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Donnerstag, 25. April 2019
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Geschrieben von ski am 06. April 2019
Aktuell

Der Altkreis Osterode ist ein sehr sicherer Ort zum Leben

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist die niedrigsten Fallzahlen seit zehn Jahren auf – weniger Diebstähle, Einbrüche und Jugenddelikte bei hohen Aufklärungsquoten

Im Polizeikommissariat Osterode informierten die Beamten über die Kriminalitätsstatistik des Altkreises
Im Polizeikommissariat Osterode informierten die Beamten über die Kriminalitätsstatistik des Altkreises

„Unsere Region ist nicht nur von den statistischen Zahlen sehr sicher“, sagte Polizeioberrat Hans-Werner Ingold bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik des Altkreises Osterode: „Man lebt hier in der Region auch wirklich sehr sicher und sehr ruhig“.

Denn die Fallzahlen sind in den letzten Jahren stetig gesunken, so dass sie inzwischen für den Altkreis das niedrigste Niveau seit 2009 erreicht haben. Bereits 2017 waren die  Delikte um 8,24%  zurückgegangen, für das vergangene Jahr konnte noch ein weiterer Rückgang um 3,47 % verzeichnet werden. Die Aufklärungsquote lag dabei beim Polizeikommissariat Osterode bei geradezu schwindelerregenden 72,77%. „Damit spielen wir derzeit auf Landesebene in der ersten Liga ganz vorne“, so Ingold. Das liege natürlich auch an der ländlichen Fläche und der sozialen Kontrolle durch die Bürger selbst: „Die teilen uns als Polizei auch mal etwas mit – darauf sind wir angewiesen, denn wir können ja nicht überall sein.“ Außerdem spiegelt sich in der hohen Aufklärungsquote des letzten Jahres auch die Aufklärung einiger Serientaten, wie etwa einer Einbruchsserie, eine Rolle. Daher ist fraglich, ob man diese traumhafte Quote im nächsten Jahr halten kann: „Das ist schon sportlich“, so Ingold.

Auch Bad Lauterberg ist sicher – trotz Kneipenszene

Für den Bereich des Polizeikommissariats Bad Lauterberg (mit Bad Sachsa und Walkenried) liegt die Aufklärungsquote bei 64,50 %, was immer noch deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt.

Überhaupt, so konnte Burkhard Hantke, der Leiter des Lauterberger Kommissariats, erfreut feststellen: in den letzten 10 Jahren sind die Fallzahlen hier um rund 28% gesunken. Im Jahr 2018 verzeichnete man 1.252 Fälle. Bad Lauterberg mit 648 Fällen und Bad Sachsa (376 Fälle) hatten im vergangenen Jahr einen weiteren Rückgang, es gab allerdings eine leichte Zunahme in Walkenried (228 Fälle). mt_ignore

Hauptsächlich handelt es sich dabei um Diebstahlsdelikte (321 Fälle), Vermögens- und Fälschungsdelikte (271 – hier sind auch Internetbetrügereien zu finden)  sowie Rohheitsdelikte mit 200 Fällen (vor allem Körperverletzungsdelikte). Wobei Hantke betont: „Bad Lauterberg ist eine Stadt mit einer funktionierenden Kneipenszene – die einzige im Umkreis – wenn man das berücksichtigt, ist das ein wirklich guter Wert.“ Denn, so der Erste Polizeihauptkommissar, wo Alkohol und Menschenmengen zusammentreffen, da kommt es auch zu Ärger. (Zum Vergleich: im gesamten Altkreis gab es 640 Körperverletzungsdelikte – ein Anstieg von 10%).

Gestiegen sind die Betäubungsmitteldelikte: 102 Fälle gab es im Bereich des Polizeikommissariats Bad Lauterberg, 242 im gesamten Altkreis. Aber das ist hauptsächlich auf die verstärkten Kontrollen zurückzuführen, betont Hantke. Glücklicherweise treten im Altkreis kaum harte Drogen auf: im Bereich des PK Bad Lauterberg waren es 51 mal Fälle wegen  Cannabiskonsum und 40 mal Amphetaminkonsum. Auch die neuen synthetischen Drogen wie Crystal Meth spielen kaum eine Rolle.
Für seinen Bereich des Polizeikommissariats Bad Lauterberg sieht Hantke also keinen Grund, sich über die Sicherheit Sorgen zu machen.

„Die jungen Leute sind beim Alkohol am Steuer verantwortungsbewusst – bei BTM leider weniger“

Polizeioberrat Ingold ist vor allem das Autofahren unter Drogeneinfluss ein Dorn im Auge: „Die jungen Leute zeigen beim Thema Alkohol viel Verantwortungsbewusstsein und bestimmen vorab einen Fahrer. Bei BTM sind sie leider weniger vernünftig“. Zwar sei das Verlieren des Führerscheins ein erzieherisch wirksames Mittel - „aber nicht so wirksam, wie wir uns das wünschen“.

Ein landesweiter Schwerpunkt in der Kriminalitätsbekämpfung ist der Wohnungseinbruchsdiebstahl. Hier gab es nur noch 70 Tagen im Altkreis. Immer mehr Taten bleiben dabei im Versuch stecken: „Daran erkennen wir, dass präventive Maßnahmen wirken. Wenn ein Täter mehrere Minuten braucht, um ein Schloss oder ein Gitter zu öffnen, dann lässt er davon ab und geht woanders hin“, so Ingold. Durch Tatklärung einer Einbruchserie in Osterode konnten viele Taten nachträglich geklärt werden, so dass die Aufklärungsquote auf 59,87% im Altkreis gesteigert werden konnte.mt_ignore


Viel Arbeit dagegen gibt es im Bereich Cybercrime, für den 2016 eine Task Force der PI Göttingen eingerichtet wurde. Dort sind mehrere Informatiker und speziell ausgebildete Kollegen beschäftigt, die die Fachkommissariate und die Ermittlungsdienste unterstützen. Denn Straftaten, die via Internet verübt werden, nehmen zu – vom Ebay-Betrug bis zum Phishing, also dem Erschleichen von Passwörtern. Und die Auswertung von beschlagnahmten Geräten für Strafverfahren wird immer aufwändiger, weil die Datenspeicher von Computern, Tablets und Mobiltelefonen immer größer werden und selbst bei automatisierter Datenauswertung kaum zu schaffen sind: „Im Grunde läuft man immer hinterher“.

Enkeltrick, falsche Polizisten und Stromableser: Kinder und Enkel sollen ihre Angehörigen warnen

Über eines musste sich die Polizei im Altkreis Osterode im vergangenen Jahr besonders ärgern: „Falsche Polizeibeamte – die haben uns das ganze Jahr genervt“. Anrufe von vorgeblichen Polizeibeamten, aber auch angeblichen Bank- oder Telekommitarbeitern, Strom- und Wasserablesern bis hin zum Enkeltrickbetrug waren immer wieder zu verzeichnen. Und hier ist eine hohe Dunkelziffer zu vermuten: „Die Scham, auf einen Trickbetrüger hereingefallen zu sein, ist sehr groß“. Hier raten die Beamten den Kindern und Enkeln, vor allem die älteren Angehörigen zu warnen. Durch wachsame Angehörige, manchmal auch durch vorsichtige Bankmitarbeiter, die ihre Kunden gut kennen, können solche Betrugsmaschen oft verhindert werden. Sinnvoll sei es unter Umständen auch, dass die Eltern oder Großeltern einwilligen, dass Angehörige vor Auszahlung eines höheren Betrags von der Bank informiert werden.




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