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Sonntag, 08. Dezember 2019
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Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 01. Dezember 2019
Kirchen

Geben ist manchmal eben doch seliger als Nehmen

Konfirmanden verpacken Geschenke für Kinder, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen

Im Dezember 2018: Plötzlich wurde es Weihnachten im Eichsfeld-Klinikum.
Im Dezember 2018: Plötzlich wurde es Weihnachten im Eichsfeld-Klinikum.
Susanne Saage mit einem der beschenkten Kinder.
Susanne Saage mit einem der beschenkten Kinder.
Pastor Simon Burger und seine Konfirmanden werden die Aktion Löwenmama unterstützen.
Pastor Simon Burger und seine Konfirmanden werden die Aktion Löwenmama unterstützen.

Weihnachten im Krankenhaus? Das wünscht sich wirklich niemand. Mit ihrem an Leukämie erkrankten Sohn erlebte Susanne Saage allerdings genau das. Doch ihr Sohn überstand die Krankheit und aus Dankbarkeit rief sie die Aktion Löwenmama ins Leben, die inzwischen bundesweit dafür sorgt, dass Kindern und vor allem auch ihren Geschwistern, die die Feiertage in einer Klinik verbringen müssen, Wünsche erfüllt werden.

Ein Zufall, eine besondere Fügung oder was auch immer will es nun, dass in diesem Jahr einige dieser Geschenke von Konfirmanden in Bad Lauterberg verpackt werden und somit Jugendliche aus dem Harzer Land Kindern und Jugendlichen helfen, denen es deutlich schlechter geht als ihnen. Doch langsam. Wie funktioniert die Aktion Löwenmama eigentlich?

 

Wo eine kleine Aufmunterung dringend nötig ist

Seit inzwischen 18 Jahren bereist Susanne Saage mit einigen Helfern Krankenhäuser in ganz Deutschland und lässt Kinder auf den dortigen Kinderstationen Wunschzettel schreiben. Die wiederum verteilt sie dann an Spielzeug-, Sport- oder Buchläden, die an der Aktion mitwirken. In den beteiligten Geschäften werden Tische oder Schaufenster aufgebaut, auf oder in denen sich die Wünsche der Kinder befinden, vom Kuscheltier über den neuesten Fantasyroman bis hin zu Torwarthandschuhen oder, oder, oder. Kunden können diese Geschenke nun wiederum dort kaufen und in den Tagen vor Weihnachten holt Susanne Saage die Geschenke entweder selbst ab oder lässt sie sich von einigen engagierten Helfern bringen, um sie dann in den Kliniken an die Kinder zu verteilen.

Inzwischen sind 50 Kliniken und unzählige Geschäfte beteiligt, einige davon auch im Harzer Land, wo viele Kunden sich schon freuen, wenn sie einem Kind die schwere Zeit auf diese Weise erleichtern können. Oft kommen sogar mehr Geschenke zusammen, als es Wunschzettel gibt, und auch für die sind die Pflegerinnen und Pfleger auf den Kinderstationen immer sehr dankbar, weil es ja das ganze Jahr über Situationen gibt, in denen ein krankes Kind oder eben ein begleitendes Geschwisterkind eine kleine Aufmunterung dringend nötig hat.

Ihr Antrieb, so sagt Susanne Saage, ist nach wie vor die Dankbarkeit, dass ihr eigenes Kind wieder gesund wurde. „Seitdem frage ich Kinder, was sie sich wünschen, und habe es bis jetzt geschafft, alle zu erfüllen“, erläutert sie und fügt hinzu: „Außer den Wunsch nach Gesundheit – den gebe ich an höhere Stelle weiter.“

 

Diese ganz eigentümliche Stimmung im Krankenhaus

Eine wichtige Partnerin hier vor Ort wurde Simone Kruse, Inhaberin des Spielzeugladens in Osterode, die in den vergangenen Jahren sämtliche Geschenke in der Region einsammelte, um sie dann in eines der Krankenhäuser zu fahren, in dem Susanne Saage sie benötigte. Im vergangenen Jahr war das das Eichsfeld Klinikum in Heiligenstadt, wo dann wenige Tage vorm eigentlichen Fest sehr emotional Weihnachten gefeiert wurde.

Kinderaugen leuchteten, Eltern strahlten über die Freude ihrer Kinder und es herrschte eine ganz eigentümliche und für ein Krankenhaus ungewöhnliche Stimmung. Für jedes Kind war etwas dabei, sogar für einen erst kürzlich auf die Station eingelieferten kleinen Jungen aus Angola, der hier in Deutschland fernab seiner Familie behandelt werden sollte. Ihm durften Susanne Saage und  Simone Kruse ein kleines Spielzeugauto überreichen. Obwohl sie sich nur mit Blicken und Gesten verständigen konnten, bauten sie es gemeinsam auf und spielten eine ganze Weile damit, für das Glück dieses Kindes bedurfte es keiner Worte.

 

Mit geringem Aufwand Teil etwas Großem werden

Dennoch ist all das natürlich ein unglaublicher logistischer Aufwand. Als Simone Kruse nun also mit einigen anderen Unterstützern zusammensaß und die Aktion für dieses Jahr plante, überlegten sie auch, ob sich manches nicht noch anders regeln lässt. Kurz darauf wurde Simon Burger, Jugendpastor im Kirchenkreis, kontaktiert und der sagte sofort zu, mit einigen Konfirmanden so viele Geschenke wie möglich schon einmal zu verpacken, weil das allen Anderen Arbeit abnimmt und die Jugendlichen bei einer solchen Aktion auch sehen können, wie sie durch relativ geringen Aufwand Teil einer inzwischen recht großen Hilfsaktion werden können.

Daher werden die Konfirmanden am Nachmittag des 13. Dezember im Gemeindehaus St. Andreas in Bad Lauterberg alle bis dahin erworbenen Geschenke aus den Geschäften in der Region schön verpacken und dann auf die Reise schicken.


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