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Sonntag, 17. Oktober 2021
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Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 23. September 2021
Kirchen

Trotz aller Herausforderungen viel Grund für Dankbarkeit

Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Heidi Gidion

Dr. Heidi Gidion bei ihrem letzten Besuch in Osterode im November 2019 (Foto: Christian Dolle)
Dr. Heidi Gidion bei ihrem letzten Besuch in Osterode im November 2019 (Foto: Christian Dolle)

Schon einmal war Dr. Heidi Gidion in Osterode zu Gast, um an einem von Pastorin Ute Rokahr organisierten literarischen Abend zunächst zu referieren und dann mit den Zuhörern zu diskutieren. Das kam gut an, soll also unbedingt fortgesetzt werden. Leider musste der Termin nun erst einmal wie so viele Veranstaltungen verschoben werden, doch am Dienstag, 28. September, wird er nun ab 19 Uhr in der St. Jacobi Schlosskirche nachgeholt.

„Über die Freude am Dankbarsein“ ist die Veranstaltung überschrieben, klingt ja erst einmal gut, doch was genau es damit auf sich hat, erläutert Dr. Heidi Gidion selbst.


– Frau Dr. Gidion, wie genau ist Dankbarkeit für Sie definiert?

Ich möchte nicht mit einer begrifflichen, sondern abstrakten Weise an mein Thema herangehen, bitte verstehen Sie das. Am Ende meines Vortrags wird unmissverständlich klargeworden sein, worin für mich das Wesen von Dankbarkeit besteht.


– Inwiefern löst Dankbarkeit Freude aus?

Weil es ein Gefühl ist, das uns im Unterschied etwa zu Unzufriedenheit und Neid die Brust weit macht und uns gut tut.


– Ist das Gefühl der Dankbarkeit etwas, das jeder spürt, das jeder lernen kann oder doch etwas, was einige Menschen viel schwerer empfinden können als andere?

Woran es liegt, dass in der Tat für manch einen, wie der Volksmund so richtig sagt, das Glas immer eher halb leer ist als halb voll - das ist eine schwer zu beantwortende Frage, die mit der jeweiligen Lebensgeschichte und -situation auch nicht hinlänglich zu beantworten ist. Ich hoffe, dass in der Abschluss-Diskussion darauf zurückgekommen wird.


– Wird es in einer so hektisch und turbulent erscheinenden Zeit nicht immer schwerer, für etwas dankbar zu sein?

Ja, so ist es. Aber gerade deshalb ist es aller Mühe wert, sich immer aufs neue vor die Augen und den inneren Sinn zu führen, weshalb wir an unserer Stelle der Erde, verglichen mit anderen, trotz aller Herausforderungen noch immer viel Grund für Dankbarkeit haben.


– Hat Dankbarkeit immer etwas mit Glauben zu tun?

Das ist eine zum Nachdenken anregende, schwierige Frage. Wohl nicht "immer", aber gewiss "auch". Eine Autorin, die ich zur Sprache kommen lasse, prägt das schöne Wort "Geschenkglaube".


– Um was genau wird es am 28. September in der Schlosskirche gehen?

Es geht mir nicht um Schönfärberei, das muss ganz klar sein. Doch werden wir nicht alltäglich förmlich ein- und zugedeckt mit Negativem? Sind die Nachrichten des Tages in den Medien nicht ohne Ausnahme nur schlechte Nachrichten, Katastrophenmeldungen? Was macht das mit uns? Es ist wohl unvermeidlich, dass es uns abstumpft, dass wir resignieren. Auf diesem düsteren Hintergrund und gegen ihn möchte ich - für die kurze Zeit eines Vortrags - einmal eine andere Aufmerksamkeitsrichtung vorstellen, mit Beispielen aus dem eigenen Leben und aus der Literatur.


– Erlauben Sie zuletzt noch eine persönliche Frage: Für was sind Sie in ihrem Leben besonders dankbar, was macht Sie glücklich?

Eine schöne Frage. Am 28. September beantworte ich sie in der Schlosskirche.


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