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Freitag, 16. November 2018

Aktuell


Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 10. November 2018

Aktuell

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Informationsabend zur Herzwoche in Kirchberg-Klinik sehr gut besucht

Ein einfaches EKG konnten sich Zuhörer vor der Veranstaltung anzeigen lassen. Dazu mussten sie ihre Hände auf zwei Sensoren legen. Die Kurven wurden live auf einem kleinen Monitor angezeigt.
Ein einfaches EKG konnten sich Zuhörer vor der Veranstaltung anzeigen lassen. Dazu mussten sie ihre Hände auf zwei Sensoren legen. Die Kurven wurden live auf einem kleinen Monitor angezeigt.
Dr. Ernst Knoglinger referiert vor einem vollbesetzen Vortragssaal über Herzflimmern.
Dr. Ernst Knoglinger referiert vor einem vollbesetzen Vortragssaal über Herzflimmern.
Chefarzt Dr. Ernst Knoglinger erläutert anhand einer einfachen Grafik die Funktion des Herzens
Chefarzt Dr. Ernst Knoglinger erläutert anhand einer einfachen Grafik die Funktion des Herzens
Ausstellung: Wie viel Zucker verbirgt sich in welchen Lebensmitteln?
Ausstellung: Wie viel Zucker verbirgt sich in welchen Lebensmitteln?
Dr. Karsten Gericke, Leiter des MVZ am Kirchberg, sprach über den Schlaganfall.
Dr. Karsten Gericke, Leiter des MVZ am Kirchberg, sprach über den Schlaganfall.

Was passiert, wenn das Herz aus dem Takt gerät? Dieser Frage gingen am Montag (05.11.2018) Dr. Ernst Knoglinger, Chefarzt der Kirchberg-Klinik, und Dr. Karsten Gericke, Leiter des MVZ am Kirchberg, in einer Informationsveranstaltung im Rahmen der diesjährigen Herzwochen nach. Der Vortragsraum in der Kirchberg-Klinik war brechend voll, so groß war das Interesse.

 

Schlaganfall immer ein dringender Notfall

Normalerweise schlägt das Herz ganz regelmäßig 60 bis 80 Mal in der Minute. Gefährlich kann es werden, wenn es zu Rhythmusstörungen kommt, sagte Dr. Knoglinger. Einzelne „Aussetzer“ oder Extraschläge seien nichts Schlimmes und oft auch bei Gesunden festzustellen. Wird der Herzschlag hingegen völlig unregelmäßig, so weist das auf Vorhofflimmern hin, eine durchaus heimtückische und auch gefährliche Herzrhythmusstörung. Denn bei Vorhofflimmern besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel im Herzen bilden. Wenn diese durch den Körper gepumpt werden, können sie Adern verstopfen. Das ist besonders folgenschwer im Gehirn, weil das zu einem Schlaganfall führt.

Was unter einem Schlaganfall zu verstehen ist und wie man ihn behandelt, erläuterte Dr. Gericke in seinem Vortrag. Der Schlaganfall gilt heute als dritthäufigste Todesursache. Er kann zwei gegensätzliche Ursachen haben: einen Gefäßverschluss der Adern, die das Gehirn versorgen, oder eine Hirnblutung. Ein Schlaganfall ist immer ein dringender Notfall, erklärte Gericke, bei dem sofort der Notarzt gerufen werden sollte. Anzeichen für einen Schlaganfall seien ein schlagartiger Beginn, eine einseitige Lähmung, ein Herabhängen des Mundwinkels, auch die Sprechfähigkeit kann erheblich gestört sein. Im Krankenhaus müsse dann schnell die Ursache geklärt werden, um die richtige Behandlung wählen zu können. Bei einem Gefäßverschluss, beispielsweise durch ein Blutgerinnsel, müsse dieses schnell aufgelöst werden, damit das Gehirn wieder durchblutet wird. Bei einer Hirnblutung wäre eine Blutverdünnung hingegen genau das Falsche. Hier müsse die Blutung zum Stillstand gebracht werden und das Gehirn in dringendem Fall durch eine Operation entlastet werden.

 

Der „Defi“ als persönlicher Schutzengel

Dr. Knoglinger ging auch auf das Kammerflimmern ein. Es ist die schlimmste Form einer Herzrhythmusstörung, weil es unmittelbar zum Kreislaufstillstand führt. Man spricht dann vom Sekundenherztod. In einem solchen Fall kann nur die sofortige Reanimation das Leben des Betroffenen retten. Dabei werden die Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung durch einen Elektroschock ergänzt, der durch einen sogenannten Defibrillator abgegeben wird.

Für Menschen, die schon einmal ein Kammerflimmern überlebt haben, oder für Herzkranke, bei denen man ein Kammerflimmern befürchten muss, gibt es kleine Defibrillatoren, die ähnlich einem Herzschrittmacher unter die Haut eingepflanzt werden. Dabei verbinden dünne Kabel, die über die Blutbahn vorgeführt werden, das Gerät mit dem Herzen. Es überwache fortan ein Leben lang die Herztätigkeit und springe nur im Notfall mit einem Elektroschock ein, um Kammerflimmern zu unterbrechen, so Knoglinger. Er verglich den „Defi“, wie das Gerät von seinen Trägern meist genannt wird, mit einem „persönlichen Schutzengel, den Sie immer bei sich tragen“.

Über eine ganze Reihe von leichteren Behandlungsmöglichkeiten wie Gabe von Medikamenten, „normale“ Schrittmacher oder Verödungen im Herzen berichteten die Ärzte ebenfalls. Neuerdings gibt es für Betroffene sogar eine Handy-App, mit der sie selbst ein Mini-EKG erstellen und so ihre Herzfrequenz überwachen können. Besser sei aber, erklärten die Vortragenden, ein professionelles 12-Kanal-EKG oder ein Langzeit-EKG, deren Aufzeichnungen mehr Aussagekraft hätten.


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