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Donnerstag, 22. Oktober 2020
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Geschrieben von Katja Koch am 09. September 2018
Kultur und mehr

Pommerland ist abgebrannt: Das Trauma des dreißigjährigen Kriegs

Professor Herfried Münkler referierte bei den Bad Lauterberger Universitätstagen

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Eine Diskussionsrunde, die reges Interesse fand
Eine Diskussionsrunde, die reges Interesse fand
Monatelang in den Bestsellerlisten: das Werk von Prof. Münkler über den Dreißigjährigen Krieg
Monatelang in den Bestsellerlisten: das Werk von Prof. Münkler über den Dreißigjährigen Krieg

Eine Interessante und lehrreiche Veranstaltung fand am 7. September im Kurhaus statt. Im Rahmen der Universitätstage luden Cornelia Bär und Professor Berend Willms vom Kulturkreis Bad Lauterberg den Professor für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität, Herfried Münkler ein.
Mit seinem Vortrag „Der dreißigjährige Krieg und seine Folgen für die Ordnung Europas„ gab er eine Analyse der Struktur des Krieges von 1618-1648. Durch sorgfältige Beschäftigung mit dem Thema deckte er gemeinsame Züge mit dem gegenwärtig auch schon mehr als ein Jahrzehnt andauernden Nah- und Mittelostkonflikt auf.
 
150 Jahre nach dem Ende des Krieges wurde dieser Krieg als deutsches Trauma realisiert. Bestätigung dafür sei ein Wiegenlied „Maikäfer flieg“. Heute noch kennen viele die Strophen aus dem Lied „Die Mutter ist im Pommerland. Und Pommerland ist abgebrannt.“ Ein deutschsprachiges Volks- und Kinderlied, welches die Kriegstragödie widerspiegelte und seit etwa 1800 auftauchte.
Erst ca. 1943 mit der  Schlacht um Stalingrad solle das „Trauma“ im kollektiven Bewusstsein sein Ende gefunden haben. Wichtige Erkenntnisse  aus der Analyse des Krieges wurden dem Publikum angeboten. So, wie aus dem „Trauma“ Zustand heraus man falsche Entscheidungen treffe und wie scheinbar einfache, militärische oder politische Ziele sich unerwartet verschoben und neue Konstellationen entstehen.
Nach dem Vortrag gab es die Möglichkeit für eine Diskussion mit Professor Münkler.
Zwei seiner lesenswerten Bücher, im „sehr lesbaren und klaren Stil“ geschrieben, wurden von der Buchhandlung Moller als Kooperationspartner des Kulturkreises während der Veranstaltung angeboten.  

„Professor Herfried Münkler ist ein ganz großer Autor. Uns ist eine große Ehre und Freude ihn mit präsentieren zu dürfen. Mit dem „Dreißigjährigen Krieg“ war er monatelang in den Bestsellerlisten. Ich halte es für ein ganz epochales Werk, auch aus der Sicht heraus, dass er nicht der Historiker, sondern Politikwissenschaftler ist, der natürlich ganz andere Sicht auf die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges präsentiert und damit eine hohe Aktualität  verbindet“, so Susanne Kinne von der Buchhandlung Moller.

Weiterer Vortrag der Universitätstage

Am kommenden Donnerstag, 13. September, gibt es noch einen Vortrag im Rahmen der diesjährigen Universitätstage: Dr. Friedrich Seven referiert über das Ende des Dreißigjährigen Kriegs aus lokalhistorischer Perspektive: Mit dem Kauf eines Schutzbriefes hat die damalige Bewohnerin des Herzberger Schlosses, die Fürstenwitwe Anna Eleonore von Hessen-Darmstadt, 1644, die Region von der Requirierung durch schwedische Truppen und von der Heimsuchung plündernder Soldaten „freigekauft“. Beginn 19:30 Uhr, Café Amadeus.

 


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