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Freitag, 06. Dezember 2019
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Geschrieben von PM am 24. September 2019

Kirchen

Vortrag: Rechtsextremismus ist Gift für unser Land

„Guter Hirte, braune Wölfe“ – Lesung mit Pastor Wilfried Manneke am 28. September 2019

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Für sein Engagement gegen Rechtsextremismus verlieh der Zentralrat der Juden in Deutschland Pastor Wilfried Manneke den „Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage 2018“. Vor kurzem ist auch ein Buch über seine Erfahrungen mit dem Rechtsextremismus erschienen: „Guter Hirte, braune Wölfe“. Manneke hat es gemeinsam mit dem früheren Leiter der Henry-Nannen-Schule in Hamburg, Professor Dr. Christoph Fasel, geschrieben. Am Samstag, 28. September 2019, lädt die St. Andreas-Gemeinde um 19 Uhr zu einer Lesung mit Wilfried Manneke in ihr Gemeindehaus (Kirchplatz 3) ein.

Obwohl die heutigen Nazis die furchtbare NS-Geschichte kennen, machen sie kein Geheimnis aus ihrer Begeisterung für den Nationalsozialismus. Besonders in der Südheide sind sie sehr aktiv: In Hetendorf bei Hermannsburg haben sie zwanzig Jahre lang ein Schulungszentrum betrieben. Es war mit seinen 300 Betten das größte Neonazi-Zentrum im deutschsprachigen Raum. Später versuchten sie aus dem Landhotel Gerhus bei Faßberg ebenfalls solch ein Zentrum zu machen. Auf einem Hof in Eschede treffen sich bis heute immer wieder Neonazis in großer Zahl.

Laut dem letzten Verfassungsschutzbericht gibt es in Niedersachsen etwa 1.300 Neonazis, von denen 900 als gewaltbereit gelten. Wilfried Manneke möchte mit seinem Vortrag auf die Gefahren hinweisen, die vom Rechtsextremismus ausgehen: „Rechtsextreme treten mit Füßen, was für uns einen hohen Wert hat: die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, die Garantie der Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen, ihre Gleichstellung und Gleichbehandlung.“

 

„Nächstenliebe verlangt Klarheit“

„Nächstenliebe verlangt Klarheit!“ Das ist ein Motto der Evangelischen Kirche gegen Rechtsextremismus. Manneke sagt: „Ich bin froh, dass unsere Kirche so deutlich und klar Stellung bezieht. Nächstenliebe verlangt Klarheit. Sie verlangt, dass wir klar hinsehen, klar reden und klar handeln. Wir können uns nicht vornehm heraushalten, wo wir rechtsextreme Meinungen hören. Wir müssen Stellung beziehen.“

Wilfried Manneke ist Vorsitzender der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Er ist auch Mitgründer des „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“. In seinem Buch „Guter Hirte, braune Wölfe“ berichtet er über seine Erfahrungen mit dem Rechtsextremismus, verbunden mit dem Appell, das Feld nicht länger den Rechtspopulisten und Rechtsextremen zu überlassen, sondern aktiv für Toleranz, Vielfalt und Demokratie einzutreten.

 

Das Buch „Guter Hirte, braune Wölfe“

Mitternacht: Ein Molotow-Cocktail fliegt gegen die Hauswand von Pastor Wilfried Manneke und verfehlt nur knapp das Küchenfenster. Unbekannte malen Hakenkreuze an die Kirchentür, es gibt „Juden raus“-Rufe vor dem Haus oder Drohungen per Mail und auf Facebook. „Wir erobern die Städte vom Lande aus“, lautet die Parole der extremen Rechten. Das muss auch Wilfried Manneke erleben, als er eine Stelle in der Südheide, antritt. Als Auslandspfarrer hat er das Apartheidsregime in Südafrika erlebt und kann hier nicht tatenlos zusehen. Er mitorganisiert Mahnwachen, Proteste und Gegenveranstaltungen – aller rechten Gewalt zum Trotz.

Sein Buch ist ein Weckruf. Ein brennender Appell, nicht länger tatenlos zuzusehen, sondern sich zu engagieren und dem Hass entgegenzustellen. In der Südheide, in Sachsen – wo immer er aufkommt. „Widerstand schlägt Wellen. Er breitet sich aus. Dadurch entsteht das beruhigende Wissen: Wir stehen im friedlichen Kampf für Frieden und Gerechtigkeit nicht allein!“

 

Der Autor Wilfried Manneke

Wilfried Manneke, Jahrgang 1953, studierte Theologie in Hermannsburg und war anschließend zwölf Jahre lang Auslandspfarrer in Südafrika. Danach war er Jahre Gemeindepfarrer in Unterlüß, wo er unter anderem Mitgründer des „Bündnis Arbeitssuchender in Niedersachsen“ (BAN) wurde. Dieses Engagement hat sich ergeben aus seiner langjährigen Betreuung eines Stammtisches für Arbeitslose in Unterlüß. Neben seinem Gemeindedienst widmet sich Manneke dem Engagement gegen Rechtsextremismus. 2018 wurde er für sein Engagement vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet.


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