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Mittwoch, 30. September 2020
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Geschrieben von Mareike Koch (Kirchenkreis Harzer Land) am 11. April 2016
Kirchen

Dringend gesucht: Paten, Kleidung, Spielzeug und Kinderwagen

Teil 19 der Serie Willkommenskultur des Kirchenkreises Harzer Land: Initiative „Willkommen in Bad Sachsa“ und Kleiderkammer bitten um Mithilfe

Arbeiten ehrenamtlich in den Räumen der Oberschule Bad Sachsa (von links): Nicola Imhof, Michaela Polley und Silke Müller in der Kleiderkammer.
Arbeiten ehrenamtlich in den Räumen der Oberschule Bad Sachsa (von links): Nicola Imhof, Michaela Polley und Silke Müller in der Kleiderkammer.
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Auch einige Kunden der Kleiderkammer ließen sich gerne fotografieren.
Auch einige Kunden der Kleiderkammer ließen sich gerne fotografieren.
Die Paten und Organisatoren von Willkommen in Bad Sachsa, rechts im Bild Flüchtlingssozialarbeiterin Silvia Hesse.
Die Paten und Organisatoren von Willkommen in Bad Sachsa, rechts im Bild Flüchtlingssozialarbeiterin Silvia Hesse.
In der Kleiderkammer können die Neubürger schon so einiges bekommen…
In der Kleiderkammer können die Neubürger schon so einiges bekommen…
…aber es fehlt vor allem noch an Kinderkleidung…
…aber es fehlt vor allem noch an Kinderkleidung…
…und es wird noch mehr Spielzeug gebraucht.
…und es wird noch mehr Spielzeug gebraucht.

An diesem Montag herrscht großer Andrang in der Kleiderkammer für Flüchtlinge, die im September 2015 in einem Raum der Oberschule Bad Sachsa eingerichtet wurde. Mittlerweile hat sich das Angebot herumgesprochen: Die Neubürger kommen vom Deutschunterricht ein paar Treppen höher direkt ins Erdgeschoss und suchen nach passender Kleidung. „Die Kooperation zwischen dem Deutschen Roten Kreuz, der Tafel und der Oberschule in Bad Sachsa ist sehr gut“, findet Silke Müller, Vorsitzende der Tafel und des DRK in Bad Sachsa und stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Osterode. „Die Initiative Kleiderkammer war ein Projekt der siebten Klasse: Schüler und Lehrerin haben die Räume notdürftig eingerichtet, die angelieferte Kleidung vorsortiert und alles in die Wege geleitet“, erklärt die 72-Jährige.

Bei der Ausgabe montags ab 15 Uhr in Raum 0.03 sind immer jeweils drei Helferinnen ehrenamtlich im Einsatz: Nicola Imhof, Michaela Polley, Silke Müller, Antje Warnecke und Christiane Bierwisch wechseln sich dabei ab. „Benötigt werden immer noch Männersachen in kleinen Größen, Kinderkleidung, Spielzeug und eine Kleiderstange“, werben die Helferinnen.

 

Sich neuen Flüchtlingen zuwenden

Wie Kommunen mit Flüchtlingshilfe umgehen, ist vielfältig. In Bad Sachsa fand Mitte September eine Infoveranstaltung zur Neugründung der Flüchtlingshilfe-Initiative „Willkommen in Bad Sachsa“ statt. Fast 100 Interessierte konnten die Organisatoren begrüßen. Dabei warben Bürgermeister Dr. Axel Hartmann, Pastor Bernd Menzel, Pascal Simoleit von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises, Sozialamtsmitarbeiter und weitere Engagierte dafür, Paten für die Geflüchteten zu werden. Mittlerweile sind es etwa 40. Und wie beim jüngsten Treffen am Dienstag (05.04.2016) im Gemeinderaum deutlich wurde: Es dürfen gerne noch mehr werden!

Stefan Spieweck, Leiter des Sozialamts, und Michael Schilg, Koordinator der Patenarbeit, regten an, über weitere Patenschaften nachzudenken: „Zwar ist die Lage der Neuankömmlinge inzwischen etwas entspannter, aber unser Appell an Sie lautet: Bitte wenden Sie sich neuen Flüchtlingen zu.“ Denn momentan seien drei Familien und drei junge Männer ohne Paten – nächste Woche kämen drei weitere. „Und wir benötigen noch dringend Kinderwagen und -karren“, ergänzte Birgit Jünke vom Sozialamt.

 

Hilfe für Deutschkurse und Kinderbetreuung gebraucht

Auch beim Deutschunterricht, der ehrenamtlich von den Paten und weiteren Helfern montags, mittwochs und donnerstags von 13.30 bis 15 Uhr organisiert wird, sind gewisse Grenzen erreicht. Umstrukturierungen sind die Folge. So startet ein Sprachkurs für Neueinsteiger ab sofort immer am ersten Montag im Monat. „Zudem wäre ein weiterer Raum von Vorteil und wir würden gerne eine Kinderbetreuung anbieten“, hieß es.

Darüber hinaus appellierte Hans Christian Metzger, daran zu denken, die Kinder der Flüchtlingsfamilien zeitnah in den Kindergärten und Kitas auf die Wartelisten setzen zu lassen. Ein Eltern-Kind-Kreis am Nachmittag für alle Interessierten Bürger Bad Sachsas sei eine mögliche Initiative, die gleichzeitig für Integration sorge. Petra Utermöller, Vorsitzende der Jugendinitiative Bad Sachsa, sagte zugleich Unterstützung zu, wünschte sich aber zusätzliche, jüngere Hilfe. Pastor Menzel ergänzte: „Als Kirchengemeinde können wir den Jugendraum unten im Haus mit kleiner Küche anbieten. Dort findet bereits donnerstags vormittags eine Mutter-Kind-Gruppe statt.“

 

Kontakt

Das Jubi-Haus in Tettenborn bietet nicht nur professionelle Sprachkurse an, sondern hat vor einem Monat zudem eine hauptamtliche Flüchtlingssozialarbeiterin eingestellt, die auch die ehrenamtlichen Helfer bei der Flüchtlingshilfe unterstützt: Silvia Hesse aus Duderstadt. Sie ist per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, im Jubi-Haus unter Telefon 05523 / 95 39 368 und donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr im Sozialamt Bad Sachsa, Telefon 05523 / 30 03 54, zu erreichen. Dienstags von 11 bis etwa 12.30 Uhr steht sie den Paten in Bad Lauterberg im Stadthaus in der Ahnstraße bei Fragen zur Verfügung. Wer sich als Pate oder anderweitig bei „Willkommen in Bad Sachsa“ engagieren möchte, kann sich an Michael Schilg, Telefon 0178 / 41 11 648, wenden.

 

Ein Artikel aus der Serie „Willkommenskultur“ des Kirchenkreises Harzer Land über Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur in der Region. Weitere Artikel folgen in lockeren Zeitabständen.


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