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Mittwoch, 17. Juli 2019
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Geschrieben von ski am 29. Juli 2014
Kultur und mehr

Märchenwesen haben's auch nicht leicht....

Oper im Park: Am Samstag wurde der Kurpark in ein Märchenland verwandelt. Die Wassernixe Rusalka und das Aschenputtel suchten nach und sangen von der Liebe....

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Die Elfen tanzen...
Die Elfen tanzen...
...und Wassernixe Rusalka schmachtet...
...und Wassernixe Rusalka schmachtet...
...wegen der Liebe zu einem Prinzen.
...wegen der Liebe zu einem Prinzen.
Und sie kriegen sich doch: Aschenputtel und der Prinz....
Und sie kriegen sich doch: Aschenputtel und der Prinz....
.....der mit seinem Diener die Rollen getauscht hat....
.....der mit seinem Diener die Rollen getauscht hat....
....zur großen Verwirrung des Don Magnifico.
....zur großen Verwirrung des Don Magnifico.
Oper mal ganz anders. Und familientauglich dazu
Oper mal ganz anders. Und familientauglich dazu

Man kennt Opernaufführungen, und man kennt den Bad Lauterberger Kurpark. Aber die Verbindung von beidem, die hatte es zuvor noch nie gegeben. Dabei passte die Aufführung am Samstag (26.07.2014) so gut in den Kurpark, als wäre sie eigens dafür geschrieben worden.

Sie ist schon eine verflixt schwierige Sache, die Sache mit der großen Liebe.  Vor allem, wenn man in einen Prinzen verschossen ist.... das erfuhren die rund 250 Besucher, die  am sonnigen Nachmittag das Konzept der "Oper auf dem Lande" der Stiftung Edelhof Ricklingen erleben durften. Auf weißen Klappstühlen unter den hohen Bäumen, bei wunderbarem Wetter im malerischen Kurpark sahen und hörten sie Oper einmal ganz anders: nämlich mittendrin im Geschehen.

Der Kulturkreis Bad Lauterberg hatte zum Badejubiläum die Oper in den Kurpark geholt, und das Ensemble unter Leitung von Hans-Peter Lehmann und Renate Rochell  verwandelte den Ententeich zum Reich der Nixe Rusalka und des Wassermanns. Eine schönere Kulisse hätte man sich nicht ausdenken können, für die Elfen, die am Wasser tanzen und singen und den alten Wassermann ein bisschen ärgern. Klar, dass Rusalka (Maximiliane Schünemann), die gleichnamige Hauptfigur von Antonín Dvořáks Oper, verliebt ist, natürlich in einen Prinzen. Dumm nur, das sie als Wasserwesen den Mann ihres Herzens nicht gewinnen kann, ohne ihre Stimme zu verlieren....zum Glück für die anwesenden Kinder wurden nur Szenen aus dem ersten Akt gespielt, denn Dvořáks Oper endet ganz märchenuntypisch mit einer Tragödie. Dafür hatte es zuvor auch einige Lieder der Romantik mit einer Einführung durch Professor Lehmann gegeben.

Die lange Pause nach dem ersten Teil nutzten die vielen Besucher zumeist, um ein Eis zu essen und ein bisschen im Kurpark zu spazieren. Schließlich galt es, sich für den zweiten Teil zu stärken: dem Aschenputtel. Rossinis "La Cenerentola" bietet natürlich auch die Liebe zu einem Prinzen auf, aber zuvor muss sich das Aschenputtel namens Angelina (Anna-Doris Capitelli) noch gegen ihre zwei exaltierten und streitlustigen Stiefschwestern Clorinde (Nadezda Senatskaya) und Tisbe (Katarina Andersson) und ihren Vater Don Magnifico (Grzegorcz Rozwitalski) durchsetzen, bevor sie ihren als Diener verkleideten Prinzen (Tom Amir Wilmersdörffer) gewinnen kann.
Für dieses Märchen bot die Konzertmuschel die richtige Bühne, und auch hier wurden die Zuschauer mitten ins Geschehen einbezogen. Eine tolle Leistung der Darsteller, die ihr Publikum in so ungewohnter wie idyllischer Umgebung zu fesseln vermochten. Und die kleinen wie die großen Zuschauer bekamen ihr Happy-End. Und zwar gerade rechtzeitig: nicht einmal eine Stunde nach Ende der Aufführung ging ein heftiger Platzregen, teilweise mit Hagelschauer, über der Stadt nieder. Doch der  Opernnachmittag im Park endete mit großem Applaus und noch bei Sonnenschein - wie im Märchen eben.


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