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Mittwoch, 30. September 2020
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Geschrieben von ski am 15. September 2020
Aktuell

Weltpremiere auf der Königshütte

„Berlin, Berlin – Der Film“ wurde beim Open-Air auf dem Originalschauplatz uraufgeführt

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Hans-Heinrich Hillegeist vom Förderkeis Königshütte begrüßte die Anwesenden
Hans-Heinrich Hillegeist vom Förderkeis Königshütte begrüßte die Anwesenden
Vor Filmbeginn fanden noch Führungen über das Gelände statt - schließlich muss beim Open-Air-Kino erst die Dämmerung hereingebrochen sein, bevor man auf der Leinwand etwas erkennen kann
Vor Filmbeginn fanden noch Führungen über das Gelände statt - schließlich muss beim Open-Air-Kino erst die Dämmerung hereingebrochen sein, bevor man auf der Leinwand etwas erkennen kann
Im fiktiven "Schnitznitz" spielte auch der Jeep eine Rolle...
Im fiktiven "Schnitznitz" spielte auch der Jeep eine Rolle...
Szenenfoto: Constantin Film
Szenenfoto: Constantin Film
Szenenfoto: Constantin Film
Szenenfoto: Constantin Film

Im Sommer 2018 war die Bad Lauterberger Königshütte drei Wochen lang Schauplatz von Dreharbeiten. Die Mühle, die Maschinenhalle, der Brunnen – all das spielt nämlich eine prominente Rolle in dem Roadmovie. Und zwar als das fiktive „Schnitznitz“, von dem wir im Film erfahren, dass es „im östlichen Westharz, neben dem westlichen Ostharz“ liegt. Denn die Hauptdarstellerin „Lolle“ (Felicitas Woll) aus der Serie „Berlin, Berlin“ verschlägt es im Film auf aberwitzige Weise in den Harz, wo sie noch absurdere Situationen bestehen muss. Dass die Filmproduzenten von der Königshütte und vom Harz im Allgemeinen als Drehort begeistert waren, merkt man dem Film an. Wer genau aufpasst, erkennt auch den Heikenberg, die Scharzfelder Einhornhöhle und die Anhöhe bei Sankt Andreasberg wieder. Ein echter Bär tapst übrigens durch die warme Bode…. und zwei im Film benutzte, ganz besondere Fahrzeuge waren sogar am Sonntagabend bei der Premiere vor Ort: der amerikanische Militärjeep des Lauterberger Sammlers Francois Röger, mit dem Bösewicht Motzmann (Armin Rohde) Lolles Verfolgung aufnimmt, und den urigen Traktor vom Agrarmarkt Deppe, mit dem Lolle sich auf den Rückweg nach Berlin machen will.

Das Bad Lauterberger Stadtmarketing und der Förderkreis Königshütte hatten nämlich zum Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020 zum Open-Air-Kino geladen. Eine echte Weltpremiere dieses Films – denn aufgrund der Corona-Pandemie kam er nicht in die Kinos, sondern wurde direkt auf Netflix veröffentlicht. „Es gab nie eine Premiere - für Filmleute ist das natürlich eine Katastrophe“, erklärte Location Scout Andrea Giesel. Sie war es gewesen, die die Königshütte als Schauplatz vorgeschlagen hatte und bei den Führungen über das Gelände vor Filmbeginn erläuterte sie auch den Besuchern, wie und wo welche Szenen gedreht worden waren.

Sämtliche verfügbaren 120 Plätze waren beim Open-Air-Kino belegt (corona-gerecht natürlich mit Abstand), und die Besucher, von denen auch viele Fans der ARD-Serie waren, konnten bei hervorragendem Wetter, kalten Getränken und Popcorn den Film auf der großen Leinwand vor dem Eisenmagazin erleben. Die Technik und Verpflegung mit kalten Getränken und Popcorn wurde von der Kinowelt Herzberg bereitgestellt.

Wiedersehen mit gutgelaunten Protagonisten

Für diejenigen, die die Serie und ihre Figuren nicht kannten, deutete der Film in kurzen Rückblendungen die Vorgeschichte an – denn hier gab es ein großes Wiedersehen mit den Protagonisten, die schon früher im Leben der Hauptfigur für viel Verwirrung gesorgt haben. Dass Lolle nun nicht mehr Anfang 20, sondern 38 und toughe Business-Frau ist, macht ihr Leben nämlich nicht weniger chaotisch – jedenfalls nicht, als im letzten Moment die Hochzeit mit Hart platzt, weil ihre Affäre Sven auftaucht. Dass der Weg vom Altar über Sozialstunden in der Schule zu einem Crystal-Meth-Labor (in der Königshütte!) im Harz und zu einer Nudistensekte im Wald bis zu einem Bären führt, der Lolles Telefon verschluckt, ist da irgendwie folgerichtig. Gut, dass der Film sich dabei keine Sekunde ernst nimmt – noch besser, dass man den Darstellern anmerkt, dass sie sich über das Wiedersehen und die gemeinsame Arbeit freuen. Denn die Serie selbst wurde bereits 2002 bis 2005 gedreht. Die Besucher*innen am Sonntag hatten auf jeden Fall auch viel Spaß  an dem Film – nicht nur wegen der Schauplätze.

Initiative Drehort Harz

Dass der Film hier in Niedersachsen gedreht wurde, geht zurück auf die Filmförderung nord.media, aber auch auf die Initiative „Drehort Harz“, die die drei angrenzenden Bundesländer 2015 auf dem Brocken gegründet haben, um für den Harz als Schauplatz zu werben. Bürgermeister Dr. Thomas Gans war sogar 2016 auf die Berlinale gefahren, um für Bad Lauterberg als Drehort zu werben – mit Erfolg, wie sich zeigte. „Ich bin sehr stolz darauf, dass die Filmleute die Königshütte als Filmkulisse gefunden haben – das macht Bad Lauterberg bekannt und vielleicht besucht uns der eine oder andere Zuschauer“, meinte er. Auch Hans-Heinrich Hillegeist vom Förderkreis Königshütte hofft, dass das Industriedenkmal künftig noch öfter als Drehort genutzt wird. Der Förderkreis Königshütte ist derzeit aber nicht nur dort mit der Maschinenhalle, sondern auch mit der Scholmwehrbrückensanierung beschäftigt – nicht nur deswegen würde sich der Verein über neue, tatkräftige Mitglieder freuen.

Über die Dreharbeiten auf der Königshütte haben wir hier berichtet. Und ein Interview mit der Regisseurin und den beiden Hauptdarstellerinnen haben wir hier geführt.


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