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Donnerstag, 22. August 2019
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Geschrieben von Prof. Dr. med. Berend Willms am 30. Juni 2019
Kultur und mehr

Jesus Christ Superstar bei den Thüringer Schloßfestspielen Sondershausen

Eine Rezension von Professor Berend Willms

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Seit fast 50 Jahren begeistert das Musical Jesus Christ Superstar – von den Autoren Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Text) selbst Rockoper genannt – das Publikum weltweit. Die Thüringer Schloßfestspiele Sondershausen wählten das Werk jetzt zur Premiere ihres diesjährigen  Festspielsommers.  Das Musical erzählt die letzten sechs Tage im Leben von Jesus von Nazareth, die Passionsgeschichte. Webber und Rice stützen sich in ihrer Darstellung im Wesentlichen auf die Passionserzählung der vier Evangelien im Neuen Testament. In Abweichung von den Erzählungen in der Bibel wird die Passionsgeschichte jedoch vor allem aus der Sicht des Judas erzählt, der dadurch zu einer Hauptfigur wird.

Die Evangelien verurteilen den Verrat des Judas – durch den „Judaskuss“ – als schändlich, hinterhältig und gemein. Judas wurde zur antisemitischen Verkörperung des „Juden“ schlechthin. Im Musical tritt er als erster auf die Bühne (Eric Lamberty) und äußert in einem langen Monolog die Angst vor der bevorstehenden und unausweichlichen Katastrophe. Es ist nicht die Perspektive des Verräters, sondern die des Freundes und engsten Weggefährten, der die Gefahr aus sie alle zurollen sieht und mit Verstand, Überzeugungskraft, Liebe und schließlich mit der Auslieferung Jesus‘ an die Gegner alles versucht, um die Katastrophe abzuwenden. 

Ein weiterer Unterschied ist die starke Gewichtung der Figur der Maria Magdalena (Carolin Schumann/Eva Rades). Maria Magdalena ist die Figur in der Rockoper, die sich die Fähigkeit, Jesus mit dem Herzen zu sehen und zu verstehen, bewahrt. Sie ist die einzige, der es noch gelingt, für kurze Momente zu ihm zu dringen.  Sie liebt ihn, wie nie jemanden zuvor.  Überragend die Figur des Jesus (Tobias Biery), hin und her gerissen zwischen  der Angst vor den Konsequenzen seines Tuns und seinen ihm zujubelnden. Anhängern.  Sein Jünger Simon Zelotes (der quirlige Michael Ehspanner) gehörte zur Zelotespartei, deren Ziel es war, die römischen Besatzer aus Palästina zu vertreiben. 

Es kommt zu den juristischen Verwicklungen zwischen dem Vertreter der römischen Besatzungsmacht, dem Statthalter Pontius Pilatus (Philipp Franke) und der jüdischen Tempelaristokratie (stoisch Thomas Kohl als Hoher Priester Kaiphas, sein Amtsvorgänger Annas (Marian Kalus), Dimitar Radev und Matthias Röttig als Priestern). Pontius Pilatus überantwortet Jesus dem König Herodes Antipas (Marvin Scott). Es folgt eine bizarre Ballettszene mit Marvin Scott und  dem Ballett TNLos, einer der optischen und musikalischen Höhepunkte der Rockoper.  Herodes fordert Jesus auf, ihm seine Fähigkeiten als Wunderheiler zu demonstrieren. Da Jesus nicht reagiert, schickt Herodes ihn wieder weg. Lange noch bleibt der gekreuzigte Jesus im Scheinwerferlicht.

Weitere Vorstellungen: 29.6., 3.7., 4.7., 6.7., 10.7., 11.7., 13.7., 17.7., 18.7., 19.7., 21.7.

Fotos: Schloßfestspiele Sondershausen


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