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Montag, 20. Mai 2019
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Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 21. November 2015
Kirchen

Unterstützung und ungezwungenes Kennenlernen

Teil 9 der Serie Willkommenskultur des Kirchenkreises Harzer Land: Viele haben den Basar für Flüchtlingsfamilien dankbar angenommen

Beim Basar der Kirchengemeinden ging niemand leer aus.
Beim Basar der Kirchengemeinden ging niemand leer aus.
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So reges Treiben herrscht im Kirchenkreisamt selten.
So reges Treiben herrscht im Kirchenkreisamt selten.
Die Kinder interessierten sich mehr für das Spielzeug als für die Kleidung.
Die Kinder interessierten sich mehr für das Spielzeug als für die Kleidung.
Neben der Hilfe ging es den Initiatoren auch um den persönlichen Kontakt zu Flüchtlingsfamilien.
Neben der Hilfe ging es den Initiatoren auch um den persönlichen Kontakt zu Flüchtlingsfamilien.
Bildwörterbücher sind zur Verständigung mit Flüchtlingen oft ein nützliches Hilfsmittel.
Bildwörterbücher sind zur Verständigung mit Flüchtlingen oft ein nützliches Hilfsmittel.

Willkommenskultur ist nicht nur ein Schlagwort, sondern der erste Schritt zu gelungener Integration. Wie man es mit Leben füllen kann, haben am Freitag (20.11.2015) engagierte Helferinnen aus den Osteroder Kirchengemeinden St. Jacobi und St. Marien gezeigt, die Flüchtlingsfamilien aus Osterode und Umgebung zum Kleiderbasar einluden. Dabei wurde nicht nur eine große Auswahl an gespendeter Kleidung angeboten, sondern vor allem auch die Möglichkeit zum Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen.

 

Harzer Winter wird offenbar unterschätzt

Beides wurde begeistert und dankbar angenommen. Sogar so gut, dass das Kirchenkreisamt zeitweilig im besten Sinne an einen morgenländischen Basar erinnerte, der ja neben dem Handel auch der Pflege sozialer Kontakte dient. Nur gehandelt wurde selbstverständlich nicht, da alles Spenden waren, die die Helferinnen seit Monaten gesammelt hatten, genaugenommen seit ihrem ersten Basar in der Erstaufnahmestelle in Braunschweig. Der Anstoß damals kam von Rosita Bohnert, die eine Flüchtlingsfamilie bei den notwendigen Behördengängen begleitet und dabei gesehen hatte, mit wie wenig Hab und Gut viele Flüchtlinge in Deutschland ankommen.

Auch wenn alles diesmal in Osterode stattfand, bedeutete das nicht weniger Arbeit, stellte Gudrun Wegner fest, nachdem sie wie alle anderen von morgens an alles aufgebaut und vorbereitet hatte und am Nachmittag immer noch für Nachschub auf den Tischen sorgte. Doch es lohnte sich, allein schon wegen vieler leuchtender Kinderaugen, die sich vor allem über das Spielzeug freuten. Die Eltern durchforsteten währenddessen das Angebot an Kleidung, entdeckten vieles, was ihnen nicht nur passte, sondern auch noch gefiel. Hektik oder gar Streit um die schönsten Sachen kam dabei nicht auf, vielmehr wurde sehr bewusst ausgesucht, was tatsächlich nötig war.

 

Dankbar für erste Kontakte zu Einheimischen

Für die jungen Männer, vor allem in kleineren Größen, hatten sie zu wenig, stellten die Helferinnen zwischendurch fest, die warme Winterkleidung hingegen blieb oft liegen, da viele der Flüchtlinge offenbar noch nicht abschätzen konnten, wie kalt es im Winter im Harz werden kann. Gut, dass viele Familien die sogenannten Paten mitgebracht hatten, die ihnen dann doch noch die eine oder andere dicke Jacke oder Winterstiefel für die Kinder in die Hand drückten.

Besonders ausgelassen war die Stimmung nebenan an der gemeinsamen Kaffeetafel, auch wenn manches mit Händen und Füßen oder mit Hilfe eines Bildwörterbuches übersetzt werden musste. Wenn auch das nicht mehr half, hatte sich eine junge Übersetzerin bereiterklärt, den Austausch zu erleichtern. Auch dieses Angebot wurde dankbar angenommen und den Helferinnen wurde klar, wie wichtig vielen Flüchtlingen diese Art ungezwungenen Zusammenseins und die erste Kontaktaufnahme zu den Einheimischen sind, die ihnen den Start in ein neues, sicheres Leben ermöglichen und in deren Gesellschaft sie sich so gerne einbringen wollen.

 

Ein Artikel aus der Serie „Willkommenskultur“ des Kirchenkreises Harzer Land über Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur in der Region. Weitere Artikel folgen in lockeren Zeitabständen.


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