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Montag, 16. Mai 2022
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Geschrieben von ski am 31. Oktober 2021
Aktuell

Infotafel zur Helmetalbahn aufgestellt

In Osterhagen begann die Trasse, die 1944 von KZ-Häftlingen gebaut wurde

Burkhardt Schmidt und Firouz Vladi (Verein Spurensuche Südharz / Karstwanderweg) und Bürgermeister Dr. Thomas Gans enthüllten die neue Tafel am Bahnübergang Osterhagen
Burkhardt Schmidt und Firouz Vladi (Verein Spurensuche Südharz / Karstwanderweg) und Bürgermeister Dr. Thomas Gans enthüllten die neue Tafel am Bahnübergang Osterhagen
Die Tafel informiert über die Helmetalbahn und die lokale Eisenbahngeschichte
Die Tafel informiert über die Helmetalbahn und die lokale Eisenbahngeschichte

In Osterhagen wurde am Freitag, 29.10.2021, eine neue Gedenktafel enthüllt. Sie erinnert an den Osterhagener Bahnhof, vor allem aber an die Trasse der "Helmetalbahn" die dort ihren Anfang nahm und nach Nordhausen führen solle. Rund 2.000 KZ-Häftlinge mussten dort im letzten Kriegsjahr 1944/1945 schuften, um die Entlastungsstrecke zur Südharztrasse zu errichten. Dazu wurden vom Konzentrationslager Dora Außenlager in Osterhagen und Nüxei errichtet. Hunderte von Häftlingen kamen dabei ums Leben. Die 22 Kilometer lange Trasse wurde durch die mörderische Ausbeutung der Arbeitskraft und Gesundheit der Häftlinge nur mit primitiven Hilfsmitteln und fast ohne Maschinen errichtet. Die Strecke wurde in den letzten Kriegstagen zwar fast fertiggestellt, aber nie in Betrieb genommen; sie wurde, da sie an der Zonengrenze lag, schon sehr bald wieder abgebaut.

Heute ist vom Bahnhof Osterhagen und von der ehemaligen Helmetaltrasse praktisch nichts mehr zu sehen. Der Verein Spurensuche im Südharz e.V. hat nun eine Informationstafel gestiftet, die diesen Teil der Lokalgeschichte sichtbar macht. Eigentlich war ein Gedenkweg entlang der damaligen Streckenführung geplant, berichtet Firouz Vladi, der auch ein Buch über den Bau der Helmetalbahn geschrieben hat. Doch der Gedenkweg scheiterte an den Eigentümern der Liegenschaften, die nicht alle davon überzeugt werden konnten, ihren Grund zur Verfügung zu stellen. Doch das Projekt Gedenkweg ist noch nicht gestorben: nun ist ein Rundweg über Nüxei geplant, der zumindest auf einem Teil der Trasse entlangführt.

Vladi hat für die Recherche des Themas auch Zeitzeugen aus Osterhagen befragt, die damals Kinder waren. Manche konnten sich noch an die Baracken des Lagers erinnern, das damals als das schlimmste im Südharz galt. Es wurde, ebenso wie das Lager Nüxei, nach Kriegsende schnell abgebaut und heute erinnert nichts mehr daran, es gibt bislang dort keine Inschrift und keinen Gedenkstein.

An die Helmetalbahn, ihre Geschichte und an das Leiden der Häftlinge erinnert nun die neue Tafel. Sie wurde am Bahnübergang Osterhagen aufgebaut, wo zuvor eine alte, längst verblichene Ortsinfotafel einer nicht mehr existenten Firma gestanden hatte. Als seine letzte offizielle Amtshandlung hat Bürgermeister Dr. Thomas Gans sie zusammen mit Firouz Vladi und Burkhardt Schmidt vom Verein Spurensuche Südharz e.V. / Karstwanderweg e.V. enthüllt. Er bedankte sich bei Vladi und Schmidt für ihr großes Engagement in Sachen Gedenken an die Helmetalbahn und drückte seine Hoffnung aus, dass auch der geplante Gedenkwanderweg in die Tat umgesetzt werden kann.


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