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Freitag, 09. Dezember 2022
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Geschrieben von Boris Janssen am 24. Juli 2015
Hintergrund

Umbau der Grundschule am Hausberg

Was soll passieren? Was kommt auf die Vereine zu? Was hat Lidl damit zu tun?

So sieht der Entwurf mit Turnhalle aus: Links das alte Gebäude, der rote Mittelteil sind die Pausenhalle und Bücherei, grün die Turnhalle mit Nebenräumen, blau Verwaltung oder Betreuung und rechts (rot) die Mensa mit Küche.
So sieht der Entwurf mit Turnhalle aus: Links das alte Gebäude, der rote Mittelteil sind die Pausenhalle und Bücherei, grün die Turnhalle mit Nebenräumen, blau Verwaltung oder Betreuung und rechts (rot) die Mensa mit Küche.
Entwurf für das zweite Obergeschoss, wo bisher die Aula war. (rot: neue Wände; rotes Quadrat: Fahrstuhl)
Entwurf für das zweite Obergeschoss, wo bisher die Aula war. (rot: neue Wände; rotes Quadrat: Fahrstuhl)
Entwurf für das erste Obergeschoss.
Entwurf für das erste Obergeschoss.
Entwurf für den Keller.
Entwurf für den Keller.
Entwurf für Kurzzeitparkplätze.
Entwurf für Kurzzeitparkplätze.

Der Rat der Stadt hat in einer Sondersitzung am Dienstag (21.07.2015) den großen Umbau der Grundschule am Hausberg beschlossen. Sie soll für veranschlagte 2.231.000 Millionen Euro modernisiert, umgebaut, erweitert und so dafür fit gemacht werden, künftig die einzige Grundschule der Stadt zu sein.

Was ist geplant?
Was kommt auf die Sportvereine zu?
Und was hat eigentlich Lidl damit zu tun?

Hier die Hintergründe.

 

Die Posten im Einzelnen

Investitionen Altbau:
Der Altbau soll inklusionsgerecht umgebaut werden. Dafür benötigt das dreigeschossige Gebäude einen Fahrstuhl. Für fast jeden Klassenraum soll ein eigener Gruppenraum eingerichtet werden. Jede Etage bekommt neue, behindertengerechte Toiletten. Die wegfallende Aula soll ebenfalls zu Klassen- und Gruppenräumen aufgeteilt werden. Die Schule bekommt ein neues Blockheizkraftwerk. Der Keller (inklusive Jugendraum) soll nicht nur saniert werden, sondern auch Platz für Unterrichtsräume bieten (Werken, Textil).

veranschlagte Kosten: 481.000 Euro  

 

Pausenhalle und Mensa:
Aus dem alten Pausendach soll endlich eine richtige Pausenhalle werden. In ihr soll eine neue Bibliothek eingerichtet werden. Die Mensa rückt ganz an den Rand des Grundstücks, wo derzeit noch die Kochschule steht.

veranschlagte Kosten: 505.000 Euro  

 

Turn- und Mehrzweckhalle inklusive Nebengebäude:
Als Ersatz für die alten Hallen in der Bahnhofstraße soll die Schule eine ganz neue, allerdings kleinere Turnhalle bekommen. Sie soll einen angeschlossenen Bühnenraum haben und durch verschiebbare Wände mit der Pausenhalle zu einer großen Mehrzweckhalle verbunden werden können.
veranschlagte Kosten: 950.000 Euro  

 

Anbau Verwaltungstrakt
Weil der kleine Schulhof ohnehin verschwindet, hat Architekt Thomas Petermann angeregt, den zur Verfügung stehenden Platz gleich weitestgehend auszureizen und auch noch einen neuen Verwaltungstrakt anzubauen. Damit sollen Lehrerzimmer und Zimmer für Schulleitung sowie Sekretariat aus dem Altbau verschwinden und dort Platz für weitere Unterrichts- oder Betreuungsräume machen, die dann kompakt im Altbau gebündelt sind.
veranschlagte Kosten: 210.000 Euro  

 

Abriss Garagen und Kochschule:
Für die Bauvorhaben müssen erst einmal die Garagen und auch die alte Kochschule verschwinden. In letzterer sind derzeit die Räume für den Betreuungsverein untergebracht, außerdem wohnen hier die Musiker der Kurkapelle. Die gesamten Neubauten sollen aus zwei Gründen auf dem kleinen Schulhof errichtet werden: Zum einen lassen sie sich auf dieser Seite besser an den Altbau anbauen – hier ist ja schon das Pausendach samt Haupteingang. Vor allem aber gehört dieses Grundstück der Stadt, der große Schulhof auf der anderen Seite aber der Kirche.
veranschlagte Kosten: 45.000 Euro

  

Errichtung Kurzzeitparkplätze
Eigentlich sollen die Kinder ja zu Fuß oder mit dem Bus kommen. Dennoch gibt es viele Eltern, die ihren Nachwuchs aus unterschiedlichen Gründen mit dem eigenen Auto bringen. In der engen Stützerstraße hat das in der Vergangenheit für reichlich problematische Situationen gesorgt. Um die Sache trotz noch mehr Schulkindern zu entspannen, soll gleich eingangs der Stützerstraße ein Streifen mit elf Kurzzeitparkplätzen gebaut werden. Ein Fußweg soll direkten Zugang zum Schulhof haben, die Einfahrt soll vor der kleinen Gasse von der Bushaltestelle liegen – so will die Verwaltung das Zusammentreffen von fahrenden Autos und laufenden Kindern vermeiden. Für dieses Vorhaben muss allerdings ein Großteil des ohnehin spärlichen Schulhofgrüns geopfert werden. Die Kirche als Grundstückeigentümerin hat laut Stadtverwaltung bereits ihr Einverständnis mit der Maßnahme signalisiert.
veranschlagte Kosten: 40.000 Euro  

 

Die Situation für die Sportvereine

Derzeit nutzen auch die Bad Lauterberger Sportvereine die beiden Turnhallen in der Bahnhofstraße. Der Wegfall der Gymnastikhalle soll dadurch kompensiert werden, dass die Stadt künftig die Gymnastikhalle im Haus des Gastes kostenlos zur Verfügung stellt. Die hatten die Vereine bisher gar nicht genutzt, weil vor der Wiedereingliederung des Kur- und Touristikbetriebes in die Stadtverwaltung der Eigenbetrieb Nutzungsgebühren erhoben hatte. Die Halle im Haus des Gastes ist etwas größer als die in der Bahnhofstraße.

Auch die neue Turnhalle der Grundschule am Hausberg sollen die Vereine dauerhaft kostenlos nutzen können, versprach Bürgermeister Thomas Gans auf der Ratssitzung. Sie wird mit 15 mal 27 Meter aber um einiges kleiner ausfallen als die alte (etwa 18 mal 33 Meter). Die Maße orientierten sich eben an den Vorgaben für Grundschulen, für die die Halle ja in erster Linie gebaut werde. Dafür werde auch die Mehrzweckfunktion der Halle den Vereinen zur Verfügung gestellt.

Das auf der Sitzung von einigen Ratsherren vorgebrachte Argument, der Stadtsportbund habe bisher keine Bedenken gegen die neue Halle geäußert, ist zwar zutreffend – allerdings ist das erste Gespräch zu diesem Thema mit dem Stadtsportbund und den Vereinen, die die alten Hallen nutzen, auch erst für den 30. Juli 2015 terminiert.

 

Was hat Lidl vor?

Der Discounter Lidl ist bereit, für das Grundstück mit den beiden sanierungsbedürftigen Turnhallen in der Bahnhofstraße einen stark überteuerten Kaufpreis zu zahlen – die knappe Million liegt geschätzte zehn bis fünfzehn Mal über dem tatsächlichen Wert. Das Argument der Stadt für die mutige Preisansage war, dass sie bei einem Verkauf ja eine neue Turnhalle für die Grundschule bauen müsste, dies aber gar nicht bezahlen kann.

Der Discounter seinerseits will seinen neben den Hallen liegenden Markt deutlich erweitern, braucht dafür aber unbedingt das Nachbargrundstück. Der Verkaufsraum soll um fast 500 auf insgesamt 1.300 Quadratmeter wachsen, aus 80 sollen 124 Parkplätze werden. Gleichzeitig soll das ganze Gebäude modernisiert werden, unter anderem bodentiefe Schaufenster und einen großzügigen Ein- und Ausgangsbereich bekommen. Der Parkplatz soll Fahrspuren in Asphalt erhalten.

Das Unternehmen verspricht sich davon nicht etwa mehr Umsatz oder gar mehr Kunden, da sieht man in Bad Lauterberg kaum noch Spielraum. Auch das Sortiment werde nicht verändert. Die Modernisierung und Erweiterung sei schlicht eine „Anpassung an die aktuellen Markgegebenheiten“, die Kunden hätten heute ganz andere Ansprüche an Präsentation und Verfügbarkeit der Waren. Dem wolle man mit dem An- und Umbau Rechnung tragen.

Im Grunde geht es Lidl also vor allem darum, den Standort fit für die Zukunft zu machen und damit zu sichern. Die für das Vorhaben nötige Änderung des Bebauungsplanes Nr. 46 (Deutsche Baryt) hat der Verwaltungsausschuss am Dienstag unmittelbar vor der Ratssitzung beschlossen.


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