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Donnerstag, 09. Juli 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 11. August 2013.
Politik

SPD-Wähler aus dem Wartesaal abholen

25. Dammwiesenfest der SPD mit Politprominenz: Thomas Oppermann bläst zum Bundestagswahlkampf

Perfekter Festplatz: Für die Kinder viel Raum zum Spielen und für die Erwachsenen die Gelegenheit für ausgiebige Gespräche.
Perfekter Festplatz: Für die Kinder viel Raum zum Spielen und für die Erwachsenen die Gelegenheit für ausgiebige Gespräche.
Der Gast aus Berlin ist da (von links): Ingo Fiedler, Thomas Oppermann und Thomas Gans.
Der Gast aus Berlin ist da (von links): Ingo Fiedler, Thomas Oppermann und Thomas Gans.
Diskussionsrunde (von links): Georg Mäder, Thomas Gans und Karl Heinz Hausmann.
Diskussionsrunde (von links): Georg Mäder, Thomas Gans und Karl Heinz Hausmann.
Thomas Oppermann verewigt sich im Parteibuch von Gudrun Teyke, gleich neben Willy Brandt.
Thomas Oppermann verewigt sich im Parteibuch von Gudrun Teyke, gleich neben Willy Brandt.
„Mach doch noch mal ein Foto für meine Facebook-Seite.“ Thomas Oppermann ist halt ein Politprofi…
„Mach doch noch mal ein Foto für meine Facebook-Seite.“ Thomas Oppermann ist halt ein Politprofi…
…könnte aber auch einen prima Schlagerstar abgeben. Er singt hier allerdings nur scheinbar.
…könnte aber auch einen prima Schlagerstar abgeben. Er singt hier allerdings nur scheinbar.
Barbiser Straßen Musikanten im Einsatz.
Barbiser Straßen Musikanten im Einsatz.
Geselliges Beisammensein.
Geselliges Beisammensein.

Schon zum 25. Mal hat der SPD-Ortsverein Bad Lauterberg am Samstag (10.08.2013) sein Dammwiesenfest gefeiert. Auch wenn wegen Einschulung und zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen spürbar weniger Menschen den Weg in die Aue fanden als gewohnt, war Ortsvereinsvorsitzender Ingo Fiedler zufrieden. „Das Fest ist inzwischen eine feste Tradition. Und wir sind die einzige Partei in Bad Lauterberg, die das hinbekommt.“ Außerdem fiel der Besuch vielleicht etwas kleiner aus, dafür aber umso hochkarätiger: Aus Berlin schaute Thomas Oppermann vorbei, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 54, zu dem Bad Lauterberg gehört, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und durch die aktuelle Spähaffäre als Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums in aller Munde. Aus Hannover wiederum kam Karl Heinz Hausmann, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Osterode.

Natürlich nutzte Thomas Oppermann die Gelegenheit, die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes einzuläuten. Die Genossen sollten sich „von den Umfragen nicht irre machen lassen, sondern kämpfen bis zum letzten Tag.“ Es komme am 22. September vor allem auf eine hohe Wahlbeteiligung an. Denn unter den Nichtwählern der letzten Jahre seien vor allem jene, die von den Sozialdemokraten enttäuscht seien. „Viele SPD-Wähler sitzen im Wartesaal. Wir müssen sie motivieren, wieder zur Wahl zu gehen.“

 

Was Berliner Entscheidungen für Bad Lauterberg bedeuten könnten

Als Motivationshilfe erläuterte Oppermann die wichtigsten Ziele der SPD: Mindestlohn und Solidarrente, mehr Investitionen, Chancengleichheit für alle. Jeder müsse von seiner Arbeit auch leben und im Alter auf eine ausreichende Rente bauen können. Alle Kinder müssten die gleichen Bildungschancen erhalten, unabhängig von sozialer Herkunft – dafür müssten die Eltern entlastet, am besten eine Ausbildungsgarantie für den Nachwuchs eingeführt werden. „Was sozial gerecht ist, ist häufig auch ökonomisch vernünftig“, sagte Oppermann. Mehr Investitionen bedeuteten mehr Lebensqualität – auch vor Ort in Bad Lauterberg. „Es ist ärgerlich, dass die Umgehungstraße immer noch nicht fertig ist. Die Barbiser und Osterhagener könnten schon längst ihre Ruhe haben.“

Im Gespräch mit der Presse brach Oppermann dann weitere große Berliner Themen auf die Lokalebene herunter. Von einer Reform der Sozialversicherungen hin zu einer Bürgerversicherung würden auch die „leistungsfähigen Kliniken“ in der Region profitieren. Energieintensive Betriebe müssten von der EEG-Umlage befreit bleiben, um international wettbewerbsfähig zu sein – auch in Bad Lauterberg seien derzeit Unternehmen befreit. Die Bevölkerung werde gerade in dieser Region immer älter: Um eine „menschenwürdige Pflege“ mit ausreichend Personal, noch dazu vernünftig bezahltem, zu ermöglichen, plane die SPD, den Pflegebeitrag um 0,5 Prozentpunkte anzuheben. „Das ist es uns wert.“

 

Wo sich junge Menschen am Bürgermeister orientieren können

Überhaupt: Der demografische Wandel müsse gestoppt werden. „Deshalb müssen wir jungen Leuten eine Perspektive bieten, gerade auch beruflich.“ Dafür brauche die Region aber Hilfe. Deshalb plädiert Oppermann ähnlich wie Kanzlerin Merkel (CDU) dafür, den Solidaritätszuschlag 2019 nicht abzuschaffen, sondern mit einer entscheidenden Änderung zu verlängern: Er solle nicht mehr geografisch an den Osten gebunden sein. Er solle vielmehr Regionen in ganz Deutschland je nach Bedürftigkeit zugutekommen. „Dann wären vor allem das Ruhrgebiet und Südniedersachsen an der Reihe.“ Und dann kämen die jungen Erwachsenen nach Ausbildung und Studium vielleicht wieder in die alte Heimat zurück. „Bad Lauterberg hat ja einen Bürgermeister, an dem sich die jungen Menschen orientieren können“, scherzte Oppermann.

Dieser Bürgermeister zeigte sich nicht nur mit seiner Rückkehr von Bayern in den Harz zufrieden, sondern auch mit dem Verlauf des Festes. Es sei trotz der großen Konkurrenz immer noch gut angenommen worden, sagte Dr. Thomas Gans. „Wir freuen uns besonders, dass unsere Vertreter aus Berlin und Hannover so gerne hierherkommen. Wir fühlen uns bei ihnen gut aufgehoben.“

 

Traditionelle Feier auf dem Spielplatz

Aber eigentlich war Thomas Gans ja gar nicht als Bürgermeister da, sondern als normales SPD-Mitglied, das ein bisschen feiern wollte. Das ging auf dem Spielplatz Dammwiese wie gewohnt bei Kinderunterhaltung, Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und gekühlten Getränken. Für die musikalische Unterhaltung sorgten am Nachmittag die Barbiser Straßen Musikanten unter Leitung von Ralf Lips und mit bekannt launiger Moderation von Walter Ziegler. Am Abend übernahm Andree Linke den Part des DJ. Dazu gab es eine Tombola, deren Erlös für eine weitere Delfin-Therapie für den 13-jährigen, schwerbehinderten Julien Hahn gedacht ist.

Und während sich SPD-Urgestein Gudrun Teyke für ihr jahrzehntelang gepflegtes Parteibuch ein Oppermann-Autogramm sicherte, freute sich Landtagsabgeordneter Karl Heinz Hausmann über die „vielen jungen Leute“, auf der Dammwiese. „So sind wir damals selbst in die Partei reingewachsen. Die Tradition bleibt gewahrt.“


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