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Mittwoch, 11. Dezember 2019
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Geschrieben von Tom Zinram am 13. August 2019
Aktuell

Kommunikation und Abwechslung sind wichtig

Jutta Kindereit referierte bei der Barbiser Rentnerrunde über das Thema Demenz

Alois Alzheimer beschrieb die nach ihm benannte Krankheit als Erster
Alois Alzheimer beschrieb die nach ihm benannte Krankheit als Erster
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Die Referentin zeigt eine Uhr, die von einer an Demenz erkrankten Frau gemalt wurde
Die Referentin zeigt eine Uhr, die von einer an Demenz erkrankten Frau gemalt wurde
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Jutta Kindereit, Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Region Harz e.V hatte jüngst die Rentnerrunde der Sankt Petri-Gemeinde Barbis besucht, um über die Krankheit Demenz zu referieren. Sie führt  die Beratungen im Herzberger Krankenhaus durch und erläuterte, dass die Wissenschaft schon viel bezüglich der Krankheit erreicht habe, auch wenn Demenz immer noch nicht heilbar ist. Zwar gebe es schon Medikamente, welche den Prozess ein wenig verlangsamen bzw. die Symptome ein wenig mildern können, allerdings haben diese auch Nebenwirkungen.
Bereits vor 100 Jahren wurde die Krankheit von Psychiater Alois Alzheimer entdeckt. Zu ihm kam ein zartes Ehepaar in die Praxis, wobei der Mann erklärte, dass seine Frau alles vergesse und sie eine große Eifersucht an den Tag lege. Darauf hin studierte der Arzt die Frau genauer, wobei er Fragen stellte wie „ Welche Jahreszeit haben wir?“ oder „Was haben Sie gestern gegessen?“. Solche Fragen werden auch heute noch für das Stellen der Diagnose verwendet.

Unterschiedliche Formen der Demenz

Kindereit berichtete in ihrem Vortrag, dass es drei unterschiedliche Stufen und über 50 unterschiedliche Arten der Demenz gebe. Mit einer Altersdemenz könne man sehr lange leben, doch je jünger eine diagnostizierte Person ist, desto schneller ist der Verlauf der Erkrankung. „Je intelligenter eine Person ist, um so mehr kann sie es überbrücken“ sagte sie. Der Begriff Demenz lasse sich sinngemäß in den Verlust des Verstandes übersetzen. Die Demenzerkrankungen sei in den letzten Jahren vor allem durch verschiedene Dokumentationen und den Film „Honig im Kopf“ in den Fokus gerückt, erläuterte die Referentin. Bei einer Demenzerkrankung, egal welcher Art, komme es zu sogenannten Verkalkungen im Gehirn, wodurch verschiedene Vernetzungen nicht mehr möglich seien. Die Wissenschaft widme sich intensiv der Thematik, allerdings komme diese an ihre Grenzen.
In Hamburg-Eppendorf gibt es eine Krankenstation für an Demenz erkrankte Kinder. „Ich war schockiert“, sagte die Referentin, dass sogar schon Kinder von der Krankheit betroffen sein können. Bei den unterschiedlichen Erkrankungsformen komme es darauf an, welcher Bereich des Gehirns geschädigt ist. Bei der Frontotemporalen Demenz können die Patienten beispielsweise keine Gefühle mehr zeigen und die Hemmungen beginnen nachzulassen. Die Alzheimerkrankheit macht den größten Teil aus, wobei es bei den Betroffenen oft an alltäglichen Situationen scheitert. Ist die Krankheit weit fortgeschritten, können die Betroffenen kaum noch sprechen. Doch bis dahin sei es ein langer und schleichender Weg.

Gespräche und Training sind wichtig

Bereits ab dem 20. Lebensjahr gehe die Gehirnleistung langsam wieder zurück. Wichtig sei es dabei, dass man sich die alltäglichen Prozesse verinnerlicht und bei der Sache bleibt. Vor allem aber dürfe man die Kommunikation nicht vernachlässigen, denn miteinander zu sprechen,sei das wichtigste Mittel der Vorbeugung. „Wenn ich immer dasselbe mache, aktiviere ich mein Gehirn nicht“ erläuterte Kindereit. Man dürfe nicht nur Sudoku machen, sondern solle die Aktivitäten immer mal wechseln, um geistig aktiv zu bleiben. Das Bergsteigen und neugierig bleiben seien auch optimal, um einer möglichen Demenz vorzubeugen. Desweiteren habe man festgestellt, dass Betroffene auf dem Land durch die Hilfsbereitschaft der Menschen deutlich besser aufgehoben sind, als in der Stadt. „Gute Nachbarschaft ist wichtig“, so die Beraterin.
Ratsam sei, dass man sensibel mit den Patienten umgehe, sich ihnen mit voller Aufmerksamkeit und Blickkontakt widme. Auch eine deutliche Aussprache und das Formulieren von einfachen Sätzen sowie eine angemessene Wertschätzung sind wichtig. Während der Präsentation zeigten die zuhörenden Rentner großes Interesse und stellten viele Fragen.
Bei Anzeichen kann man sich an Jutta Kindereit im Herzberger Krankenhaus oder mit ein bisschen Wartezeit an die Gedächtnisambulanz in Göttingen wenden. Die Göttinger Ambulanz ist auf Demenzerkrankungen spezialisiert.
Zuvor waren bei der Sankt Petri-Rentnerrunde auch dieses Mal wurden wieder die Geburtstage des vergangenen Monats zelebriert und Glückwünsche verteilt worden. Ein weiteres Thema, das vor Vortragsbeginn in der Runde diskutiert wurde, war, dass es geplant sei, in Barbis zwölf neue Windräder zu erbauen. Dies erfolge ohne die Bürger des Ortes darüber in Kenntnis zu setzen, was bei einigen Teilnehmern für ein wenig Ärger und Unbehagen sorgte. Das Treffen zeichnete sich allerdings durch den gemeinsamen Austausch und den unterschiedlichen Aktivitäten aus.


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