Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Freitag, 13. Dezember 2019
Login



Geschrieben von ski am 16. Juli 2019

Aktuell

Eine ganz besondere Motorradtour

Spendenübergabe vom Human Biker Day e.V. an das Kinderhospiz Mitteldeutschland

b_590_0_16777215_00_images_stories_com_form2content_p19_f10643_hbd_spenden_1.jpg
Die Biker erhielten eine Führung durch das Hospiz
Die Biker erhielten eine Führung durch das Hospiz
Das Hospiz ist mit viel Liebe gestaltet. Krankenhausatmosphäre ist hier unerwünscht.
Das Hospiz ist mit viel Liebe gestaltet. Krankenhausatmosphäre ist hier unerwünscht.
Der nächste Human Biker Day findet am ersten Junisonntag 2020 statt
Der nächste Human Biker Day findet am ersten Junisonntag 2020 statt

Wenn die Motoren ordentlich brummen, fleißig Tombolalose gekauft und viele Kuchen und Würstchen verzehrt werden, dann klingelt auch die Kasse: beim siebten Human Biker Day, der am 26. Mai stattfand, kam wieder eine stattliche Summe an Spenden zusammen. 22.300 € waren es insgesamt, und Vertreter des Vereins machten am 14.07.2019 die alljährliche Tour nach Tambach-Dietharz. Denn dort, in einem Luftkurort im Herzen des Thüringer Walds, liegt das Kinderhospiz Mitteldeutschland, wo die Spenden hingehen. Die Fahrt zur Spendenübergabe nach Tambach-Dietharz war aufgrund der abwechslungsreichen Streckenführung selbst wieder eine tolle Tour. Und für strahlende Kindergesichter am Zielort sorgte eine kleine Mitfahrt im Beiwagen.

Ein Ort für unheilbar kranke Kinder und Jugendliche

Das Hospiz nimmt Kinder und Jugendliche von 0 bis 27 Jahren mit lebenslimitierenden Erkrankungen auf, wie die Besucher bei einer Führung erfuhren. Die Aufenthalte der Kinder, die oft mit Geschwisterkindern und Familien kommen, sollen die Eltern entlasten. Denn häufig sind diese rund um die Uhr mit der Pflege ihres schwerstkranken Kindes beschäftigt und am Ende ihrer Kräfte. Im Kinderhospiz ist eine Pflegekraft in der Regel nur für ein, höchstens zwei Kinder zuständig. "Alle Pflegekräfte hier haben eine spezielle Fachweiterbildung in Pediatric Palliative Care", erklärte Pflegeleitung Franka Bennewitz, die die Biker durch Gebäude und Außenanlagen führte. Aber wie hält man diese Arbeit aus? "Alle, die hier arbeiten, wissen, dass die Kinder, die zu uns kommen, unheilbar krank sind. Da gibt es nichts dran zu ändern, das muss man akzeptieren. Und dann kann man den Familien auch helfen, so weit Hilfe möglich ist".

Die wunderbare Anlage in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude wurde mit viel Liebe und Sorgfalt, aber auch Fachkenntnis gestaltet - es gibt einen Kreativbereich, ein Therapiebad, natürlich sämtliche Pflegehilfsmittel wie Lifter, Rückzugsorte für die Familien, und auch sehr viele Angebote für die Geschwisterkinder, die sonst oft zu kurz kommen. Von den Zimmern und auch von den Funktionsbereichen kann man direkt nach draußen gelangen; niemand soll sich eingesperrt fühlen. Draußen lockt ein gepflegter Garten mit Spielplatz, Tipi und Piratenschiff (Bauwagen-Übernachtungsmöglichkeit) für Geschwisterkinder. Direkt daneben ist eine Talsperre - die Atmosphäre könnte gar nicht weiter von einem Krankenhaus entfernt sein.

Aber da es sich um unheilbare kranke Kinder handelt, ist das Hospiz oft auch der letzte Aufenthaltsort für das Kind. Zur Führung durch das Gebäude gehörte also auch das Abschiedszimmer. Dort verabschieden sich die Familien von den verstorbenen Kindern, bis der Bestatter sie - oft in einem von der Familie selbst gestaltetem Sarg - abholt. Ein Raum, der auch für gestandene Biker schwer zu verkraften ist.

Neue Unterbringungsmöglichkeiten für Familien sind im Bau

Die Kosten für die Betreuung der unheilbar kranken Kinder übernehmen die Krankenkassen nur zu einem Teil, für die Angehörigen gar nicht. Das Kinderhospiz Mitteldeutschland ist also auf Spenden angewiesen. Ganz besonders, wo nun weitere Familienzimmer im Nachbargebäude entstehen sollen, denn die Aufnahme weiterer Kinder scheiterte bislang manchmal daran, dass für die Familien und Geschwister keine Unterbringungsmöglichkeit vorhanden war.

Auf die künftige Unterstützung durch den Human Biker Day kann sich das Hospiz, dessen Trägerverein in Nordhausen sitzt, aber verlassen. Rund 130.000 Euro kamen bislang seit dem ersten, verregneten Human Biker Day im Jahr 2013 zusammen. Und auch im nächsten Jahr werden sicherlich wieder Hunderte von Bikern eine Tour machen und dabei Gutes tun.

Dabei gibt es übrigens eine kleine Neuerung: im Jahr 2020 wird der HBD ausnahmsweise nicht am letzten Sonntag im Mai, sondern am ersten Sonntag im Juni stattfinden. Alle Motorradfreundinnen und -freunde können sich Sonntag, den 7. Juni also schon mal vormerken.





mt_ignore

.................................................................................................................................................

Bild der Woche