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Samstag, 15. August 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 20. September 2013
Kultur und mehr

Ein saustarker Auftakt

Premiere von „Mr Pig und das Geheimnis des Einhorns“ eröffnet das Mordsharz Literatur-Festival 2013

Das clevere Schwein im Hintergrund: Mr Pig, gespielt von Miklas Dunemann.
Das clevere Schwein im Hintergrund: Mr Pig, gespielt von Miklas Dunemann.
Mr Pig lässt sich vom Fuchs was flüstern.
Mr Pig lässt sich vom Fuchs was flüstern.
Finja Elli Schmidt überzeugte als Ria Rhododendron.
Finja Elli Schmidt überzeugte als Ria Rhododendron.
Ehrensache: Nick Nase kümmert sich sofort um ihr Anliegen.
Ehrensache: Nick Nase kümmert sich sofort um ihr Anliegen.
Multiplayer: Wieder Frank Bode, diesmal als Rias Onkel Rico.
Multiplayer: Wieder Frank Bode, diesmal als Rias Onkel Rico.
Musste sich warm anziehen: Roland Lange als Kobold Paul.
Musste sich warm anziehen: Roland Lange als Kobold Paul.
Der Kobold und durchgeknallte Maulwürfe laden zum Mitmachen ein.
Der Kobold und durchgeknallte Maulwürfe laden zum Mitmachen ein.
Susanne Kinne bei der Begrüßung.
Susanne Kinne bei der Begrüßung.

Eine Uraufführung vor ausverkauftem Haus – was für ein Auftakt des Mordsharz Literatur-Festivals. Im Saal 1 der Herzberger Central-Lichtspiele hat am Freitagmorgen (20.09.2013) der KinderMitmachKrimi „Mr Pig und das Geheimnis des Einhorns“ seine Premiere gefeiert. Die beiden Autoren des Stücks, Musiker Frank Bode und Krimi-Schriftsteller Roland Lange, zeigten, was sie zusammen mit den Siegern des vorangegangenen Castings unter Grundschulkindern einstudiert hatten. Gekommen waren, na klar, die Familien und Verwandten der kleinen Hauptdarsteller, aber auch Schulklassen aus dem gesamten Kreisgebiet. Es blieb kein Kinosessel frei.

Mordsharz-Organisatorin Susanne Kinne von der Bad Lauterberger Buchhandlung Limbarth-Moller freute sich über den gelungenen Festival-Start. Und sie lobte die Zusammenarbeit mit den lokalen Künstlern. In Anspielung auf die Vorjahresveranstaltung im Herzberger Kino sagte sie: „Wer braucht schon drei Fragezeichen, wenn man solch tolle Leute vor Ort hat.“

 

Ein cleveres Schwein und sein trotteliger Chef

Damit hat sie aber bestimmt nicht Nick Nase gemeint. Der hat eine Detektiv-Kanzlei und wie so mancher Chef erntet er am Ende die Lorbeeren, die eigentlich jemand anderes verdient hat. So stellt er zum Schluss, als seine Auftraggeberin ihm für die Aufklärung des Falles dankt, nüchtern fest: „Aufgeklärt? Das ist irgendwie an mir vorbeigegangen.“ Es ist ja wohl kein Zufall, dass er in Arbeitskluft eher aussieht wie Hausmeister Krause denn ein echter Privatdetektiv.

Ganz anders dagegen sein Angestellter Mr Pig: Trenchcoat, Schlapphut, Sonnenbrille. Er hat nicht nur eine Rüssel-, sondern auch eine Spürnase. Als das Mädchen Ria Rhododendron Nick Nase beauftragt, ihr verschwundenes Pony zu finden, beschäftigt der clevere Mr Pig seinen Chef mit allerhand Aufgaben, bei denen der nicht allzu viel falsch machen kann, und kümmert sich selbst um die wichtige Arbeit. Schließlich könnte das Pony in der Hand skrupelloser Diebe sein, die es für Tierversuche an ein Labor verkaufen wollen. Wie es Mr Pig gelingt, den Fall zu lösen, und was das ganze nun mit einem Einhorn zu tun hat, soll hier aber nicht verraten werden.

 

Singende Maulwürfe und ein Fuchs mit Wiener Dialekt

Eine Spielzeit von 45 Minuten inklusive mehrerer Musikeinlagen und einem manchmal erklärenden Erzähler – der Spannungsbogen orientiert sich ganz klar an den Bedürfnissen der Zielgruppe: Grundschulkinder. Der Erzähler, Kobold Paul, stellt ihnen Fragen, fordert sie zum Klatschen und Singen auf, kurz: Er lädt zum Mitmachen ein. Natürlich geht es auch um große Themen wie Liebe, Angst und Mut.

Dennoch sollten auch Erwachsene genau zuhören, besonders bei den Liedtexten, wenn sehschwache Maulwürfe „Blinde Kuh“ und „Ich sehe was, das Du nicht siehst“ spielen wollen oder wenn ein Fuchs mit Wiener Schmäh von einem, nun ja, Vorkommnis mit einer Gans berichtet. An Anspielungen und parodistischen Elementen mangelt es nicht.

Mit wenigen Requisiten, einfachen, aber aussagekräftigen Kulissen und professioneller Technik verwandelten die Macher das kleine Podium vor der Leinwand in eine richtige Theaterbühne. Roland Lange übernahm den Part des Kobolds. Frank Bode schlüpfte gleich in mehrere Rollen, gab den Puppenspieler und griff auch mal zur Gitarre.

 

Grundschüler als grandiose Hauptdarsteller

Die Hauptdarsteller der Premiere waren aber ganz klar Finja Elli Schmidt als Ria und Miklas Dunemann als Mr Pig. Sie verblüfften mit ihrer grandiosen Leistung, da klang nichts auswendig gelernt, da haperte nichts im Zusammenspiel. Das Singen war erst recht kein Problem – das geschickt eingesetzte Halbplayback hätte im Notfall bei anderer Abmischung mit dem Live-Ton sicher einiges retten können, das war hier aber überhaupt nicht nötig.

 

„Mir war noch nie so warm“

Alle vier, die beiden Großen und die beiden Kleinen, hatten sichtlich Spaß auf der Bühne – was ja immer gut ist, wenn sich dieser Spaß in den Zuschauerraum übertragen soll. Vor der Vorstellung waren sie aufgeregt, danach überglücklich. Finja Elli Schmidt fasste das Erlebte in einem Wort zusammen: „Super!“ Roland Lange bekannte: „Mir war noch nie so warm.“ Und Frank Bode fiel der berühmte Stein vom Herzen: Der erste Durchlauf hat prima geklappt.

Das dürfte den beiden Großen die richtige Energie für die nächsten Stunden gegeben haben. Denn für sie ging es noch zwei Mal in die warmen und in Bodes Fall wechselnden Kostüme. Zwei weitere Vorstellungen standen auf dem Programm, mit jeweils zwei anderen kleinen Hauptdarstellern. Sollte es auch hier so einwandfrei geklappt haben, wer weiß – vielleicht könnte das Stück mal als Projektwoche durch die Grundschulen des Landes touren. Und vielleicht bleibt der erste Fall von Mr Pig dann kein Einzelfall.


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