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Freitag, 03. Juli 2020
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Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 24. November 2016
Kirchen

Hilfe im Umgang mit Trauer und Traumata

Serie Willkommenskultur des Kirchenkreises Harzer Land: Neues Projekt der Flüchtlingssozialarbeit

Haben gemeinsam die Pläne für ihr Projekt geschmiedet: Dana Pruss (links) und Roswitha Becker-Ubbelohde.
Haben gemeinsam die Pläne für ihr Projekt geschmiedet: Dana Pruss (links) und Roswitha Becker-Ubbelohde.
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Viele der in Deutschland lebenden Flüchtlinge schlafen bei Licht. Das hat weniger etwas mit kulturellen Verschiedenheiten zu tun, sondern vielmehr mit ganz konkreten Ängsten und schrecklichen Erinnerungen. Die Möglichkeiten, mit jemandem über diese Probleme zu sprechen, sind – ganz abgesehen von Sprachbarrieren – ziemlich rar, denn auch ehrenamtliche Paten fühlen sich mit einem solchen Thema manchmal überfordert.

Diese Lücke in der Integrationsarbeit möchte ein neues Projekt der Flüchtlingssozialarbeit im Kirchenkreis Harzer Land zumindest ein Stück weit schließen. In Kooperation mit Flüchtlingssozialarbeiterin Dana Pruss bietet Roswitha Becker-Ubbelohde, Pastorin im Ruhestand und Sozialpädagogin, Seminare und Gespräche zu Themen wie Traumata oder Trauer an.

 

Niemals zu einem Gespräch drängen

Schon in den 1990ern setzte sich Roswitha Becker-Ubbelohde für Flüchtlinge ein, kämpfte gegen Ausländerfeindlichkeit und nahm eine bosnische Familie bei sich auf. Zu dieser hat sie bis heute freundschaftlichen Kontakt und weiß daher, wie lang der Prozess der Integration in einem fremden Land tatsächlich dauert und wie viele kulturelle Besonderheiten es zu bedenken gibt.

„Jeder Flüchtling, der zu uns kommt, hat in der Heimat einen nahen Menschen verloren“, macht sie deutlich. Doch für Trauerarbeit gebe es wenig Zeit und ein fester Ort zum Gedenken an den Verstorbenen fehlt ebenso. Bei Kindern könne beispielsweise der Schwimmunterricht in der Schule Erinnerungen an traumatische Erlebnisse auf dem Mittelmeer hervorrufen. Daher lädt sie auch Erzieher und Lehrer herzlich zu einem Gespräch ein.

Die aktuelle Fachliteratur stelle fest, dass ein stabiles Umfeld und Zukunftsperspektiven die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Schrecken der Vergangenheit, die sogenannte Resilienz, am besten stärken. Für das Gegenüber gelte vor allem, dass sie Flüchtlinge niemals zu einem Gespräch drängen dürften. Doch das sind natürlich nur zwei kleine Punkte aus einem komplexen Themenfeld, in das sie sich während ihrer Zeit als Pastorin und zuletzt bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen im Stephansstift Clausthal-Zellerfeld einarbeitete und in dem sie sich nun auf Kirchenkreisebene einbringen möchte.

 

Projekt „Hilfe beim Ankommen – Miteinander leben“

Den Auslöser dazu gab ein Zeitungsartikel über die Schaffung der Stelle für Flüchtlingssozialarbeit, erzählt sie, auf den hin sie sich an Dana Pruss wandte und beide gemeinsam Pläne schmiedeten. Pruss ist in ihrer Arbeit hauptsächlich mit Beratungen – meist in Einzelgesprächen – befasst und unterstützt viele bereits bestehende, oft ehrenamtlich aufgebaute Projekte.

Mit dem gemeinsamen Projekt „Hilfe beim Ankommen – Miteinander leben“ bereichern Pruss und Becker-Ubbelohde die Angebote zur Integrationsarbeit in einem vielschichtigen Bereich, der großes Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl erfordert. Die Seminare und Gesprächsrunden sind daher nur ein Baustein, viele andere ergeben sich vermutlich aus individuellen Bedürfnissen.

Interessierte können sich bei Dana Pruss unter Telefon 05522 / 90 19 19, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder in ihrem Büro in Osterode (Schlossplatz 3a) melden.

 

Ein Artikel aus der Serie „Willkommenskultur“ des Kirchenkreises Harzer Land über Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur in der Region. Weitere Artikel folgen in lockeren Zeitabständen.


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