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Dienstag, 17. Mai 2022
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Geschrieben von Boris Janssen am 05. April 2016
Aktuell

Große Geburtstags-Gesellschaft auf dem Boulevard

Die Buchhandlung Moller hat ihr 125-Jähriges Jubiläum gefeiert – mit vielen, vielen Gästen

Die Dealerin und ihre Stofflieferanten: Die Autoren (v.l.) Helmut Exner, Kathrin R. Hotowetz, Roland Lange und Hans-Joachim Wildner gratulierten Susanne Kinne (2.v.r.) zum Jubiläum und zur Geschäftsübernahme.
Die Dealerin und ihre Stofflieferanten: Die Autoren (v.l.) Helmut Exner, Kathrin R. Hotowetz, Roland Lange und Hans-Joachim Wildner gratulierten Susanne Kinne (2.v.r.) zum Jubiläum und zur Geschäftsübernahme.
Im edlen Gewande boten die dienstbaren Geister der ehedem Mittag’schen Buchhandlung perlenden Schaumwein und anderes Labsal dar.
Im edlen Gewande boten die dienstbaren Geister der ehedem Mittag’schen Buchhandlung perlenden Schaumwein und anderes Labsal dar.
Dieser werte Gast hätte bei der Torte ruhig öfter zugreifen sollen.
Dieser werte Gast hätte bei der Torte ruhig öfter zugreifen sollen.
Freya Moller hat das richtige Rezept für einen gedeihlichen Umgang mit Stormtroopern…
Freya Moller hat das richtige Rezept für einen gedeihlichen Umgang mit Stormtroopern…
…Küsschen geben, du musst!
…Küsschen geben, du musst!

Was für eine illustre Gästeschar: Ein Pinguin und ein Sternenkrieger, ein knöchernes Gerippe und die Bläser der Kreismusikschule um Heiner Hunke, die erste Garde der regionalen Autorenszene, vor allem aber unzählige Freunde und treue Kunden aus Bad Lauterberg und Umgebung haben am Samstag (02.04.2016) mit der Buchhandlung Moller deren 125-jähriges Jubiläum gefeiert. Sie alle wollten es sich nicht nehmen lassen, Susanne Kinne, Freya Moller und ihrem Team zum großen Firmengeburtstag zu gratulieren und Susanne Kinne für die Zukunft viel Erfolg zu wünschen – schließlich hatte sie zum eigentlichen Jubiläumstag am 1. April das Geschäft offiziell von ihrer Mutter übernommen.

Im stilechten historischen Gewand stieß das Team der Buchhandlung mit seinen Gästen an. Kinnes Kollegen vom Mordsharz-Festival hatten außerdem eine große, mordsmäßige Torte spendiert, die weitaus bekömmlicher war, als ihr „blutgetränktes“ Aussehen befürchten ließ. Der Südpolbewohner und der Kämpfer aus einer weit, weit entfernten Galaxis waren mitsamt einer großen Ladung Popcorn von den Herzberger Central-Lichtspielen entsandt worden. Und die versammelte Autorenschaft erfüllte gerne die Wünsche nach signierten Büchern – vor allem konnte Helmut Exner in den Exemplaren seines eigens zum Jubiläum geschaffenen Bad-Lauterberg-Krimis ganze Kugelschreiber leersignieren.

Natürlich feierten die Buchwichtel bis zum späten Nachmittag und am folgenden verkaufsoffenen Sonntag noch weiter. Aber weil es die Fans des kleinen Buchladens offenbar eilig hatten und außerdem das strahlende Frühlingswetter regelrecht auf den Boulevard zog, trafen sich alle schon am Samstagvormittag, um vor dem Geschäft zu feiern. Da wurde das Durchkommen auf der Hauptstraße zeitweise ganz schön schwierig.

 

Ein Teil des „besten Buchhandelssystems der Welt“

Das beeindruckte auch Carola Markwa. Die Geschäftsführerin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Nord freute sich mit dem Moller-Team über den großen Zuspruch. Und sie ist überzeugt, dass in dem urigen Laden das richtige Konzept für die Zukunft verfolgt wird – mit einem „einfach authentischen“ Geschäft vor Ort, einem modernen Onlineauftritt inklusive Shop im Internet, dem Engagement in der Ausbildung und einer Spezialisierung auf Regionales.

Denn Regionalkrimis zum Beispiel könnten helfen, neue Lesergruppen zu erschließen und mit ihrer identitätsstiftenden Wirkung auch zu binden. Besonders wichtig sei es aber, sich den Bedürfnissen der Kunden anzupassen, im Sortiment wie im Service, findet Markwa. Viele schätzten einerseits die persönliche Beratung. Andererseits freuten sie sich, wenn sie ihre Lieblingsbuchhandlung jederzeit von überall her erreichen könnten – gerne auch mit dem Smartphone direkt vom Sofa oder aus dem Freibad. Dafür, dass so eine Kombination auch kleinen Betrieben recht einfach möglich ist, sorgt unter anderem der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der als weltweit einziger Wirtschaftsverband alle drei Handelsstufen – Hersteller, Zwischenhandel, Einzelhandel – unter einem Dach versammelt. Nicht zuletzt dank dieses Zusammenhalts hätten sich die deutschen Buchhändler gegen Amazon und Co. bisher ganz gut behaupten können, erklärt Markwa. „Dabei hatten wir schon mit dem Online-Riesen aus Seattle zu tun, da wussten die Schuhhändler noch gar nicht, dass es das Internet gibt.“

Freilich sähe das ohne Buchpreisbindung schon ganz anders aus, gesteht sie. Dieser staatliche Eingriff in den Markt sei schlicht erforderlich, wenn man die kulturelle Vielfalt erhalten wolle. So sind zwar in Deutschland Bücherschnäppchen kaum möglich, dafür aber gebe es hier ein riesiges Angebot und das beste Buchhandelssystem der Welt, sagt Carola Markwa selbstbewusst: „Wo gibt es das sonst schon, dass man flächendeckend 800.000 Titel über Nacht geliefert bekommen kann?“ Das gibt’s wohl nur in Deutschland, zum Beispiel bei den Buchwichteln aus Bad Lauterberg.      


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