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Samstag, 15. August 2020
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Geschrieben von Christian Dolle am 20. September 2015
Kultur und mehr

Mordsharz mehrsprachig

Zum Abschluss haben Max Bentow, Jenny Rogneby und Nicole Neubauer in der Goslarer Kaiserpfalz gelesen

Am Samstag hat das Krimifestival in der Kaiserpfalz Goslar stattgefunden.
Am Samstag hat das Krimifestival in der Kaiserpfalz Goslar stattgefunden.
Boten eine außergewöhnliche Lesung: Jenny Rogneby (links) und Julia Nachtmann.
Boten eine außergewöhnliche Lesung: Jenny Rogneby (links) und Julia Nachtmann.
Beim Interview (von links): Jenny Rogneby, Christoph Lampert und Julia Nachtmann.
Beim Interview (von links): Jenny Rogneby, Christoph Lampert und Julia Nachtmann.
Einfach nur Lesen: Max Bentow.
Einfach nur Lesen: Max Bentow.
Freute sich über die Einladung: Nicole Neubauer...
Freute sich über die Einladung: Nicole Neubauer...
...die ihr „Kellerkind“ in der passenden Umgebung präsentierte.
...die ihr „Kellerkind“ in der passenden Umgebung präsentierte.
Wieder eine fantastische Atmosphäre im Keller der Kaiserpfalz.
Wieder eine fantastische Atmosphäre im Keller der Kaiserpfalz.

International und mit einer Deutschlandpremiere hat sich das Mordsharz-Festival am Samstag (19.09.2015) in der Kaiserpfalz in Goslar präsentiert. Die in Äthiopien geborene und in Schweden aufgewachsene Jenny Rogneby stellte ihren Bestseller „Leona – Die Würfel sind gefallen“ vor und war die Autorin mit der längsten Anreise, aber auch dem wenigsten Text in der fünfjährigen Geschichte des Krimifestivals.

 

Rogneby: Überrascht vom großen Erfolg

Rogneby las den Prolog ihres ersten Romans auf Schwedisch, dann jedoch übernahm die Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Julia Nachtmann, da skandinavische Sprachen im Harz nun einmal nicht so verbreitet sind. Nachtmann war dabei keinesfalls eine Art Zugeständnis an die Internationalität, sondern wusste ihre geschulte Stimme einzusetzen, um der ungewöhnlichen Geschichte, die mit dem von einem siebenjährigen Mädchen begangenen Bankraub beginnt, noch mehr Ausdruck zu verleihen.

Jenny Rogneby kam anschließend im auf Englisch geführten Interview mit Christoph Lampert wieder zu Wort und berichtete von ihrer Arbeit als Ermittlerin, der Idee zu diesem ungewöhnlichen Krimi und dass sie ihren Job schließlich aufgegeben hatte, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Vom Hype, den das Buch auslöste, der Zusage des Verlags für eine Trilogie und den an Hollywood verkauften Filmrechten wurde sie dann allerdings doch überrascht. „But, of course, I'm happy about this success“, fügte sie hinzu, natürlich freut sie sich über den Erfolg.

 

Bentow: Reduziert auf Text und Stimme

Auf den ersten Blick deutlich weniger spektakulär wirkte zuvor die Lesung von Max Bentow aus seinem Thriller „Das Dornenkind“. Er setzte sich an den Tisch, schlug sein Buch auf und las. Ohne Kommentare zwischendurch, ohne Erläuterungen zur Handlung, er las einfach nur. Allerdings ist Bentow wie auch Julia Nachtmann gelernter Schauspieler, weiß seine Stimme einzusetzen und wusste offenbar auch um die Wirkung seiner Geschichte, die sich schon bald zum dramatischen Duell zwischen seinem Ermittler und einem perfide vorgehenden Serienkiller entwickelt.

Reduziert auf seinen Text und seine Stimme zog er die Zuhörer vollkommen in seinen Bann und bewies eindrucksvoll, welche Kraft Literatur haben kann. Natürlich hörte er schließlich auch an einer besonders spannenden Stelle auf und machte durchaus den Eindruck, als ob er den geweckten Hunger des Publikums nach dem Bösen insgeheim genoss. Er selbst genoss anschließend noch das weitere Festival und blieb bis zur letzten Lesung für dieses Jahr mit Nicole Neubauer.

 

Neubauer: Ihre Figuren liegen ihr am Herzen

Auch für sie sei es die letzte Lesung aus ihrem Erstling „Kellerkind“, verriet die Autorin, denn ihr zweites Werk steht sozusagen in den Startlöchern. „Darum ist es auch für mich besonders emotional“, erläuterte sie, während sie ihre drei Ermittler in einigen Kapiteln vorstellte und deren Eigenheiten aufzeigte. Gerade die dunklen Seiten ihrer Figuren seien ihr wichtig, sagte sie und betonte: „Ich möchte die Geschichte jeder einzelnen Figur beleuchten. Sie liegen mir so am Herzen, die sitzen bei mir am Küchentisch.“

In ihrem Krimi bekommen es die Kommissare allerdings mit einem Jungen mit blutverschmierten Händen zu tun, so dass sie klären müssen, ob er etwas mit dem brutalen Mord einige Stockwerke über dem Keller zu tun hat, in dem er gefunden wurde. Das Buch zeichnet sich durch die besonders kühle Atmosphäre aus, während die Autorin ihre Geschichte nicht kühl, sondern sehr persönlich präsentierte und auch mehrfach betonte, wie sehr sie sich über die Einladung zu Mordsharz gefreut hatte.

 

Nach der Tat: Mordsharz-Team vollauf zufrieden

Grund zur Freude hatten auch „der Pate vom Brocken“ Christoph Lampert, „der Schreibtischtäter“ Roland Lange und „die Buchhehlerin“ Susanne Kinne, denn in diesem Jahr waren ausnahmslos alle Veranstaltungen gut besucht, viele Autoren übertrafen die ohnehin hohen Erwartungen und – was überhaupt das wichtigste ist – die Gäste waren begeistert und konnten mit Gänsehaut, aber glücklich denHeimweg durch den dunklen, geheimnisvollen und auch im kommenden Jahr wieder mörderischen Harz antreten.

  

Mehr zum Mordsharz-Festival 2015:

Die Vorfreude
Der Auftakt in Wernigerode
Der Abend in der Königshütte Bad Lauterberg
Die drei ??? und das geniale Live-Event


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