der Diskussion nochmals eine positive Botschaft.


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