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Donnerstag, 18. Oktober 2018


Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 07. Oktober 2018
Kirchen

Offen reden, um anderen zu helfen

YouTube-Reportage über eine junge Frau, die über die Alkoholsucht ihres Vaters spricht

Erstmals wurde die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Herzberg zum Drehort.
Erstmals wurde die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Herzberg zum Drehort.
Alina und Reporter Marspet vor der Fachstelle.
Alina und Reporter Marspet vor der Fachstelle.
Christoph Isermann wird für den Dreh vorbereitet.
Christoph Isermann wird für den Dreh vorbereitet.

Alina, eine junge Frau aus Herzberg, wendet sich an das Team des YouTube-Formates „reporter“. Sie möchte über die Alkoholsucht und den dadurch bedingten Tod ihres Vaters vor drei Jahren sprechen. Marspet Movsisyan nimmt sich des Themas an, besucht Alina und arbeitet mit ihr ein Stück Vergangenheit auf. Es entsteht ein kurzer Film für den Kanal, der unter die Haut geht.

In den Gesprächen mit Reporter Marspet schildert Alina nicht nur, wie sie und die gesamte Familie unter der Sucht des Vaters litten, sondern auch, dass sie all das „durchgestanden hat“, wie sie sagt, und dadurch jetzt „fast alles schaffen kann, wenn ich das geschafft habe“. Ein Baustein, um all das zu schaffen, war dabei die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Harzer Land.

 

Erstaunlich offene Gespräche

Auch hier sollen einige Szenen gedreht werden, es wird angefragt und Therapeut Christoph Isermann erklärt sich bereit, vor der Kamera über die Arbeit der Fachstelle in Herzberg zu sprechen. Auch für ihn eine neue, durchaus aber eine spannende Erfahrung.

Als Alina, der Reporter und ein Kameramann ankommen, wird kurz besprochen, was genau gedreht werden soll. Dann beginnt in einem Büro auch schon ein offenes, relativ spontanes und dadurch äußerst interessantes Gespräch über erste Hemmschwellen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, und über die sehr individuelle Arbeit, die dann erwachsen und Betroffenen wie auch Angehörigen spezifisch helfen kann.

Christoph Isermann steht an diesem Tag zwar zum ersten Mal vor der Kamera, doch seine berufliche Erfahrung gibt ihm die nötige Lockerheit, um dem Format gerecht zu werden, und es entwickelt sich ein viel längeres Gespräch, als schließlich im Film zu sehen ist. Gerade in diesem Gespräch wird auch deutlich, wie ernst Marspet Movsisyan seine Arbeit nimmt, mit welchem Interesse und auch Feingefühl er sich des Themas annimmt – und am Ende stellt er selbst fest, dass es manchmal schade ist, solche Szenen für das Format so massiv schneiden zu müssen.

 

Andere überzeugen, sich Hilfe zu suchen

Alina berichtet in der Fachstelle, dass ihre Mutter hier Halt und Hilfe fand. Sie selbst konnte das damals nicht, denkt erst jetzt im Nachhinein, dass auch sie hier vielleicht eine Anlaufstelle hätte haben können. Überhaupt zeigt sie sich selbstbewusst und erstaunlich offen, obwohl es um ein Thema geht, über das viele gar nicht reden möchten. Doch sie ist überzeugt, dass sie damit anderen helfen oder sie überzeugen kann, sich Hilfe zu suchen.

Aus dieser Motivation heraus suchte sie die Öffentlichkeit und fand mit dem Kanal des öffentlich-rechtlichen Medienangebotes „funk“ ein Format, das einerseits seriös genug ist, andererseits aber eben eine Zielgruppe anspricht, die sonst vielleicht nicht auf die Suchtberatung Herzberg oder andere Angebote aufmerksam wird. Was das Video bewirkt, lässt sich zum Teil auch schon in den Kommentaren darunter ablesen.

 

Das Video ist zu finden unter diesem Link (externer Link).


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