Samstag, 18. November 2017


Geschrieben von Mareike Spillner am 01. November 2017
Kirchen

„Spurhalten“ am Reformationstag

Gottesdienst in der Regionalbahn von Barbis nach Nordhausen

Der Musikzug Scharzfeld/Pöhlde zeigte sich für die Musik verantwortlich
Der Musikzug Scharzfeld/Pöhlde zeigte sich für die Musik verantwortlich
Es kamen weitaus mehr Gottesdienstteilnehmer, als man gerechnet hatte
Es kamen weitaus mehr Gottesdienstteilnehmer, als man gerechnet hatte
Pastor Andreas Schmidt bei seiner Predigt im Zug
Pastor Andreas Schmidt bei seiner Predigt im Zug
Beim kleinen Imbiss im Bahnhof Nordhausen mit musikalischer Begleitung
Beim kleinen Imbiss im Bahnhof Nordhausen mit musikalischer Begleitung
Erinnerungsfoto mit Mitorganisator Michael Fischer von DB Regio Nord, Zugbegleiterin Martina Kruck und Triebfahrzeugführer Stefan Grote gemeinsam mit Pastor Schmidt (links)
Erinnerungsfoto mit Mitorganisator Michael Fischer von DB Regio Nord, Zugbegleiterin Martina Kruck und Triebfahrzeugführer Stefan Grote gemeinsam mit Pastor Schmidt (links)


Ein Gottesdienst im Zug? Für den besonderen Feiertag zu Ehren von „500 Jahren Reformation“ hatte sich Andreas Schmidt, Pastor in Pöhlde und Scharzfeld, zusammen mit der DB Regio eine besondere Aktion einfallen lassen: eine Andacht mit musikalischer Begleitung im Reformations-Sonderzug von Barbis nach Nordhausen. Gerechnet hatten die Veranstalter mit 50 bis 60 Teilnehmern – 197 Gottesdienstbesucher und ein voller Zug sind es schließlich geworden. „Ich bin begeistert von dem Zuspruch“, erklärte Pastor Schmidt bei der Begrüßung, bevor er in seiner Predigt auf das „Spurhalten“ und „Weichenstellen“ einging. „Aber welche? Bei der Bahn ist das einfach. Der Weg ist vorgegeben. Weichen stellen die Richtung. Wie im richtigen Leben: Weichen verändern die Richtung. Stellen den Weg neu. Gewollt oder ungewollt.“ Je konsequenter der Wille sei, desto zielstrebiger die Umsetzung. Oder werden alte Überzeugungen in den Wind geschossen, sobald es die ersten Probleme gibt? „Das war Luthers Sache nicht“, so Schmidt. „Er hielt Spur, er hielt Stand bis selbst sein Leben auf dem Spiel stand. Er war davon überzeugt, dass der Gerechte aus Glauben leben wird. Ich brauche nichts zu leisten, um von Gott akzeptiert zu werden“, predigte der Pastor und sprach zu beiden Seiten des voll besetzten Zugabteils. Der Musikzug SchaPö unterstrich seine Worte musikalisch, bevor die Zuggemeinde ein gemeinsames Lied anstimmte und das Vaterunser betete. Unterdessen passierte die Regionalbahn Bad Sachsa, Walkenried, Ellrich, Woffleben, Niedersachswerfen und Nordhausen-Salza und die bunt gefärbten Herbstbäume, die dem nasskalten Nieselwetter trotzten, zogen an den Reisenden vorbei. Auch der Segen zum Abschluss durfte bei diesem besonderen Gottesdienst nicht fehlen. Den Aufenthalt am Bahnhof Nordhausen versüßten Kaffee, Kuchen und Bockwürstchen sowie einige Ständchen des Musikzuges. Nach einem Erinnerungsfoto mit Mitorganisator Michael Fischer von DB Regio Nord, Zugbegleiterin Martina Kruck und Triebfahrzeugführer Stefan Grote gemeinsam mit dem Pastor traten die begeisterten Gottesdienstbesucher die Heimreise mit der Regionalbahn 80 an. „Mein Mann und meine Kinder sind gerade zusammen Mittagessen – aber ich wollte mir diese besondere Zugfahrt einfach nicht entgehen lassen“, erklärte eine Teilnehmerin lächelnd. Sicher wird diese Jubiläums-Reformationsfahrt noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Die nächste Aktion der Kirchengemeinde Scharzfeld steht bereits in den Startlöchern: Manchen geht ein Licht auf, manchmal auch der Mond. Ob schlaflose Nacht oder Küssen im Mondschein: Ob real, im Sketch, oder nur im Text? Das Publikum darf sich überraschen lassen. Und auch selbst entscheiden, welche Richtung das Theater nehmen soll. Hier kann man sich auch auf den Mond schießen, ohne wirklich unterwegs zu sein. Zwischendurch gibt es ein paar Texte, vorher und nachher Speis und Trank. Das Hoftheater in Scharzfeld und die St. Thomas-Kirchengemeinde laden zu einer Begegnung im Mondschein ein. Am Montag, 13. November, um 20 Uhr im Harzer Hof in Scharzfeld. Der Eintritt ist frei.
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Blaulicht

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