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Mittwoch, 19. Januar 2022
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Geschrieben von ski am 01. April 2021

Aktuell

Über Schnelltests, Ausgangsbeschränkungen und Modellkommunen

Bürgermeister Dr. Thomas Gans zur aktuellen Corona-Lage in Bad Lauterberg

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Die Schnelltests sind bereits eingetroffen
Die Schnelltests sind bereits eingetroffen

Tests für die jüngsten Einwohner/innen der Stadt: Bürgermeister Dr. Thomas Gans freut sich sehr, dass der Rat der Stadt letzte Woche seinem Vorschlag gefolgt ist und Gelder bereitgestellt hat, damit alle Kita-Kinder der Stadt künftig zwei Mal pro Woche getestet werden können. „Mich haben auch einige Kollegen aus anderen Kommunen deswegen angerufen, die das jetzt auch machen wollen“. Aber Bad Lauterberg ist da schon einen Schritt weiter: eine große Palette mit Tests ist bereits angekommen und an die Kitas verteilt worden. Auch das Kita-Personal wird natürlich mit Selbsttests ausgestattet. „Eigentlich kann sich die Stadt das gar nicht leisten“, sagt er, „aber die Sicherheit der Kinder hat hier Vorrang. Es ist für alle Eltern eine sehr schwierige Situation, und wir wollen als Stadt das tun, was uns möglich ist, um für mehr Sicherheit in den Kitas zu sorgen.“ Die kürzlich festgestellten Corona-Infektionen bei zwei Erzieherinnen und einem Krippenkind in einer Kita zeigten, wie wichtig es sei, Infektionsketten zu unterbrechen, möglichst bevor die Kinder diese in der Kita weitergeben oder von dort mit nach Hause bringen.

Für das eigene Personal hat die Stadt bereits seit einem Jahr Maßnahmen ergriffen: „Wir haben die Belegschaft in drei Teile aufgeteilt. Etwa ein Drittel arbeitet im Home-Office, die anderen beiden Drittel sind räumlich so weit wie möglich getrennt und sollen sich möglichst nicht begegnen.“ So soll vermieden werden, dass die Stadtverwaltung – wie gerade in Bad Sachsa geschehen – durch Infektionen bei den Beschäftigten lahmgelegt wird und komplett geschlossen werden muss. Zusätzlich wird auch das Personal künftig zwei Mal die Woche Selbsttests machen. Freiwillig, versteht sich – „aber ich hoffe, dass alle so verantwortungsbewusst sind, von diesem Angebot auch Gebrauch zu machen.“

"Ausgangsbeschränkungen darf nur der Landkreis erlassen"

Vor dem Hintergrund aktuell steigender Infektionszahlen in Bad Lauterberg sei auch er sehr besorgt. „Das ist natürlich ein beängstigend schneller Anstieg, so wie wir ihn bei der ersten Welle gesehen haben. Ich habe jedoch keine Informationen darüber, wo die Infektionen herkommen, und wie die Übertragungen stattfanden.“ Die Stadt tue alles, was in ihrer Macht stehe, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. „Wir haben die Tests beschafft und der Landkreis hat auf unseren Vorschlag die Maskenpflicht in unserer Innenstadt und auf dem Traumspielplatz zeitlich ausgeweitet – das sind die Orte, an denen sich hier ja auch die meisten Menschen treffen.“
Die vieldiskutierten und von manchen Bürgern geforderten nächtlichen Ausgangssperren könne die Stadt dagegen gar nicht verhängen: „Das kann nur der Landkreis verordnen – wir können und dürfen da gar nichts entscheiden.“ Die niedersächsische Verordnung regelt, dass Landkreise ab einer Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen Ausgangsbeschränkungen erlassen können, ab einer Inzidenz von 150 diese erlassen sollen. Dabei ist aber jeweils der Inzidenzwert des gesamten Landkreises maßgeblich, nicht der einzelnen Kommunen. „Das liegt nicht in der Hand der Stadt. Ich kann dazu auch nur meine persönliche Meinung sagen: In Großstädten mag das anders sein, aber ich glaube nicht, dass nächtliche Ausgangsbeschränkungen bei uns in Bad Lauterberg einen Unterschied im Infektionsgeschehen bewirken könnten“, so Gans.

Voraussetzungen für Modellkommune nicht gegeben

Andere Bürger/innen haben dagegen nachgefragt, ob sich Bad Lauterberg nicht auch als Modellkommune für Öffnungen bewerben könne. „Doch dazu muss ich ganz klar sagen: die Voraussetzungen, die das Land dafür vorschreibt, sind bei uns einfach nicht gegeben. Man braucht ein Testzentrum vor Ort mit großen Testkapazitäten, man braucht eine wissenschaftliche Begleitung und Untersuchung, man benötigt außerdem extrem viel Personal – es müssten ja täglich Security-Leute an sämtlichen Zugängen zur Hauptstraße stehen und dürften nur Leute mit eine tagesaktuellem Negativtest hereinlassen. Das ist für uns als kleine Kommune gar nicht leistbar.“
Zumindest ein Testzentrum will der Bürgermeister jedoch auf jeden Fall in Bad Lauterberg haben: „Ich führe deswegen natürlich schon längst Gespräche, um einen Betreiber zu gewinnen.“ Es erweise sich jedoch als äußerst schwierig, auch nur die benötigten Informationen von den beteiligten Stellen zu erhalten, welche Voraussetzungen denn dazu erfüllt sein müssen. Auch für die Stadtverwaltung selbst sei es ja oft schwierig, den Überblick über die vom Land verordneten Maßnahmen zu behalten: „In der Pressekonferenz wird dann etwas verkündet und bei uns rufen die Geschäftsleute an und fragen, was denn ab jetzt für Vorschriften gelten sollen. Und wir müssen dann sagen, das wissen wir auch noch nicht – wir haben noch gar keine Verordnung darüber erhalten. Wenn die Verordnung am Samstagmittag kommt und wir sollen die neuen Regeln ab Montagfrüh umsetzen – wie soll man sich da denn vorbereiten?“

Dass auch die Bürger/innen manchmal nicht mehr wissen, was denn nun eigentlich gilt, und sich nicht mehr im Dschungel der sich ständig ändernden Vorschriften auskennen, dafür hat Gans Verständnis. „Es ist jetzt schon ein Jahr Pandemie, das hat allen viel abverlangt. Die Menschen sind ausgelaugt, erschöpft und auch genervt. Es bleibt uns lediglich zu hoffen, dass wir baldmöglichst alle geimpft werden können. Ich kann nur an alle appellieren, noch weiter durchzuhalten und sehr, sehr vorsichtig zu sein.“ Der Bürgermeister erinnert an die Kontaktbeschränkungen über Ostern: „Bitte feiern Sie Ostern gemütlich im engsten Familienkreis – und erholen Sie sich gut. Ich wünsche allen Bad Lauterbergerinnen und Bad Lauterbergern ein paar schöne, geruhsame Feiertage!“





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