.

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Mittwoch, 17. August 2022
Login



Geschrieben von ski am 19. Juni 2016
Aktuell

Der magische erste Abijahrgang

Am Samstag erhielten die ersten 27 Schülerinnen und Schüler ihr Abizeugnis an der KGS

b_590_0_16777215_00_images_stories_com_form2content_p19_f5027_371.jpg
Christoph Karpstein und Manuela Demuth als Professoren an der Zauberschule
Christoph Karpstein und Manuela Demuth als Professoren an der Zauberschule
Auch die Lehrer brachten den Schülern ein ganz besonderes Ständchen
Auch die Lehrer brachten den Schülern ein ganz besonderes Ständchen
Die Abirede hielten Severin Pilz (li.) und Devin Kneusels
Die Abirede hielten Severin Pilz (li.) und Devin Kneusels
Die drei Jahrgangsbesten: Jonathan Berger, Annika Wicke, Julian Oster (von li.)
Die drei Jahrgangsbesten: Jonathan Berger, Annika Wicke, Julian Oster (von li.)
Ein feierlicher Moment: Quaste auf der linken Seite, denn jetzt hat man das Zeugnis erhalten
Ein feierlicher Moment: Quaste auf der linken Seite, denn jetzt hat man das Zeugnis erhalten
Abiband und Abichor
Abiband und Abichor
Und am Abend: der Abiball im Kurhaus
Und am Abend: der Abiball im Kurhaus

Ob mit dem magischen Schnitt von 1,1 oder mit vier wie durch Zauberei bestandenen Nachprüfungen – alle 27 Schüler, die angetreten waren, konnten ihr Reifezeugnis entgegennehmen. „H´abi Potter – 12 Jahre lang durchgemuggelt“ lautete das Motto, das sich der Jahrgang gegeben hatte, und die Entlassfeier am Samstag (18.06.16) stand derjenigen in der berühmten Zauberschule Hogwarts in nichts nach.

Zur Filmmusik von Harry Potter marschierten die Abiturienten in die Aula der KGS – stilecht im Talar, mit Absolventenhut, Quaste auf der rechten Seite.
Schulleiter Rainer Jakobi war der Stolz auf seine Schüler und seine Schule anzusehen: „Dass ich heute hier stehen darf, ist für mich einer der glücklichsten Tage in meiner Lehrerkarriere“. Und er konnte sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass die Schülerzahlen an der KGS steil nach oben gehen: statt der prognostizierten 26 Anmeldungen für den Gymnasialzweig sind es im kommenden Schuljahr über 50 Kinder in drei Gymnasialklassen, und sieben fünfte Klassen wird die KGS insgesamt haben.

Das historische Ereignis, auf das alle 40 Jahre lang gewartet haben

Nach vierzig Jahren und drei gescheiterten Versuchen kam im März 2013 endlich die Nachricht, dass die Sekundarstufe II an der KGS genehmigt wurde. Jetzt hat der erste Jahrgang sein Abitur vollendet – klar, dass bei so einem historischen Ereignis viel Prominenz da war und dementsprechend viele ausufernde Reden geschwungen wurden, die an den mühevollen Weg zur Oberstufe an der KGS erinnerten.
Dr. Jan Eckhoff von der Landesschulbehörde Braunschweig lobte: „Das erste Abitur macht immer die ganze Schule – Sie haben es großartig gemacht“. Der Elternratsvorsitzende Wolfram Schütte freute sich: „Die KGS hat die Feuerprobe bestanden“. Und Bürgermeister Dr. Thomas Gans gratulierte: „Ihr seid die Ersten, die Einzigartigen, die Besten, die großartigsten Abiturienten – auf euch haben wir schließlich vierzig Jahre lang gewartet“.

Blockflötespielen, Geständnisse und ganz viel Rührung

Bei der Einführung der Oberstufe galt es natürlich, viel zu organisieren und zahlreiche Fragen zu klären – und Gunnar Demuth, der Leiter des Gymnasialzweigs, war immer erreichbar, regelte alles und versandte sogar noch Mails um Mitternacht an seine Abiturienten. Für diese Mühe rächte er sich bei der Abifeier, indem er Auszüge aus den Grundschulzeugnissen der Abiturienten verlas und an längst verdrängte Hobbys wie Blockflötespielen und die Pippi-Langstrumpf-AG erinnerte.

Unerwartete Geständnisse kamen von den Tutoren, äh, Professoren Manuela Demuth und Christoph Karpstein, die mit „Expecto Rede“ eine Ansprache aus dem Hut zauberten: „Liebe Abiturienten, wir verachten euch…. Weil ihr jahrelang so getan habt, als würdet ihr englische Grammatik nicht verstehen, weil ihr trotz Abi keinen Wecker bedienen könnt und weil ihr im Gegensatz zu uns heute euren letzten Tag an der Schule habt – und nicht zuletzt weil ihr jünger seid und besser ausseht.“ Aber es gibt auch eine andere Seite: „Wir verehren euch, weil ihr in der Lage seid, wenig zu wissen und viel zu schreiben, weil ihr die sieben Harry Potter-Bücher auswendig gelernt habt und weil ihr uns unseren Tutoren-Job wirklich einfach gemacht habt….Und wir werden euch vermissen, weil ihr ganz tolle Persönlichkeiten seid“.  Das war nicht der einzige Moment der Feier, in welchem sich Schüler, Lehrer, Eltern und Schulleiter gleichermaßen die Tränen der Rührung verdrücken mussten.
Denn auch den Schülern fällt der Abschied schwer: „ Die Tutoren sind mit uns durch Höhen und Tiefen gegangen, ohne jemals ihren Humor zu verlieren“, sagte Devin Kneusels in seiner Ansprache, und an seine Mitschüler gewandt: „Wir sind durch dick und dünn gegangen, wir werden immer ein Teil voneinander sein. Aber wir haben das Beste noch vor uns – wir können alles schaffen“.
Das ganz besondere Verhältnis von Schülern und Lehrkräften zeigte sich auch bei der Verleihung der zahlreichen Auszeichnungen, wo manch einem Lehrer bei der Laudatio gleich die Stimme vor lauter Emotionen versagte.

Ehrungen und Auszeichnungen

Von Karl-Heinz Hausmann MdL als Vertreter des Landkreises wurden die beiden Jahrgangsbesten geehrt. Der erst 16-jährige Jonathan Berger war nur ganz knapp an der 1,0 vorbeigeschrammt und hat nun einen Schnitt von 1,1 erzielt. Im berüchtigten Mathematikabitur hatte er volle 15 Punkte erreicht – wohlgemerkt, bevor der Bewertungsmaßstab nach unten angepasst wurde: er hat also faktisch die Skala gesprengt. Das zweitbeste Zeugnis schaffte Julian Oster mit einem Schnitt von 1,6. Dr. Thomas Gans konnte die Ehrung der Stadt für das drittbeste Abizeugnis an Annika Wicke für ihren Durchschnitt von 1,7 überreichen.

Stilechte Zeugnisverleihung

Dann ging es endlich an die eigentliche Verleihung der Zeugnisse. Auch hier traten die Schüler stilecht auf die Bühne und drapierten nach Erhalt des Zeugnisses die Quaste am Hut feierlich auf die linke Seite. Und spätestens, als alle Schüler ihre Hüte nach amerikanischem Vorbild in die Luft warfen, gab es wieder feuchte Augen beim Publikum.

Dieser erste Abi-Jahrgang hat ganz sicher Maßstäbe gesetzt - und die Messlatte ganz schön hoch gehäng. Die Gestaltung der Abi-Zeitung, die Katalogformat und -umfang hat, der Abiball am gleichen Abend im Kurhaus, die mitreißende Abiband, der Abistreich, die einzigartige Gestaltung der Entlassfeier mit den Talaren, was dem Ganzen eine ganz besondere Atmosphäre verlieh: alle weiteren Abijahrgänge werden sich ganz schön anstrengen müssen, um es dem ersten, besten, großartigsten, ja, magischsten Abijahrgang gleichzutun.
Allerdings, eine Sache können die Nachfolger doch relativ leicht verbessern: mit fast dreieinhalb Stunden, was ausschließlich den vielen Grußworten geschuldet war, war die Entlassfeier trotz der abwechslungsreichen Gestaltung doch deutlich zu lange. Nicht nur für die Klasse 6H, die geduldig auf ihren Einsatz wartete und mit Trommelstück und Chorgesang die Feierlichkeit begleitete, sondern auch für viele Gäste, die ja im Gegensatz zu Schülern nicht gewohnt sind, stundenlang auf einem harten Stuhl zu sitzen und zuzuhören. Da hätte sich manch einer einen Zeitumkehrer gewünscht....oder wenigstens einen Zauberstab, um sich ein Sitzkissen zu zaubern.

Die 27 frischgebackenen Absolventen der Zauberschule KGS:

Maximilian Karger, Carolin Knocke, Julian Oster, Laurids Schütte, Jonathan Berger, Severin Pilz, Fenja Darby, Enes Koyuncu, Antonio Leonhardt, Theresa Benneckendorf, Samira Flessel, Paula Lunk, Josefine Neidhardt, Ronja van der Horst, Annika Wicke, Johanna Rieger, Anne Pietsch, Devin Kneusels, Svea Leifheit, Sophie-Anneliese Konradi, Jessica Apel, Kira Depping, Kiethzani Kirubaggaran, Kim-Theresé Baltzer, Lisa Renner, Susann Willig, Ayla Ercan.


.................................................................................................................................................

Bild der Woche