Samstag, 18. November 2017


Geschrieben von PM / Boris Janssen am 06. November 2017
Aktuell

25 Jahre Grenzlandmuseum Bad Sachsa

Zeitzeugengespräch „Wie die Grenze geöffnet wurde“ und Tag der offenen Tür

Zorger Dreieck am 12.11.1989: An der Straße zwischen Ellrich und Zorge ist die Grenze offen. Es ist die erste dauerhafte Öffnung der Grenze im Südharz. (Fotos: Grenzlandmuseum Bad Sachsa / Archiv)
Zorger Dreieck am 12.11.1989: An der Straße zwischen Ellrich und Zorge ist die Grenze offen. Es ist die erste dauerhafte Öffnung der Grenze im Südharz. (Fotos: Grenzlandmuseum Bad Sachsa / Archiv)
Silvesterbegegnung des Jahreswechsels 1989/1990 an der Grenzübergangsstelle Worbis-Duderstadt – unter anderem mit dem letzten Kommandanten der Grenztruppen an der Übergangsstelle.
Silvesterbegegnung des Jahreswechsels 1989/1990 an der Grenzübergangsstelle Worbis-Duderstadt – unter anderem mit dem letzten Kommandanten der Grenztruppen an der Übergangsstelle.
Das Museum zeigt anhand von Dioramen die verschiedenen Sperrelemente, die durch die Grenztruppen der DDR installiert worden waren, wie diesen noch funktionstüchtigen Grenzsignal- und Sperrzaun aus dem Hinterland.
Das Museum zeigt anhand von Dioramen die verschiedenen Sperrelemente, die durch die Grenztruppen der DDR installiert worden waren, wie diesen noch funktionstüchtigen Grenzsignal- und Sperrzaun aus dem Hinterland.

Unmittelbar nach der Wiedervereinigung hatten Rainer Böhle und Wolfgang Schlicht, der eine aus der alten Bundesrepublik und der andere aus der ehemaligen DDR stammend, begonnen, Ausrüstungsgegenstände und andere Artefakte der DDR-Grenztruppen zu sammeln. Zwei Jahre später, im November 1992, entstand aus dieser Sammlung in Tettenborn das Grenzlandmuseum Bad Sachsa. Inzwischen ist das Museum umgezogen – in das ehemalige Haus des Gastes im Kurpark von Bad Sachsa. Dort feiert es jetzt sein 25-jähriges Jubiläum, mit einem Tag der offenen Tür und einem ganz besonderen Vortragsabend (zu dem nach Erscheinen der Novemberausgabe von LauterNEUES – Das Magazin jetzt noch kurzfristig zwei weitere Teilnehmer zugesagt haben).

 

Zeitzeugen erinnern sich

Der 9. November 1989 hat das Leben der Deutschen gründlich verändert. Eine Verkettung von Zufällen und eine gehörige Portion Unvermögen, aber auch Besonnenheit und Mut spielten die Hauptrollen am Abend und in der Nacht der unbeabsichtigten Grenzöffnung der DDR zum Westen. Für die Menschen im südlichen Niedersachsen und nordwestlichen Thüringen öffnete sich der Eiserne Vorhang völlig unerwartet an der Grenzübergangsstelle Worbis-Duderstadt. Und dass es unerwartet war, sowohl für die Grenztruppen der DDR, als auch für die Angehörigen der westdeutschen Kontroll- und Grenzüberwachungsbehörden und die bundesdeutsche Diplomatie, davon können und werden Zeitzeugen, die damals an wirklich entscheidender Stelle wirkten, in Bad Sachsa berichten.

Am Donnerstag, 9. November 2017, um 19 Uhr erfährt das Publikum in einem moderierten Zeitzeugengespräch aus allererster Hand, wie sich die Grenzöffnung an der Grenzübergangsstelle Worbis-Duderstadt und die Abläufe im Bundeskanzleramt zugetragen haben. Der letzte Kommandant der Grenzübergangsstelle Worbis-Duderstadt aus der Sicht des verantwortlichen Offiziers der Grenztruppen, der Dienststellenleiter der Grenzkontrollstelle Gerblingerode aus der Sicht des Bundesgrenzschutzs und Zolls, der Vortragende Legationsrat und stellvertretende Büroleiter des Chefs im Bundeskanzleramt aus der Sicht eines hochgestellten Bundesbeamten und der an diesem Abend erste Fotoreporter der lokalen Zeitung erzählen, wie die Normalität eines ganz gewöhnlichen Donnerstags, eines normalen „Grenzabfertigungstages“ an der Grenzübergangsstelle in Teistungen und eines gewöhnlichen Bürotages im Bundeskanzleramt in Bonn, durch wenige unbedachte Worte von Günter Schabowski („Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“) eine spektakuläre Wende erfuhr.

„Dieses besondere Zeitzeugengespräch wird in dieser Form wohl erstmalig und vermutlich zum letzten Mal in unserer Region geführt werden“, sagt Ausstellungsleiter Uwe Oberdiek. „Da wäre es schon toll, einen vollen Saal zu haben. Zumal der Eintritt frei ist.“ Der Abend findet statt im Kurhaus Bad Sachsa (Großer Saal).

 

Tag der offenen Tür mit Museums-Rallye

Zwei Tage später dann ist im Grenzlandmuseum „Tag der offenen Tür“. Am Samstag, 11. November 2017, von 13 bis 18 Uhr können alle Interessierten die Ausstellungen so lange und so oft besuchen, wie sie wollen. Sie können Kaffee, Kuchen und Soljanka genießen oder sich mit den typischen Limonaden aus Ost und West erfrischen. Sie können auf Museums-Rallye gehen und ihre Kenntnisse um die jüngere deutsche Geschichte „checken“ – und zum Abschluss noch ein Foto mit dem Grenzsoldaten und Bundesgrenzschutzbeamten machen. An diesem Tag ist natürlich der Eintritt frei.


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