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Geschrieben von ski am 11. Mai 2013
Aktuell

Lutterbergschule: Eltern und Lehrer kämpfen weiter

Im Februar beschloss der Kreistag die Schließung der Lutterbergschule zum Schuljahresende 2013/1014. Doch viele Lehrer, Eltern und Schüler wollen die Lutterbergschule erhalten und geben sich noch nicht geschlagen.

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Sie fordern, dass die Umsetzung der Inklusion - ab dem kommenden Schuljahr können die Eltern von Erst- und Fünftklässlern wählen, ob ein Kind mit Förderbedarf in die Regelschule oder in die Förderschule eingeschult werden soll - nicht einfach als bequeme Gelegenheit zum Geldsparen gesehen wird. Doch genau darum ging es der Kreisverwaltung, die die Lutterbergschule eigentlich schon dieses Jahr schließen wollte: Einsparungen in Höhe von 150 000 Euro pro Jahr erhofft sich die Kreisverwaltung.

Die Lehrergewerkschaft GEW glaubt nicht an diese Summe: die Einsparungen würden zum Teil Makulatur wenn sich der von der Kreisverwaltung erhoffte Anteil Schüler, die schließungsbedingt spontan ins Regelschulsystem wechseln werden, nicht einstelle und deutlich mehr Schüler als geplant nach Osterode zu befördern seien. Auch führt der Kreis an, dass ansonsten 370 000 Euro Umbaukosten anfielen, um die Lutterbergschule behindertengerecht auszustatten. Absurd, so die GEW: schließlich handele es sich bei der Lutterbergschule um eine Förderschule Lernen. Noch nie sei dort ein Kind mit erheblicher Körperbehinderung beschult worden - ein rollstuhlgerechter Umbau sei also völlig unnötig.

Zudem warnt die Gewerkschaft vor erhöhten Kosten für Jugendhilfemaßnahmen, wenn durch den Schulwechsel - die jetzigen Lutterbergschüler, sollen künftig in der Wartbergschule Osterode oder eben an Regelschulen beschult werden - Kinder und Jugendliche aus der Bahn geraten.

"Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf, wie es die Kreisverwaltung plant, auf zeitaufwändige Odysseen per Bus, Bahn und Kleinbus durch den ganzen Landkreis schicken zu wollen, wäre inhuman", so Walter Ziegler, GEW-Pressesprecher. Und er fordert: "Die gesetzlich eingeführte und in Niedersachsen in den kommenden Jahren  umzusetzende Inklusion darf nicht vermischt werden mit dem Schicksal der heute die Lutterbergschule besuchenden Schülerinnen und Schüler. Sie haben ein Recht, ihre Schulzeit unter verlässlichen Bedingungen in einem für sie geordneten Rahmen zu Ende zu bringen."

Benötigt werde eine zukunftsfähige Planung, wie die Inklusion umzusetzen sei - und erst am Ende dieses Planungsprozesses könne die Frage nach Standorten, Schließungen und Förderzentren in einem Schulentwicklungskonzept beantwortet werden.

Ähnlich sieht es Rita Vorjohann, Vorsitzende des Eltern- und Förderervereins der Lutterbergschule: "Nur aus finanziellen Motiven wird einem verlässlichen, funktionierenden Schulgebilde übereilt das Aus erklärt. Also viel früher, als vom Gesetzgeber vorgesehen - und ohne vorherige Einbeziehung der Schulelternschaft, die bis zum heutigen Tage nicht erfolgte." Besonders wütend mache viele Beteiligte dabei, dass hier gerade Kinder mit besonderem "Kümmerungsbedarf" betroffen sind, so erklärt sie in einer Stellungnahme.

Eltern und Lehrer wollen sich jedenfalls nicht damit begnügen, dass der Kreistag nur ein Jahr Galgenfrist für die Lutterbergschule gewährte. Beim kürzlichen Besuch der Landesregierung in Bad Lauterberg machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam - an der derzeitigen Beschlusslage könnte allerdings nur der Kreistag etwas ändern.

Die Stellungnahme vom GEW-Kreisverband Osterode finden Sie hier.
Die Stellungnahme vom Eltern- und Fördererverein der Lutterbergschule finden Sie hier.

Unsere Berichterstattung zum Thema Lutterbergschule:

Das Aus kommt- aber wann?
Schnelles Aus oder Galgenfrist?
"Ist das sozial?"
Ein Jahr Aufschub
Moralische Unterstützung von der falschen Adresse


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