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Mittwoch, 08. Juli 2020
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Geschrieben von Luisa Janssen (Text) und Boris Janssen (Foto) am 14. Mai 2016
Kultur und mehr

Ein paar Stunden einfach Spaß

Was soll man an einem langen Wochenende nur tun, wenn man nicht mehr pausenlos voten muss? Vielleicht endlich den Bad-Lauterberg-Krimi von Helmut Exner lesen…

Der Autor und seine zwei wichtigsten Figuren-Vorbilder: Helmut Exner, Buchhändlerin-Mutter Freya Moller und Ännchen – pardon – Susanne Kinne vor der Buchhandlung, die laut Buch eine Leiche im Keller hat.
Der Autor und seine zwei wichtigsten Figuren-Vorbilder: Helmut Exner, Buchhändlerin-Mutter Freya Moller und Ännchen – pardon – Susanne Kinne vor der Buchhandlung, die laut Buch eine Leiche im Keller hat.

Als ich nach Hause komme liegt er schon auf dem Tisch: der neue Roman von Helmut Exner „Von alten Büchern und Leichen im Keller“. Das Buch, auf das ich seit knapp drei Monaten lauere – seit mir die Buchhändlerin meines Vertrauens erzählt hat, dass es bald erscheinen wird. Seit sie – um genau zu sein – höchst selbst den Autor breitgeschlagen hat, doch einmal einen seiner beliebten Krimis in ihrer Buchhandlung spielen zu lassen. Bewaffnet mit einer Tasse Tee und dem Buch verkrümele ich mich aufs Sofa und bereits wenige Minuten später befinde ich mich gedanklich in besagter Buchhandlung.

Hier hat gerade ein Besucher während einer Autorenlesung das Zeitliche gesegnet. Eine Tatsache, die die Protagonistinnen der Handlung, Buchhändlerin Ännchen und deren Mutter, noch relativ gelassen zur Kenntnis nehmen. Als jedoch wenige Seiten später eine Wand im Keller der Buchhandlung einstürzt und einen bisher unentdeckten Kellerraum freilegt, tauchen gleich zwei weitere Probleme auf: die in diesem Fall sehr reale Leiche im Keller sowie eine verwitterte Holzkiste mit einem kostbaren historischen Buch.

 

Leichen im Keller, Wanzen im Hotel

Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und die stadtbekannte Buchhändlerin bekommt tatkräftige Unterstützung durch niemand Geringeren als Lilly Höschen und deren Freundin Gretel Kuhfuß. Die beiden alten Damen sind eingeschworenen Exner-Fans schon aus früheren Romanen des Autoren bekannt, wo sie bereits den einen oder anderen skurrilen Kriminalfall gelöst haben. Es ist toll, ihnen hier, quasi in Bad Lauterbergs Hauptstraße, zu begegnen, und an dieser Stelle verschmelzen die bekannten Romanfiguren mit der Realität. Lilly Höschen sozusagen zum Greifen nahe in Bad Lauterberg. Trotzdem bleibt sie in diesem Roman eher schmückendes Beiwerk, denn der Fokus bleibt auf Buchhändlerin Ännchen und ihr direktes Umfeld gerichtet. Und so sitzt der Leser zum Beispiel kurze Zeit später auf einen frisch gerösteten Kaffee und ein Brot mit Harzer Käse im benachbarten Café und wird im weiteren Verlauf der Geschichte Zeuge, wie Ännchen und Lilly in guter alter James-Bond-Manier ein Hotel am Bad Lauterberger Kurpark verwanzen.

 

Perfekt für Lauterberg-Liebhaber

Wer bei diesem Buch den ganz großen literarischen Wurf erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Der Bad Lauterberger aber, oder Lauterberg-Liebhaber mit einer gewissen Schwäche für die urige Buchhandlung Moller und die Menschen, die dort arbeiten, der kommt hier voll auf seine Kosten. Er wird auf eine 133 Seiten lange Fantasie-Reise in und um Bad Lauterberg entführt, auf der bekannte Personen und reale Schauplätze mit fiktiven Romanfiguren, dem Vatikan, Monsignore Albert Beierlein, einem Professor und einer Napfsülze verschmelzen. Klingt verrückt? Ist es auch. Und es macht einfach Spaß.

Ich jedenfalls klappe nach gut zweieinhalb Stunden gierigen Lesens und drei Tassen Tee schmunzelnd das Buch zu und ertappe mich bei dem Gedanken, ob ich nicht doch mal einen kurzen Spaziergang um den Hausberg machen sollte – nur so zur Sicherheit…

 

Helmut Exner
Von alten Büchern und Leichen im Keller
133 Seiten im Taschenbuch
EPV
ISBN 978-3-943403-58-9
auch als eBook erhältlich

Erstauflage erschienen Ende März 2016 rechtzeitig zum 125-jährigen Jubiläum der Bad Lauterberger Buchhandlung Moller


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