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Sonntag, 26. Mai 2019
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Geschrieben von Peter Bischof am 08. Mai 2019
Aktuell

Längeren Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen

ALZ möchte älteren Menschen im Landkreis Göttingen zusätzliche Angebote machen

Wollen sich für die Idee von ALZ stark machen (v.l.): Michael Dietrich (ALZ), Bärbel Pulst, Bernd Leifholz, Ulrich Schramke, Elvira Thiele (ALZ), Karl Heinz Hausmann, Lars Lübbecke, Steve Scholtyseck (beide SPD Herzberg) und Dieter Greunig (ALZ).
Wollen sich für die Idee von ALZ stark machen (v.l.):  Michael Dietrich (ALZ), Bärbel Pulst, Bernd Leifholz, Ulrich Schramke, Elvira Thiele (ALZ), Karl Heinz Hausmann, Lars Lübbecke, Steve Scholtyseck (beide SPD Herzberg) und Dieter Greunig (ALZ).
Herzbergs stellvertretender Bürgermeister Ulrich Schramke gratulierte Bärbel Pulst zur kürzlich erfolgten Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
Herzbergs stellvertretender Bürgermeister Ulrich Schramke gratulierte Bärbel Pulst zur kürzlich erfolgten Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Seit Anfang 2017 betreibt der ALZ Herzberg eine Filiale, ein zweites Sozialkaufhaus, in Clausthal-Zellerfeld, das im Oberharz gut angenommen wird. Seitdem arbeitet der eingetragene Verein ALZ – Arbeit, Leben, Zukunft – neben dem Landkreis Göttingen auch mit dem Landkreis Goslar zusammen. „Wir haben gemeinsam mit Goslar ein Projekt für ältere Menschen ins Leben gerufen“, sagt die Vorsitzende Bärbel Pulst. Dabei wird eine Haushaltshilfe oder auch Unterstützung bei Einkaufsfahrten und Behördengängen angeboten. „Es geht darum, älteren Menschen das Leben in der eigenen Wohnung länger zu ermöglichen“, erklärt Bärbel Pulst.

„Die Fahrdienste beinhalten mehr als einen reinen Taxi-Fahrdienst, es gibt auch Hilfe beim Einkaufen, beim Tragen der Einkaufstaschen und bei anderen Dingen“, ergänzt Bernd Leifholz, Geschäftsführer von ALZ. Gerade in Harzorten wie Wildemann oder  Lautenthal fehlten häufig Nahversorgungsmöglichkeiten.

 

Hausmann: Bedarf gibt es sicherlich

Die Verantwortlichen von ALZ möchten jetzt ein ähnliches Projekt auch im Landkreis Göttingen ins Leben rufen. In einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Karl Heinz Hausmann und Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Herzberg erläuterten Bärbel Pulst und Bernd Leifholz ihre Idee. Karl Heinz Hausmann stand der Idee aufgeschlossen gegenüber, betonte aber, dass so etwas nur flächendeckend im gesamten Kreis Göttingen eingeführt werden könne. Was aber möglich sein sollte, denn den Bedarf, ältere Menschen nicht nur in ihrer Wohnung zu betreuen, gebe es sicherlich nicht nur in Zorge, Wieda oder Lonau, sondern auch in kleinen Ortschaften im Raum Göttingen.

Auf Bitten von Ulrich Schramke sagte Hausmann zu, dieses Projekt in den Kreistag Göttingen einzubringen und beim Landkreis auszuloten, welche Fördermöglichkeiten es dafür geben könne.

 

Verschiedene Standbeine

Sollte das Projekt realisiert werden können, wäre es das vierte Standbein von ALZ. „Wir sind jetzt im 21. Jahr unseres Bestehens“, erläuterte Bernd Leifholz. Das Geschäftsmodell beruhe inzwischen auf drei Säulen: Da ist zum Ersten das Sozialkaufhaus, zum Zweiten der Hauswirtschaftsdienst und seit einigen Wochen als Drittes das Betreiben der Postagentur. Das alles stemmt ALZ mit 20 Mitarbeitern, wobei zehn dem Sozialkaufhaus und zehn dem Hauswirtschaftsdienst zugeordnet sind.

„Wir beschäftigen zum Teil alleinerziehende Mütter, die 25 Stunden in der Woche arbeiten, wir haben aber auch Mitarbeiter mit Vollzeitstellen“, so Bärbel Pulst. Der Hauswirtschaftsdienst sei der Zweig, der am wirtschaftlichsten sei. Hier könnten einige Dienstleistungen mit der Pflegekasse abgerechnet werden, auch wenn dies viel Verwaltungsarbeit, „immer einen Kraftakt“, bedeute.

 

Mitglieder und Freiwillige für Sozialkaufhaus gesucht

Für das Kaufhaus habe man leider zu wenig Personal, bedauerte Bärbel Pulst. Es fehle an Mitarbeitern, die beispielsweise Regale aufräumen könnten, Bücher nach Autoren sortierten oder auch nur insgesamt mehr Ordnung schafften. „Wir hören immer wieder: Bei euch sieht es ja aus! Aber wir können nicht so viele Mitarbeiter einstellen, dass es überall wie geleckt aussieht.“ Die Vergleiche mit dem Fairkauf-Haus in Osterode, das von Harz-Weser betrieben werde, empfindet Bärbel Pulst als etwas unfair, da die Harz-Weser-Werke ganz andere Möglichkeiten hätten.

Deshalb nutzt sie die Gelegenheit, um für neue Mitglieder im ALZ zu werben. „Es wäre schön, wenn sich neue Mitglieder finden oder auch nur Freiwillige, die ein paar Stunden bei uns im Sozialkaufhaus mitwirken könnten, um mehr Ordnung zu schaffen.“


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