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Sonntag, 17. Oktober 2021
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Geschrieben von Svenja Friedrich am 17. September 2021.
Politik

Wahlrelevante Themen konstruktiv beleuchtet

Direktkandidaten des Wahlkreises Göttingen stellten sich den Fragen von KGS-Schülern

V. l.: Lehrer Marc Hampel, das Moderatorenteam Sara Sahin, Friederike Wemheuer, Roxana Barczyk, Jonathan Sawall und Philipp Baars und Lehrerin Janka Klaus
V. l.: Lehrer Marc Hampel, das Moderatorenteam Sara Sahin, Friederike Wemheuer, Roxana Barczyk, Jonathan Sawall und Philipp Baars und Lehrerin Janka Klaus
Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern: Dr. Thomas Goes (die Linke)...
Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern: Dr. Thomas Goes (die Linke)...
...Dr. Andreas Philippi (SPD)...
...Dr. Andreas Philippi (SPD)...
...Jürgen Trittin (die Grünen)...
...Jürgen Trittin (die Grünen)...
...und Jan Risting (FDP)
...und Jan Risting (FDP)

Den einleitenden Worten von Schulleiterin Inger Schweer zufolge sind Podiumsdiskussionen „immer ein bewährtes Format“, und so stellten sich die Direktkandidaten unseres Wahlkreises am Mittwoch (15.9.) in der Aula der KGS den Fragen der Moderatoren und des Publikums, allesamt Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12 und 13.

Fünf Politiker waren der Einladung gefolgt: Dr. Thomas Goes (die Linke), Dr. Andreas Philippi (SPD), Jürgen Trittin (die Grünen), Fritz Güntzler (CDU) und Jan Risting (FDP, Kreisvorstand der Jungen Liberalen Göttingen), der als Vertreter für den spontan verhinderten Konstantin Kuhle kam. Die AfD war übrigens auch angefragt worden, hatte aber nicht reagiert – was das über Professionalität und ernstzunehmende Argumente aussagt, kann sich jeder selbst denken…

Klimawandel: „Wir müssen krasser werden“

Nach der Begrüßung durch Roxana Barczyk fungierten 4 Schülerinnen und Schüler der Politik-Wirtschaft-Leistungskurse von Frau Klaus und Herrn Hampel als Moderatoren der Podiumsdiskussion: Sara Sahin und Friederike Wemheuer aus dem 13. Jahrgang und Jonathan Sawall und Philipp Baars aus dem 12. Jahrgang. Da eines der drängendsten Themen unserer Zeit der Klimawandel ist – der das Publikum in der Aula noch dazu viel unmittelbarer betreffen wird als die Herren auf dem Podium -, wurde damit die Diskussion eröffnet. Die Einstiegsfrage an die Kandidaten war, welches Verkehrsmittel sie am meisten nutzen, anschließend sollten alle konkrete Handlungsvorschläge machen.

Die Aussage Fritz Güntzlers, alle Anwesenden bzw. ihre jeweiligen Parteien seien sich einig über die Klimaziele, mochte zwar im Kern richtig sein, doch gab es unterschiedliche Ansätze der Kandidaten, wie mit dem Problem umzugehen sei. Trittin verwies darauf, dass bereits seit mehr als 30 Jahren die Berichte des IPCC („Weltklimarat“) deutlich machen, wie dringlich die Lage ist und dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt, dem Klimawandel die Stirn zu bieten. Handeln sei nun das A und O: „Machen ist wie Wollen, nur krasser. Wir müssen krasser werden“.

Dr. Philippi betonte, wie wichtig etwa Förderprogramme seien, die die energetische Sanierung von Altbauten sicherstellten oder die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Windräder. Auch Dr. Goes verwies darauf, wie dramatisch die Lage ist: „In 20, 30 Jahren werden Wassermangel oder Sturzfluten normal sein“. Bis 2035 solle Klimastabilität geschaffen werden – als mögliche Hilfsmittel nannte er die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn und dass Alternativen zum Auto geschaffen werden müssen. Unternehmen, die viele Schadstoffe produzieren, sollten umgebaut werden - auch indem Gewerkschaften und Belegschaften stärker in den Prozess des Wandels mit einbezogen werden als bisher.

Afghanistan-Politik: „Sch… gelaufen“

In Sachen Afghanistan war der Grundtenor der Debattierenden, dass man jetzt so viele Menschen wie möglich retten müsse, außerdem führe kein Weg daran vorbei, mit den Taliban zu reden; auch Russland, China etc. müssen einbezogen werden. Die Einschätzung von Jan Risting ist, dass das neue Regime nicht so gefestigt ist, wie es vorgibt zu sein. Und: „Auch die Taliban sind erpressbar, nicht nur wir“.  Moderatorin Friederike sprach am Ende des Themenblocks aus, was Dr. Philippi zuvor nur angedeutet hatte: „Die Situation ist scheiße gelaufen.“

Sicherheitspolitik: Hassverbrechen müssen verhindert werden   

Auch die Sicherheitspolitik stand auf der Agenda, und so wurde darüber diskutiert, wie terroristische Gewalttaten, wie etwa in Hanau oder bundesweit vom NSU verübt, in Zukunft verhindert werden könnten. Dr. Goes forderte, dass die Verquickung von Sicherheitsbehörden und Rechten aufgelöst werden müssen, während Dr. Philippi eine bessere Vernetzung der Ermittlungsbehörden untereinander und weniger Föderalismus als Lösungsansatz sah. Jan Risting betonte, dass die fehlende Abstimmung der Behörden der Grund dafür war, warum der NSU so lange unentdeckt in mehreren Bundesländern morden konnte. Laut Jürgen Trittin gehören außerdem die Waffen von Sportschützen nicht nach Hause, sondern sicher verwahrt an einen externen Ort.

Allgemein wurde, auch in Anbetracht des aktuellen 20. Jahrestages von  9/11, von allen Beteiligten darauf hingewiesen, was wir alle tun können, um die Ursachen von Hassverbrechen im Keim zu ersticken: Keinen Alltagsrassismus zulassen, Ausgrenzung bekämpfen und niemanden vorverurteilen. Bildung ist hierbei ebenso essentiell wie die Bekämpfung von Fake News.

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnte das Publikum mit vier der Kandidaten (Fritz Güntzler musste aufgrund eines Termins früher gehen) an Stehtischen in Kontakt treten, wobei der ein oder andere Eindruck sicher bekräftigt oder revidiert werden konnte.


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