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Freitag, 16. November 2018

Aktuell


Geschrieben von Gordy am 12. Mai 2013
Aktuell

Ich will nicht vergessen - nicht vergeben!

Dennoch: Hannah Raban denkt heute an das, was schön war in ihrem Leben.

Die Stolpersteine vor dem Einsetzen
Die Stolpersteine vor dem Einsetzen
Gudrun Theyke, Dr. Thomas Gans, Gunter Demnig und Helmut Lüder
Gudrun Theyke, Dr. Thomas Gans, Gunter Demnig und Helmut Lüder
Gudrun und Dr. Widu Wittekind
Gudrun und Dr. Widu Wittekind
Dr. Gans legt rote Rosen um die Steine
Dr. Gans legt rote Rosen um die Steine
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Zum Gedenken an Karl Pape
Zum Gedenken an Karl Pape

Am Samstag, dem 11. Mai, wurden am späten Nachmittag in einem feierlichen Akt die ersten „Stolpersteine gegen das Vergessen“ der unfassbaren Gräueltaten des Naziregimes zum Gedenken an die Familie Pelz in Bad Lauterberg eingesetzt. LauterNeues berichtete im Vorwege detailliert.

Der Künstler und Erschaffer dieser besonderen, einzeln von Hand gefertigten Gedenksteine, Gunter Demnig, nimmt die Einsetzungen stets selbst vor. An 280 Tagen im Jahr ist er dafür unterwegs. Nach Eschwege und Mühlhausen sei er nun in Bad Lauterberg angekommen und wird auf seinem weiteren Weg bereits wieder in Dransfeld und Marsberg erwartet.
Neben Helmut Lüder von der Archivgemeinschaft, Bürgermeister Dr. Thomas Gans und Pastorin Alexandra Ziemer waren Mitglieder des Präventionsrates, wie auch Bürger gekommen, um diesem Akt des Gedenkens beizuwohnen. Aber auch zwei ganz besondere Ehrengäste waren gekommen: Das Ehepaar Gudrun und Dr. Widu Wittekind aus Achim, die seit ganz langer Zeit eine tiefe Freundschaft mit der Überlebenden Hannelore Pelz (heute Hannah Raban) verbindet. Noch am Vortage habe man mit ihr telefoniert.

Der Bürgermeister zeigte sich in seiner Begrüßungsansprache erfreut über die zahlreiche Beteiligung und ganz besonders über die Anwesenheit des Ehepaares Wittekind.

Während Initiator Gunter Demnig mit dem Einsetzen der Steine begann, mahnte Dr. Gans, dass auch zukünftig die Verpflichtung bestehe, durch Taten und Aktionen, wie diese hier, gegen das Vergessen anzugehen. Nichts von alledem dürfe sich jemals wiederholen. Mit den Stolpersteinen gerade an diesem Ort, an dieser Stelle, habe das geschehene Unrecht einen Namen, ein Gesicht bekommen. Es war nicht irgendwo passiert, nein – es passierte hier, in unserer Stadt, so Dr. Gans. Möge man sich dieses vor Augen führen, wenn man zukünftig den Steinen am Eingang des „Boulevards“ begegnet.

Zum Schluss nutzte Dr. Wittekind die Gelegenheit, in sehr beeindruckender - aber auch bedrückender – Weise von Hannah Raban zu erzählen. Sie stünde solchen Aktionen, wie dieser, eigentlich sehr skeptisch gegenüber. Nicht, dass sie die Deutschen hassen würde aber sie möchte, verständlicherweise, nicht vergessen und auch nicht vergeben. Hannah Raban möchte eigentlich überhaupt nicht mehr an all das Schreckliche erinnert werden sondern viel mehr an das denken, was schön war in ihrem Leben – und da hätte es doch auch so vieles gegeben.

Zwei weitere Steine für NS-Opfer galt es noch zu setzen an diesem Samstagnachmittag. Einer für den Tischler Karl Pape in der Hauptstraße 21 (auf dem Eber) und ein weiterer in Bartolfelde für den Schmied Adolf Jahn.

Ein herzlicher Dank der Organisatoren ging aber vor allem an die Spender, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre: Werner-Brune-Stiftung Wilhelmshaven/Bad Lauterberg, Sparkasse Osterode am Harz/Geschäftsstelle Bad Lauterberg, Die Grünen/Kreisverband Osterode am Harz sowie Hüseyin Yavuz, Bad Lauterberg.


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