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Dienstag, 29. September 2020
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Geschrieben von ski am 18. Juni 2020
Aktuell

Gutachten schätzt Sanierungskosten für den Bismarckturm auf 400.000 Euro

Feuchteschäden haben dem unter Denkmalschutz stehenden Aussichtsturm zugesetzt - jetzt beginnt für den Harzklub die Suche nach Fördergeldern

Der Bismarckturm weist Feuchteschäden auf: schon von weitem sieht man Schäden an den roten Gesimsen aus Ziegelstein..
Der Bismarckturm weist Feuchteschäden auf: schon von weitem sieht man Schäden an den roten Gesimsen aus Ziegelstein..
Klaus Wiedemann vom Harzklub Bad Lauterberg mit dem Sanierungsgutachten
Klaus Wiedemann vom Harzklub Bad Lauterberg mit dem Sanierungsgutachten

Am 15. Juni wurden die Ergebnisse des Sanierungsgutachtens für den Bismarckturm vorgestellt, das der Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg in Auftrag gegeben hatte. Der 1904 erbaute Aussichtsturm weist bekanntlich erhebliche Schäden auf; wegen der Gefahr herunterfallender Steine und Mörtelstücke musste bereits der Zugang besonders geschützt werden und Zugangssperrungen rund um den Turm errichtet werden.

Dass eine denkmalschutzgerechte Sanierung des beliebten Ausflugsziels aufwändig und teuer werden würde, war auch klar - hatte doch schon alleine das von der Denkmalschutzbehörde geforderte Sanierungsgutachten eine fünfstellige Summe verschlungen, für die der Harzklub LEADER-Fördermittel erhielt. Das Ergebnis des beauftragten Büros HAZ-Ingenieure: 400.000 Euro - mit dieser Summe muss der Harzklub für eine fachgerechte Instandsetzung rechnen.

Dazu hatten die Gutachter nicht nur Archive, Baupläne und alte Fotos ausgewertet, sondern auch das Objekt mit Hilfe einer Drohne vermessen und ein digitales Abbild erstellt und zahlreiche Materialproben genommen, die chemisch analysiert wurden.

Der Turm ist feucht

Das Fazit der Gutachter: es ist eindringende Feuchtigkeit, vor allem durch Schlagregen, der dem Turm so sehr zusetzt. Der Bismarckturm ist aus Bruchsteinmauerwerk mit Porphyr errichtet, die durch Ziegelelemente gegliedert werden. Durch eindringende Feuchtigkeit und darauf folgenden Frost kam es immer wieder zu Schäden, Rissen und Sprengungen an den Fugen und den Steinen, so dass die Fassade vor allem an der Süd- und Westseite stark beschädigt ist.

Die Gutachter schlagen die Neuverfugung des Natursteinmauerwerks mit einem speziellen, hohen Anforderungen genügenden Mörtel vor. Desweiteren soll das geschädigte Ziegelmauerwerk repariert und teilrekonstruiert werden. Betonzinnen, die bei früheren Reparaturen verwendet wurden, müssen wieder durch Ziegelsteine ersetzt werden.  Die herausragenden Simse sollen mit einem Bleiband abgedeckt werden. Die Wasserspeier (Abläufe) oben an der Plattform sind müssen vergrößert werden. Die marode Decke am Austrittsbauwerk muss ersetzt werden. Auch im Inneren müssen einzelne Abschnitte des Bruchsteinmauerwerks neu verfugt werden; die Treppenstufen aus Beton können wieder instandgesetzt werden.

Gutachter warnen vor exponentieller Vergrößerung der Schäden

Allerdings: eine "Stückelung" der Maßnahmen in verschiedene Abschnitte sei nicht möglich beziehungsweise nicht sinnvoll, so das Gutachten.  Außerdem bestehe akuter Handlungsbedarf, da sich die Schäden exponentiell vergrößern, warnen die Gutachter.

Vor dem Harzklub steht also eine große Aufgabe: jetzt gilt es, Fördermittel ausfindig zu machen. Auf vielen Ebenen, so haben sich Klaus Wiedemann und seine Kollegen vom Harzklub-Vorstand vorgenommen, wolle man versuchen, an Gelder zu kommen, um am Ende diese Sanierung möglich zu machen. Allerdings wird die Corona-Krise das Ganze nicht unbedingt einfacher machen - "man wird sehen, ob überhaupt mittelfristig noch Fördermittel erhältlich sind". Ein einzelner Fördertopf wird für dieses Vorhaben gar nicht reichen, aber Klaus Wiedemann ist optimistisch: "Wir werden Geduld haben und mit einem dünnen Bohrer dicke Bretter bohren müssen."

Ein Grund für seinen Optimismus: die hohe Spendenbereitschaft der Bevölkerung, die der Harzklub immer wieder erfahren hat. Wie viel der Bismarckturm als eines der Wahrzeichen der Stadt Bad Lauterberg bedeutet, wissen aber nicht nur die Einheimischen und die Gäste. Auch bei den hiesigen politischen Entscheidungsträgern genießt das Bauwerk eine hohe Wertschätzung. Jetzt gilt es, gemeinsam nach Lösungen, sprich nach Geld, zu suchen.


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