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Donnerstag, 09. Juli 2020
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Geschrieben von ski am 16. August 2016
Kultur und mehr

„Ich seh den Stärrrnenhimmel – oho“

Denis Wittberg und seine Schellacksolisten bewiesen bei den Bad Lauterberger Musiktagen, dass im Sound der 20er alles einfach viel stilvoller klingt

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Hach, früher war ja alles besser, oder zumindest: eleganter. Das Ambiente des 1912 erbauten Bad Lauterberger Kursaals passte perfekt, als am Samstag (13.08.)  Denis Wittberg und die Schellacksolisten die Bühne betraten. Denn sie ließen die goldenen Zwanziger Jahre wieder auferstehen, und zwar stilecht mit Frack, Dinnerjacket und der dazugehörigen, leicht blasierten Nonchalance. Dabei müssen die Lieder gar nicht aus den Roaring Twenties stammen, um genau den damaligen Sound zu treffen: „Zeitlos“ heißt das aktuelle Programm der Schellacksolisten, und verpackt auch die Neue Deutsche Welle aus den Achtzigern in das stramme Gewand der Zwanziger.

Peter Schillings „Major Tom“, Falcos „Der Kommissar“ oder der „Skandal im Sperrbezirk“  von der Spider Murphy Gang: auf diese Weise hatte das Publikum die Klassiker der NDW garantiert noch nie gehört. Dennis Wittberg schnarrt und näselt sich durch Hubert Kahs „Stärrrnenhimmel“ und seufzt: „Oho“, als wäre das Lied nie anders gewesen. „Sie ist ein Model und sie sieht gut aus“ - das war doch schon immer ein Tango, oder? Und „Siebzehn Jahr“ kann man sich eigentlich auch nur als Bossa Nova vorstellen.

Die neun Männer und eine Frau (Verzeihung: neun Herren und eine Dame) bringen einen wunderbaren Big Band-Sound auf die Kursaalbühne, so dass man sich wünscht, man wäre tatsächlich zurück in den Zwanzigern und könnte eine flotte Sohle auf das Parkett legen – spätestens wenn Heintjes „Mama“ zur Rumba wird. Die Arrangements sind wunderbar ausgefeilt  - allein die Stimme Wittbergs  geht vor allem in der ersten Hälfte etwas unter.  Gerade wegen der großen Dynamik und nuancierten Aussprache hätte sie etwas mehr im Vordergrund stehen müssen. Schließlich will man solche Lebensweisheiten wie „Frauen brauchen immer einen Hausfreund“ ja auch verstehen. Denn, wie Wittberg dem Publikum erklärt: „Die Liebe ist das Licht des Lebens – in der Ehe folgt die Stromrechnung“. Dem Publikum im nicht ganz gefüllten Kursaal hat die Lektion in Stil und Eleganz jedenfalls gefallen.


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