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Samstag, 15. August 2020
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Geschrieben von Christian Dolle am 07. November 2015
Kultur und mehr

Zeit der unerfüllten Sehnsüchte

Krimiautor Roland Lange zeigt sich mit „Weihnachtsgeschichten aus dem Harz“ von einer anderen Seite

Statt Krimis schrieb Roland Lange zuletzt Harzer Weihnachtsgeschichten.
Statt Krimis schrieb Roland Lange zuletzt Harzer Weihnachtsgeschichten.
Noch ist Zeit bis Weihnachten, doch die ersten Geschenkideen können nicht früh genug kommen.
Noch ist Zeit bis Weihnachten, doch die ersten Geschenkideen können nicht früh genug kommen.

Die Herbstsonne strahlt über Katlenburg als ich Roland Lange besuche, um mit ihm über sein neues Weihnachtsbuch zu sprechen. Ähnlich schön muss das Wetter gewesen sein, als der Wartberg Verlag ihn im Frühjahr kontaktierte und anfragte, ob er einen Band für deren Reihe mit regionalen Weihnachtsgeschichten beisteuern wolle. „Ich selber wäre nie auf die Idee gekommen, doch eine solche Chance lässt man sich ja nicht entgehen“, stapelt der Krimiautor zunächst tief. Die qualitativ hochwertige Aufmachung habe ihm gefallen und auch die Idee, dass sein Buch schön eingepackt unter etlichen Weihnachtsbäumen liegen könnte.

Doch die Äußerlichkeiten sind längst nicht alles, gibt er schließlich zu. „Weihnachten ist ja auch eine Zeit, in der unerfüllte Sehnsüchte besonders zutage treten, weil das Fest mit einer Erwartungshaltung verbunden ist“, sagt er. Genau über diese Gefühle habe er durchaus häufiger geschrieben, in früheren Geschichten, bevor er mit seinen Harzkrimis seine Nische fand. So habe er einige dieser Geschichten wieder hervorgeholt, sie ein wenig überarbeitet und dem neuen Buchprojekt angepasst.

 

„Wie eine Weihnachtsüberraschung, die man langsam auspackt und für sich entdeckt.“

Außerdem spielt der Glaube für ihn persönlich eine große Rolle, so dass er sich auch damit in seinem Schreiben immer mal wieder auseinandersetzte. „Allerdings nicht klischeehaft oder so, dass ich meinen Lesern eine Moral mit auf den Weg geben will, sondern eher etwas, auf das man sich einlassen muss, das man mit dem Verstand nicht fassen kann, dieses Brennen, sich auf den Weg zu machen“, erläutert er. Gerade in jener Geschichte, in der ein Anhalter mitten im Harz darum bittet, nach Bethlehem mitgenommen zu werden, wird dies deutlich.

Und auch die angesprochene unerfüllte Sehnsucht macht viele der Geschichten aus und zu einer kleinen literarischen Perle, wenn beispielsweise eine Frau vor der Belanglosigkeit ihrer Ehe flieht und sich schließlich einsam in einer nächtlichen Hotellobby wiederfindet oder ein geistig behinderter Junge so vom Krippenspiel ergriffen wird, dass er Jesus sein schönstes Geschenk an die Krippe bringt. Es sind Kurzgeschichten, die zum Teil tiefe Emotionen ansprechen, doch natürlich auch heitere Erinnerungen, die persönliche Erlebnisse des Autors oder ihm zugetragene augenzwinkernd aufgreifen.

Überhaupt ist es die Mischung, die das Buch ausmacht, und die noch dazu von Förste bis Wernigerode und von Goslar bis Walkenried Lust auf den winterlichen Harz macht. Insgesamt jedenfalls mehr als man bei einem solchen Büchlein eigentlich erwartet. „Na, das ist doch gut“, sagt Roland als ich ihm meine Einschätzung mitteile, „dann ist das Buch eben auch wie eine Weihnachtsüberraschung, die man langsam auspackt und für sich entdeckt.“

 

Lesungen und Signierstunde

Das Buch „Weihnachtsgeschichten aus dem Harz“ von Roland Lange mit elf Geschichten auf 80 Seiten ist im Wartberg Verlag erschienen und für elf Euro im Buchhandel erhältlich.

Wer den Autor aus seinem Werk lesen hören möchte hat am 26. November in der Buchhandlung Grimpe in Northeim die Gelegenheit dazu sowie am 29. November im Schlosshotel Blankenburg, am 6. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt beziehungsweise im Ratskeller in Osterode oder am 20. Dezember im Hotel Romantischer Winkel in Bad Sachsa. Am 5. Dezember gibt es außerdem eine Signierstunde in der Buchhandlung Moller in Bad Lauterberg.


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