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Samstag, 28. Januar 2023
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Geschrieben von Boris Janssen am 28. April 2013
Aktuell

Rülpser aus der Drachenhöhle

Grundschüler und Kita-Kinder entwickeln gemeinsam ein Theaterstück – Projektwoche an der Grundschule Bartolfelde

Der Gärtner muss seine Blumen aufpäppeln.
Der Gärtner muss seine Blumen aufpäppeln.
Ein Schwarm Frösche.
Ein Schwarm Frösche.
Auch Handpuppen gehören zum künstlerischen Repertoire.
Auch Handpuppen gehören zum künstlerischen Repertoire.
Sternentanz.
Sternentanz.
Hurra, der König hat seinen Nachfolger gefunden – und wie im Märchen üblich gleich noch verheiratet.
Hurra, der König hat seinen Nachfolger gefunden – und wie im Märchen üblich gleich noch verheiratet.
Geschafft! Die Premiere ist super über die Bühne gegangen.
Geschafft! Die Premiere ist super über die Bühne gegangen.
Eltern, Geschwister, Omas und Opas – die vollbesetzte Turnhalle.
Eltern, Geschwister, Omas und Opas – die vollbesetzte Turnhalle.

Mit einem Scheinwerfer, mehreren Puppen und einem Kleinbus voller Bastelmaterial hatte es am Montag begonnen. Zum Schluss am Freitag (26.04.2013) gab es eine echte Theaterpremiere vor vollbesetztem Haus. Dazwischen lagen viele kreative Stunden, ein intensives Erlebnis für alle Beteiligten. Eine ganz besondere Projektwoche an der Grundschule Bartolfelde.

Für ihr außergewöhnliches Theaterprojekt hatte sich die Schule einige Gäste eingeladen. Auch die „großen Kinder“ aus dem Bartolfelder Kindergarten nahmen daran teil. Und als professionelle Unterstützung kamen drei Fachfrauen aus Nordhausen: vom Jungen Theater Leiterin Bianca Sue Henne sowie Tanzpädagogin Daniela Zinner und von der Jugendkunstschule Leiterin Martina Degenhart. In den fünf Tagen brachten die drei zusammen mit den Lehrkräften, etlichen engagierten Helfern aus den Elternreihen und den fast 60 Kindern ein halbstündiges Märchen auf die Bühne.

 

„Kinder haben selbst Regie geführt“

Obwohl, eigentlich waren es ja die Kinder alleine. Die Erwachsenen betonten zur Aufführung immer wieder, die Kinder hätten alles selbst entwickelt. Na gut, die Geschichte und ein paar Musikstücke haben die Pädagoginnen aus Nordhausen schon mitgebracht. Aber die Inszenierung, das Bühnenbild, die Choreografie von Tänzen hätten die Kinder tatsächlich allein ersonnen. Was sagt ein König zu seinen Untertanen? Wie sieht eine Drachenhöhle aus? Wie lassen sich Wellen darstellen?

„Die Kinder haben selbst Regie geführt“, sagte Bianca Sue Henne. „Wir haben ihnen dabei möglichst viel Freiraum gelassen.“ So seien zum Beispiel die Texte weitestgehend improvisiert gewesen. Die Kinder konnten ihre Ideen auch überall miteinbringen: Jeder durchlief die drei Gruppen Schauspiel, Tanz und Ausstattung und am Ende stand jeder mit auf der Bühne.

Auf der suchte ein amtsmüder König einen Nachfolger. Und wie das im Märchen so ist, musste sich der Kandidat durch Lösen anspruchsvoller Aufgaben erst einmal für das Königsamt qualifizieren. Unter anderem hatte er einen dreiköpfigen Drachen von seinem Schluckauf zu befreien. Die jungen Regisseure schickten den Jüngling mit Wasser aus einer Heilquelle zum arg Gepeinigten. Der trank das Wasser, tat mehrere beherzte Rülpser – und schwupps, der Schluckauf war weg.

 

Spende aus Erlös der 750-Jahr-Feier

Die Kinder präsentierten ihr ganz persönliches Theaterstück mit viel Spaß und sichtbarem Stolz. Umso mehr freute es ihre Gäste aus Nordhausen und Schulleiterin Nicole Kahlert-Pendzialek, dass um die 200 Zuschauer in die Turnhalle der Schule gekommen waren – und sich kräftig amüsierten. Da hatte sich der ganze Aufwand einmal mehr gelohnt. Immerhin war die Projektwoche nur durch eine großzügige Spende möglich: Der Verein „Kirche im Dorf“ steuerte einen Teil des Erlöses aus der Bartolfelder 750-Jahr-Feier bei.

Fast drei Jahre nach dem Fest bescherte das Dorfjubiläum der Schule also eine spannende Projektwoche, bei der selbst die Schulleiterin noch etwas gelernt hat. Neben all den kreativen Ideen beeindruckte Nicole Kahlert-Pendzialek vor allem das Sozialverhalten der jungen Künstler: „Ich war erstaunt, wie toll die Kinder miteinander umgegangen sind, wie sie sich gegenseitig geholfen und unterstützt haben.“ Und wie gerade auch jene Kinder besonders begeistert dabei gewesen seien, die im normalen Unterricht vielleicht etwas stiller sind.

Aber auch für die drei Gastlehrinnen war die Woche schon etwas Besonderes. „In dem Stück steckt ganz viel Persönlichkeit von den Kindern“, sagte Bianca Sue Henne. „Wir haben sie wirklich intensiv kennengelernt.“ Mit diesen Erfahrungen, ihren Handpuppen und dem Scheinwerfer setzten sich die Nordhäuserinnen wieder in ihren Kleinbus. Die gebastelte Ausstattung aber schenkten sie den Schülern. Denen wird bestimmt allerhand Kreatives einfallen, was man damit noch so anstellen könnte.


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