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Geschrieben von ski am 23. März 2020

Aktuell

Fragen und Antworten zur Corona-Pandemie

Die wichtigsten allgemeinen Informationen zum neuartigen Corona-Virus zusammengefasst

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Die sonst so beliebte Hauptstraße, der Bad Lauterberger "Boulevard", ist leer. Läden und Cafés haben geschlossen, die Feriengäste sind längst abgereist, wer jetzt noch unterwegs ist, will zum Arzt, zur Drogerie oder zur Apotheke.

Das neuartige Corona-Virus, mit wissenschaftlichem Namen SARS-CoV-2, hat das gewohnte Leben binnen kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Die Regelungen, Auflagen und Verbote ändern sich dabei so schnell, wie die Fallzahlen steigen - und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen.

Was soll mit den ganzen Maßnahmen denn erreicht werden?

Man versucht, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Denn: zwar verläuft die Infektion bei den meisten eher harmlos und äußerst sich wie eine normale Erkältungskrankheit. Doch bei etwa jedem fünften Fall ist der Verlauf schwer und bedarf ärztlicher Behandlung; insbesondere ist bei etwa 4% der Infizierten eine intensivmedizinische Behandlung nötig. Es wird also in Kürze ein großer Bedarf an Intensivbetten in den Krankenhäusern bestehen, die aber nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen. Häufig müssen diejenigen über einen längeren Zeitraum mit Sauerstoff versorgt beziehungsweise künstlich beatmet werden. Je besser die medizinische Versorgung, desto geringer die Sterberate der Infizierten.

Daher gilt es nun vor allem, Zeit zu gewinnen, damit nicht zu viele schwere Krankheitsfälle auf einmal auftreten, die dann nicht mehr optimal versorgt werden können. Gleichzeitig werden die Krankenhausbetten und die intensivmedizinischen Kapazitäten so schnell wie möglich ausgebaut. "Da weder eine Impfung in den nächsten Monaten noch eine spezifische Therapie derzeit zur Verfügung stehen, müssen alle Maßnahmen darauf ausgerichtet sein, die Verbreitung der Erkrankung in Deutschland und weltweit so gut wie möglich zu verlangsamen, die Erkrankungswelle auf einen längeren Zeitraum zu strecken und damit auch die Belastung am Gipfel leichter bewältigbar zu machen", so das Robert-Koch-Institut.

Die wichtigsten Fragen zum Virus und zu der Erkrankung haben wir hier zusammengestellt.

Woher stammt das Virus?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Erkrankten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei, China, angesteckt haben. Möglicherweise ist es ein Virus, das ursprünglich von Fledermäusen stammt und - vielleicht über einen Zwischenwirt - auf den Menschen übergesprungen ist.

Wie wird das Virus übertragen?

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar, und der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Das passiert, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege gelangen. So etwas geschieht in der Regel, wenn eine Person eine andere anhustet, niest oder auch einfach beim Sprechen, wenn man sich unmittelbar gegenüber steht. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, scheint aber zumindest deutlich seltener vorzukommen.

Wie lange dauert es bis zum Ausbruch der Krankheit?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung 1 bis 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Durchschnitt beträgt diese sogenannte Inkubationszeit 5 bis 6 Tage. Die Schwierigkeit dabei: es ist nicht ganz sicher, ab wann eine infizierte Person selbst das Virus weiterverbreitet - Experten gehen davon aus, dass es bereits zwölf bis vierundzwanzig Stunden sein kann, bevor die Person überhaupt die ersten Symptome bemerkt. Noch dazu gibt es sogenannte asymptomatische Verläufe, bei denen eine infizierte Person sich gar nicht krank fühlt oder nur minimale Krankheitszeichen, beispielsweise Halskratzen, hat. Auch diese Personen können jedoch andere anstecken. 

Woran erkenne ich die Erkrankung?

Covid-19, also die Krankheit, die durch SARS-CoV2 ausgelöst wird, äußert sich bei den weitaus meisten Menschen wie eine Erkältungskrankheit - mit Fieber, trockenem Husten, eventuell Halsweh und allgemeinem Krankheitsgefühl. Weitere, seltenere Symptome können zum Beispiel ein vorübergehender Verlust von Geruch- und Geschmackssinn, Schnupfen und Durchfall sein.
Bei den schweren Verläufen, die bis zu 20 Prozent der Erkrankungsfälle ausmachen, kann es zu Lungenentzündungen kommen, die bei ca. 4 Prozent der Infizierten einen Krankenhausaufenthalt nötig machen können. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, schätzte die Sterberate Anfang März nach den derzeitigen Daten auf 0,3 bis 0,7 Prozent. Damit hat Covid-19 eine höhere Todesrate als die saisonale (echte) Grippe (=Influenza), die eine Sterberate von etwa 0,1  bis 0,2 Prozent aufweist. Was das neuartige Coronavirus dabei aber so gefährlich macht: es ist viel ansteckender als Influenza.

Wer ist besonders gefährdet?

Schwere Verläufe kann es auch bei jungen, gesunden Personen geben. Aber besonders häufig sind sie bei älteren Personen, wobei die Sterblichkeit bereits ab 60 Jahren (und dann immer weiter) ansteigt, Rauchern, Personen mit Vorerkrankungen der Lunge wie z.B. Asthma, Personen mit Herz-, Leber- oder Krebserkrankungen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei Kindern verläuft die Krankheit dagegen vergleichsweise mild oder sogar ganz ohne Symptome.

Wie kann man sich und andere vor Ansteckung schützen?

Hust- und Niesregeln beachten: in Einmaltaschentücher husten und niesen, die anschließend entsorgt werden (wenn es gar nicht anders geht, in die Armbeuge), häufiges Händewaschen mit Seife und vor allem: "Halten Sie sich von anderen Gesichtern fern", rät der Virologe Alexander Kekulè. Also: möglichst zwei Meter Abstand von anderen Menschen halten - im Gespräch, beim Einkaufen und bei der Arbeit. Auf Händeschütteln soll verzichtet werden. Es wird außerdem geraten, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, um nicht Viren von Oberflächen über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.

Was tun, wenn ich mich krank fühle?

Bei Fieber, Husten, Halskratzen u.ä. nicht die Arztpraxis aufsuchen! Betroffene wenden sich  telefonisch an die Hausärztin oder den Hausarzt oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116117. Die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen dürfen nicht eigenmächtig aufgesucht werden. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die zuvor von ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt verbindlich angemeldet wurden.


Medizinische Informationen Stand 22.03.2020 - Quellen: Robert-Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Gesundheitsamt Göttingen

Dieser Beitrag in arabischer Sprache: أسئلة وأجوبة حول جائحة الاكليل

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