Es läuft auf ein Duell hinaus: Welche wird Bad Lauterbergs einzige Grundschule? Die „Am Hausberg“ oder die in Barbis? In der kommenden..." /> . Es läuft auf ein Duell hinaus: Welche wird Bad Lauterbergs einzige Grundschule? Die „Am Hausberg“ oder die in Barbis? In der kommenden..." />

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Freitag, 09. Dezember 2022
Login



Geschrieben von Boris Janssen am 16. Oktober 2014.
Politik

Hausberg oder Barbis? Das wird die Frage!

Startschuss zur öffentlichen Grundschul-Diskussion: Der Rat beschäftigt sich in der nächsten Woche mit der Machbarkeitsstudie

Alarm in der Grundschullandschaft: Die Entscheidung für den künftig einzigen Standort rückt näher. Die Autoren der Machbarkeitsstudie sprechen sich für die hier zu sehende Grundschule am Hausberg aus.
Alarm in der Grundschullandschaft: Die Entscheidung für den künftig einzigen Standort rückt näher. Die Autoren der Machbarkeitsstudie sprechen sich für die hier zu sehende Grundschule am Hausberg aus.

Es läuft auf ein Duell hinaus: Welche wird Bad Lauterbergs einzige Grundschule? Die „Am Hausberg“ oder die in Barbis? In der kommenden Woche (KW 43) werden sich Stadtrat, Bau- und Sozialausschuss mit der Machbarkeitsstudie zu den Bad Lauterberger Grundschulen auseinandersetzen. Damit fällt dann auch endlich der Startschuss für die große Diskussion, wo künftig Bad Lauterbergs einzige Grundschule stehen soll.

Entschieden wird in der nächsten Woche noch nichts. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass nur noch zwei Standorte ernsthaft in Betracht kommen. Die Autoren der Machbarkeitsstudie, das Göttinger Büro BMP Architekten, empfehlen vor allem aus Kostengründen die Grundschule am Hausberg. Die Arbeitsgruppe aus den Schulvorständen der noch drei Bad Lauterberger Grundschulen – bestehend aus Eltern- und Lehrervertretern – hat sich bei einem Treffen Anfang dieser Woche jedoch mit sehr deutlicher Mehrheit für die dritt-„günstigste“ Variante ausgesprochen: die Grundschule Barbis. Und sowohl die Studie als auch die von Bürgermeister Dr. Thomas Gans einberufene Arbeitsgruppe sollen ja den Ratsmitgliedern bei ihrer schwierigen Entscheidung helfen.

Für diese Entscheidung sammeln die Ratsmitglieder nun in der kommenden Sitzungswoche erste Argumente: Am Montag (20.10.2014) kommen der Bau- und der Sozialausschuss zu einer ungewöhnlichen Gemeinschaftssitzung zusammen (18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses), am Donnerstag (23.10.2014) tagt dann der Stadtrat (18 Uhr im DGH Osterhagen). Zu beiden Sitzungen hat der Bürgermeister auch die Gutachter eingeladen, damit sie ihre Machbarkeitsstudie vorstellen können. Nach jeder Sitzung gibt es wie gewohnt eine Einwohnerfragestunde.

 

Die Machbarkeitsstudie

Der Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen sieht vor, dass die Stadt Bad Lauterberg künftig nur noch eine Grundschule betreibt – auch wenn dies nicht wortwörtlich so da drin steht. Welche das sein soll, steht aber noch nicht fest. Um die Diskussion von der emotionalen auf eine sachliche Ebene zu bringen, hat die Stadt die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. In dieser Studie haben die Architekten die drei aktuellen Grundschulen sowie die derzeit leerstehende Lutterbergschule als potentielle Standorte für eine einzig verbleibende Grundschule miteinander verglichen. Dabei haben sie die Finanzsituation der Stadt, die stark sinkenden Schülerzahlen, die Anforderungen an eine Ganztagsschule und die Inklusion berücksichtigt. Ihr Fazit: Eine optimale Lösung gibt es nicht.

Die Grundschule Bartolfelde in Betracht zu ziehen, sei, so wörtlich, „illusorisch“. Nicht etwa wegen der Bausubstanz oder der Ausstattung – hier müsste laut Studie schlicht so viel angebaut werden, dass man gleich den eigentlichen Grundschul-Traum in Angriff nehmen könnte, nämlich einen kompletten Neubau. Geschätzte Umbaukosten: fast 3,4 Millionen Euro (inklusive umfangreichem Anbau).

Auch die Lutterbergschule fällt bei den Architekten glatt durch: Hier sei das Gebäude deutlich zu groß und atmosphärisch nicht besonders gut für eine Grundschule geeignet. Geschätzte Umbaukosten: je nach Variante zwischen 927.000 Euro (ohne Sanierung) und fast zwei Millionen Euro.

An der Grundschule Barbis gefällt den Architekten vor allem, dass sie „nahezu optimal für einen inklusiven Schulbetrieb geeignet“ sei. Allerdings müsse auch hier erheblich erweitert werden, neben weiteren Klassenräumen brauche die Schule Gruppenräume. Auch eine Mensa lasse sich nicht im Bestand unterbringen, sondern müsse angebaut werden. Geschätzte Umbaukosten: knapp 1,4 Millionen Euro.

Die Grundschule am Hausberg schließlich habe die richtige Größe. Klassenräume gebe es genug, sofern einige Sondernutzungen aufgegeben würden. Auch für Gruppen- und Ruheräume gebe es ausreichend Platz. Die Mensa könne vorrübergehend oder aber dauerhaft in der Aula untergebracht werden. Allerdings erfordere die „ausgeprägte Geschossigkeit“ des Gebäudes vor allem mit Blick auf die Inklusion größere Umbauten, zum Beispiel einen Aufzug. Geschätzte Umbaukosten: 842.000 Euro.

 

Die gesamte Machbarkeitsstudie, die auch Punkte wie Schulhöfe, Standorte, Erreichbarkeit oder technische Ausstattung der Schulen behandelt, finden Sie hier (externer Link).

 

Entscheidung noch in diesem Jahr

Nun müssen sich die Ratsmitglieder also überlegen, ob sie dem Kostenargument der Göttinger Architekten folgen oder der mehr atmosphärisch begründeten Empfehlung der Eltern und Lehrer aus der Arbeitsgruppe. Oder ob sie vielleicht noch eine ganz andere Lösung aus dem Hut zaubern können. Außerdem gibt es ja weitere Punkte zu berücksichtigen: Wie kann man die nicht mehr gebrauchten Immobilien verwerten, was passiert mit den wegfallenden Turnhallen oder Jugendräumen?

So oder so. Der endgültige Beschluss müsse noch in diesem Jahr fallen, machte Bürgermeister Gans am Donnerstag (16.10.2014) gegenüber LauterNEUES deutlich. Vielleicht sogar auf einer Sondersitzung des Stadtrates. Bis dahin erwartet er eine „sehr emotionale Diskussion“. Von der kann sich auch Thomas Gans selbst nicht freimachen – er mochte auch im Namen der Stadtverwaltung keine eigene Empfehlung abgeben. „Es ist eben eine schwierige Entscheidung.“


.................................................................................................................................................

Bild der Woche