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Freitag, 03. Juli 2020
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Geschrieben von PM Verein Bad Lauterberg für Handel und Gewerbe e.V. am 17. Januar 2020.
Politik

"Ein Markt in der Innenstadt würde unsere Hauptstraße stärken"

Der Verein Handel und Gewerbe spricht sich gegen eine reine Wohnbebauung aus

Beim Entwurf der Firma GSP wird auch das Sparkassengebäude (im Hintergrund) mit einbezogen
Beim Entwurf der Firma GSP wird auch das Sparkassengebäude (im Hintergrund) mit einbezogen
Der GSP-Entwurf: das hellbraune Gebäude ist das jetzige Rathaus (Visualisierung: GSP)
Der GSP-Entwurf: das hellbraune Gebäude ist das jetzige Rathaus (Visualisierung: GSP)

"Man muss die langfristigen Folgen bedenken: wollen wir zukünftig unseren Boulevard als Einkaufsstraße stärken oder schwächen?" sagt Carsten Kröger, einer der drei Vorsitzenden des Vereins Handel und Gewerbe e.V. . Der Verein spricht sich für die Ansiedlung eines neuen Lebensmittelmarkts auf dem Gelände hinter dem Rathaus aus. Mit einer solchen Bebauung werde nämlich die Bad Lauterberger Hauptstraße und die Innenstadt als Ganzes gestärkt, so der Verein. Auf diese Weise wären auch die dringend notwendigen Parkplätze für die Allgemeinheit gesichert. "Eine Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel hat bislang im Zentrum noch gefehlt. Ein Lebensmittelmarkt auf dem Rathausgelände wäre eine Bereicherung und würde die Innenstadt attraktiver machen", ist auch Hans-Jörg Fritzowsky überzeugt. 

Drei verschiedene Investoren haben kürzlich ihre Konzepte für das Rathausgelände vorgestellt - Näheres dazu hier.

Eine Chance, die nie wiederkehrt

Der nun vorgelegte Entwurf der Firma GSP wird daher vom Verein für Handel und Gewerbe als Grundlage für weitere Planungen favorisiert. Er bezieht die jetzige Sparkasse mit ein und sieht neben dem Lebensmittelmarkt zusätzlich Wohnungen und Praxisräume und für das Rathaus selbst einen Umbau zum Hotel mit Restaurant vor.  "Wir haben jetzt die einmalige Chance, einen Lebensmittelmarkt direkt in unsere Innenstadt zu bekommen - das kommt nie wieder", sagt Kröger. Gäste wie Einwohner könnten dann mit einem einzigen Besuch dort sämtliche Besorgungen erledigen: bummeln, in Fachgeschäften einkaufen, gemütlich einen Kaffee trinken oder ein Restaurant besuchen und gleich noch Lebensmittel kaufen.

Die Innenstadt stärken statt Ansiedlungen auf der grünen Wiese zulassen

Der Entwurf der Kreiswohnbau dagegen sieht auf dem Rathausgelände eine reine Wohnbebauung vor. Bei dieser Lösung befürchtet der Verein längerfristig eine Entwicklung, die die Innenstadt ausbluten lässt: "Wir wissen ja, dass es schon lange Bestrebungen seitens der Supermarktketten gibt, sich in Bad Lauterberg neu anzusiedeln oder zu vergrößern. Das wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall geschehen. Und das Rathausgelände ist die einzige Fläche, wo das in der Innenstadt realisiert werden könnte", erläutert Kröger. Wenn diese Chance nicht ergriffen werde, seien die langfristigen Folgen sehr unerfreulich, warnt der Verein: "Dann werden die Märkte zwangsläufig am Rand auf der grünen Wiese gebaut. Und wenn dort die erste Einzelhandelsfläche erst einmal genehmigt ist, dann ziehen bald die nächsten nach.  Textilketten, Drogeriemarkt, Schuhfilialisten - das ist dann nicht mehr aufzuhalten. So ein Prozess passiert vielleicht nicht in einem oder zwei Jahren, aber innerhalb von fünf bis zehn Jahren". Die Folge: die Ketten schließen ihre Innenstadtfilialen. Der Leerstand in der Innenstadt nimmt zu, wodurch der heute sehr attraktive Boulevard, um den uns viele Nachbarstädte beneiden, deutlich an Attraktivität verliert. Das würde langfristig auch die inhabergeführten Geschäfte gefährden.

Eine Situation wie in Herzberg oder Osterode vermeiden

 "Man muss sich ja nur mal Herzberg oder Osterode ansehen, wo die Innenstädte teilweise tot sind", sagt Hans-Jörg Fritzowsky. Dort wurden Supermärkte und Einzelhandel im Außenbereich zugelassen.  Bereits in den 90er Jahren habe man eine solche Situation in Bad Lauterberg bewusst verhindert: "Das hat man bei uns vermieden, damit die Innenstadt nicht verödet. Wir haben eine wunderbar vielfältige Einkaufsstraße, was bislang fehlt, ist ein anständiger Lebensmittelmarkt", so Fritzowsky. Auch ein gutes Hotel im Rathaus mit Gastronomie könne der Stadt nur zuträglich sein. 

"Das bringt Frequenz für die Innenstadt, und man hat kurze Wege", meint auch Hans Schwickert. Die Brüder Schwickert, Inhaber des großen Fachgeschäfts für Haushaltwaren und Werkmarkt, können sich eine Ansiedlung des Lebensmittelmarkts gut vorstellen, wenn sie gestalterisch gut gemacht ist: "Diesen Entwurf in Kombination mit der Sparkasse finden wir sehr schön."  Für die ältere Bevölkerung, die ja in diesem Teil der Stadt stark vertreten ist, gebe es dann eine fußläufige Einkaufsmöglichkeit, und die Gäste des Ferienparks, der auf dem Schickert-Gelände entstehen soll, könnten sich versorgen, ohne bis ans andere Ende der Stadt fahren zu müssen. Auch das geplante Hotel mit Restaurant im alten Rathaus sei eine Bereicherung für die Stadt, finden sie.

Bei einer reinen Wohnbebauung stünden auch keine zusätzlichen Parkplätze zur Verfügung, warnt Handel und Gewerbe. Dabei, so sagt auch Optiker Jörg Beckmann, benötige man den öffentlichen Parkraum, ganz besonders wenn Veranstaltungen in der Innenstadt und im Kurhaus stattfinden. Auch er befürwortet die Lösung, bei der Supermarkt, Sparkasse und Praxen integriert werden: "Die Frequenz ist dann da, und dann gehen die Leute auch von dort aus in die Hauptstraße. Das ist ein modernes Konzept, das sich gut einfügt." Ihm gefällt auch der ökologische Aspekt des Entwurfs mit der Photovoltaikanlage und der Erhalt des jetzigen Rathauses als Hotel. Auch für die Anwohner der Innen- und Oberstadt sei eine Einkaufsmöglichkeit im Zentrum ein Gewinn.

Bad Lauterberg zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es hier noch eine lebendige Innenstadt gibt, darüber ist sich der Vorstand von Handel und Gewerbe einig. "Jetzt haben wir die Chance, unsere Innenstadt weiterzuentwickeln und aufzuwerten. Unsere Einkaufsstraße ist das Herzstück, und wir könnten nun einen Markt direkt daran anschließen - das wäre eine gute Weichenstellung für nächsten Jahrzehnte und würde unser Zentrum aufwerten."

 


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