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Mittwoch, 29. Juni 2022
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Geschrieben von ski am 23. Juni 2022
Aktuell

Hier fuhr noch die Dampflok zur Grube

Neue Dennert-Tanne erinnert an die Waage der Barytbahn im Luttertal

Dr. Nicole Fröhlich und Karl-Heinz Winter enthüllten die neue Dennert-Tanne
Dr. Nicole Fröhlich und Karl-Heinz Winter enthüllten die neue Dennert-Tanne
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Bis 1973 gab es sie noch: die sogenannte Barytbahn im Luttertal. Sie beförderte den Schwerspat aus den Gruben „Johanne Elise“, „Hoher Trost“ und „Wolkenhügel“ über zehn Kilometer Strecke im Krummen Luttertal bis zur Aufarbeitungsanlage nach Lauterberg und ersetzte damit ab 1905 nicht nur die Pferdefuhrwerke: „In den ersten Jahren haben die Bergleute auch vor Ort bei den Gruben geschlafen, da der Nachhauseweg zu weit war“, erläuterte Karl-Heinz Winter, der fachkundige Stadt- und Wanderführer. Durch den Bau der Bahn mit Spurweite 750 mm wurde dann nicht nur das Baryt (Bariumsulfat), sondern auch die Bergarbeiter transportiert. Kurz vor der Gaststätte Quellmalz stand die Waage, mit der das gewonnene Material gewogen wurde. An die Grubenbahn und an die Waage erinnert nun eine Dennert-Tanne, die ebendort neu errichtet wurde. Der Text der Tafel stammt von Hans-Heinrich Hillesgeit und Wilfried Ließmann, gestiftet wurde sie von Dr. Nicole Fröhlich. Die Heimatgruppenwartin des Harzklub Bad Lauterberg hat nämlich eine besondere Beziehung zur Barytbahn: ihr Großvater Heinz Fröhlich war der letzte Dampflokführer, der bis 1972 auf der Dampflok „Johanne Elise“ die Schmalspurbahn befuhr. Diese Dampflok kann man übrigens heutzutage in Prora bewundern. Demnächst soll es auch eine Buchveröffentlichung über die Barytbahn geben.

Auch wenn sie nun schon lange nicht mehr existiert, ist die Barytbahn vielen Lauterbergern noch in Erinnerung. Bei der Enthüllung der Dennert-Tanne am 22.06.2022 bedankte sich Bürgermeister Rolf Lange im Namen der Stadt und verriet, dass er sich selbst noch daran erinnern kann: „Ich habe die Dampflok noch fahren sehen, als ich als kleiner Junge an der Lutter gespielt habe“. Nach dem Ende der Barytbahn wurde der Schwerspat mit Lastwagen transportiert, bis im Jahr 2007 auch der Bergbau in der letzten verbliebenen Grube, der Grube Wolkenhügel, eingestellt wurde. Zwar gibt es dort durchaus noch Vorkommen von Bariumsulfat, der Anteil am Gestein ist jedoch zu niedrig, um wirtschaftlich abgebaut zu werden. Heute verarbeitet die in Bad Lauterberg ansässige Deutsche Baryt-Industrie Schwerspat, der vor allem aus China und Nordafrika stammt. Verwendung findet das Material für Farben und Lacke, unter anderem auch, um beispielsweise Röntgenräume strahlenundurchlässig zu machen.  

Dennert-Tannen sind gelb-grüne, tannenförmige Informationstafeln, die über die Bergbaugeschichte und andere wesentliche historische Aspekte ihres Standorts informieren. Benannt wurden sie nach Oberbergrat Herbert Dennert, der sich für den von Bergbaudenkmälern einsetzte.


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