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Mittwoch, 17. Juli 2019
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Geschrieben von Boris Janssen am 13. Februar 2015.
Politik

GEW: Grundfalschen Grundschul-Beschluss zurücknehmen

Bildungsgewerkschaft empfiehlt der Stadt, vorerst doch alle Grundschulen zu behalten – auch aus „kaufmännischen“ Gründen

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Der Ratsbeschluss ist zweieinhalb Monate alt, der ihn dem Rat aufdrängende Zukunftsvertrag seit zwei Monaten unterschrieben, die Entschuldungshilfe längst dem Zweck entsprechend ausgegeben. Und doch regt sich immer lauterer Widerstand gegen die Entscheidung, die Grundschule am Hausberg 2016 zu Bad Lauterbergs einzigem Grundschulstandort zu machen.

Erst in der Vorwoche haben Kritiker des Beschlusses den Kontakt zur Landespolitik hergestellt, nun meldet sich auch wieder der Ortsverband Bad Lauterberg/Bad Sachsa der Bildungsgewerkschaft GEW in der Angelegenheit zu Wort. Auf seiner Jahreshauptversammlung am Dienstag (10.02.2015) hat er seine erste offizielle Stellungnahme zur Grundschuldebatte nach dem Ratsbeschluss diskutiert und verabschiedet.

 

„In fünf Jahren neu gewichten“

Die Pädagogen bezeichnen den Beschluss als „grundfalsch“. Im Vorfeld sei „viel zu wenig sachbezogen diskutiert worden, vor allem ob und in welcher Form vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Schulprofile die Zusammenfassung von Grundschulen pädagogischen Sinn entfalten kann.“ Schließlich soll hier ja auch eine offene Ganztagsschule (Bartolfelde) mit zwei Verlässlichen Grundschulen (Barbis und „Am Hausberg“) verschmelzen.

Die GEW fordert daher, „die Beschlusslage vernünftig und sachverständig abzuwandeln“. Sie gibt auch gleich eine Empfehlung dafür: Man solle den Beschluss zurücknehmen, in fünf Jahren Sachargumente und Schülerzahlen neu gewichten und dann erneut über eine sinnvolle Grundschullandschaft für Bad Lauterberg entscheiden.

Dafür sprächen die Schülerzahlen, die es nach Meinung der GEW durchaus auf absehbare Zeit erlaubten, mehr als eine Grundschule sinnvoll zu betreiben – zumal angesichts der immer größer werdenden Aufgaben und Raumbedarfe zum Beispiel durch Inklusion und (Ganztags-)Betreuung.

 

„Zerstörung von Strukturen irreparabel“

Selbst aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten seien Schulschließungen der falsche Weg: „Wer glaubt, [damit] kaufmännisch richtig zu handeln, irrt, denn als Folgen sinken die Einwohnerzahlen in betroffenen Ortsteilen.“ Dann würden in „teilentvölkerten Ortsteilen“ weiterhin Straßen zu beleuchten und zu flicken sein, auch wenn von hier „weniger Einnahmen in den Stadtsäckel fließen werden.“

Außerdem seien die gefürchteten Inklusionskosten mittelfristig gesehen vom Tisch: Inzwischen sei klar, dass Schwerpunktschulen für Kinder mit körperlich-motorischen Behinderungen fürs Erste erlaubt blieben, also nicht schon jetzt wirklich jedes einzelne Schulgebäude völlig barrierefrei ausgestattet werden müsse. Das würde bedeuten: Bliebe die heutige Schwerpunkt-Grundschule Barbis erhalten, bräuchten die Grundschulen „Am Hausberg“ und Bartolfelde jetzt noch keine Rampen oder Fahrstühle zu bekommen.

Daher erneuert die GEW ihre Forderung, die sie bereits vor dem Ratsbeschluss im November gestellt hatte: Um die im Zukunftsvertrag geforderten 150.000 Euro Einsparungen pro Jahr zu erfüllen, „muss der Rat der Stadt andere Haushaltsposten finden und vor allem finden wollen.“ Denn: „Die übereilte Zerstörung von Strukturen kostet auch erhebliche Geldbeträge, und sie ist irreparabel.“

 

Die Stellungnahme des GEW-Ortsverbandes im Wortlaut finden Sie hier.


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