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Samstag, 15. August 2020
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Geschrieben von PM Förderkreis Königshütte am 16. November 2015
Kultur und mehr

300 Jahre Wiesenbeker Teich

Ausstellung und Vortrag zur Geschichte und Entwicklung der montanen Wasserwirtschaft im Raum Bad Lauterberg und im Einzugsgebiet der Oder

Der Damm des Wiesenbeker Teiches war damals eine ingenieurtechnische Innovation. (Foto: Dieter Pfeiffer)
Der Damm des Wiesenbeker Teiches war damals eine ingenieurtechnische Innovation. (Foto: Dieter Pfeiffer)

Vor drei Jahrhunderten entstanden zur Energieversorgung des damals aufblühenden Lauterberger Kupferbergbaus ausgedehnte Wasserwirtschaftsanlagen, deren heutiges Aushängeschild der zum Unesco-Weltkulturerbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“ zählende Wiesenbeker Teich ist. Er wurde 1714/15 erbaut, wird mithin in diesem Jahr 300 Jahre alt.

Der Förderkreis Königshütte würdigt das Jubiläum mit einer Ausstellung im Haus des Gastes. Sie wird am Freitag, 20.11.2015, um 16 Uhr mit einem Vortrag von Wilfried Ließmann aus Göttingen eröffnet. Sie kann dann vier Wochen täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden.

 

Die Bedeutung des Wiesenbeker Teiches

Mit dem Wiesenbeker Teich, diesem für die frühere Kupfererzgrube Aufrichtigkeit angelegten Stauteich, fand zumindest ein Objekt des hier geschaffenen, einst insgesamt sechs Teiche und rund 56 Kilometer Kunst- und Hüttengräben umfassende Reviers eine überregionale Würdigung. In der Harzer Wasserbaugeschichte spielt er außerdem eine wichtige Rolle, denn es handelte sich um den Prototyp einer neuen Art von Dammkonstruktion, anfangs die „Lauterbergische Methode“ genannt. Deren bemerkenswerte Innovation war das „innenliegende Rasenhaupt“ (Kerndichtung).

In der Ausstellung wird anhand von Karten, historischen Rissen, Grafiken und Fotografien an die Bau- und Betriebsgeschichte dieser Anlagen sowie an die dabei beteiligten Bergbeamten erinnert. Es ergeben sich spannende Querbeziehungen zum zeitgleich geplanten Oderteich bei St. Andreasberg und dem Kleinen Okerteich bei Altenau. Bemerkenswert sind auch die Einflüsse eines Technologietransfers mit Sachsen und Skandinavien, insbesondere mit Schweden.

Die Ausstellung thematisiert des Weiteren die Folgenutzung der Wasserwirtschaft; so diente der Wiesenbeker Teich nach der Einstellung des Kupferbergbaus 1738 als Wasserreservoir für die 1733 gegründete Königshütte. Hier wird bis heute mit Oderwasser sauberer Strom produziert.

Nur wenig bekannt ist die enge Verknüpfung der Lauterberger Wasserwirtschaft mit dem St. Andreasberger Silbererzrevier. Mit dem 1812 vollendeten, durch den Kummel führenden Lauterberger Wasserlauf, mit einer Gesamtlänge von etwa 1,9 Kilometer der längste historische Wassertunnel des Harzes, konnte das vom Oderteich durch den Rehberger Graben zu den Erzgruben und der Silberhütte fließende Betriebswasser von der Sperrlutter zu den Kupfererzgruben in der Krummen Lutter übergeleitet werden. Bis heute wird der Einlaufgraben im Sperrluttertal von der Firma Eckold zur Stromerzeugung („32-m-Gefälle“) genutzt

Eine ganz andere Dimension erfuhr die hiesige Wasserwirtschaft mit dem Bau der Odertalsperre (1930-1933) mit einem Beckeninhalt von rund 30 Mio. Kubikmetern.

Mit der Ausstellung möchten der Förderverein Königshütte nicht nur auf die historische Bedeutung der Wasserkraft für den Bergbau, sondern auch auf das hierdurch ermöglichte eisenverarbeitende Gewerbe im Flecken Lauterberg erinnern. Heute zeichnet sich der Wiesenbeker Teich – im Gegensatz zu den Teichen des Oberharzes ausschließlich von Buchenwäldern umgeben – durch einen besonderen Erholungs- und Freizeitwert für das Kneippheilbad aus.

 

Eröffnung mit Lichtbilder-Vortrag

Die Eröffnung der Ausstellung mit einem Lichtbildervortrag von Dr. Wilfried Ließmann aus Göttingen über „300 Jahre Wiesenbeker Teich und seine Vorgeschichte im Rahmen der Oberharzer Wasserwirtschaft“ ist am 20. November 2015 um 16 Uhr im Haus des Gastes in Bad Lauterberg, der Eintritt ist frei.

Gleichzeitig wird die 2015 neu erschienene Regionalkarte zur Geschichte und Landeskunde Goslar/Bad Lauterberg vorgestellt, die vom Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen und dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen herausgegeben wird.


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