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Mittwoch, 08. Juli 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 22. April 2013.
Politik

Moralische Unterstützung von der falschen Adresse

Zur Ankunft der SPD-Landtagsfraktion demonstrieren Schüler, Lehrer und Eltern für Erhalt der Lutterbergschule – Ministerpräsident Weil hat Verständnis, kann aber nichts machen

„Ich finde es klasse, wie ihr euch engagiert.“ Ministerpräsident Stephan Weil zwischen den Demonstranten.
„Ich finde es klasse, wie ihr euch engagiert.“ Ministerpräsident Stephan Weil zwischen den Demonstranten.
Der Ministerpräsident und sein alter Zivi-Kollege: Stephan Weil (links) und Schulleiter Martin Struck.
Der Ministerpräsident und sein alter Zivi-Kollege: Stephan Weil (links) und Schulleiter Martin Struck.
Das Gespräch gesucht: Fraktionsvorsitzende Johanne Modder (2.v.r.) informiert sich bei Rita Vorjohann vom Elternrat der Lutterbergschule (l.).
Das Gespräch gesucht: Fraktionsvorsitzende Johanne Modder (2.v.r.) informiert sich bei Rita Vorjohann vom Elternrat der Lutterbergschule (l.).

Zahlreiche Schüler, Lehrer und Eltern haben zur Ankunft der SPD-Landtagsfraktion am Montagmittag (22.04.2013) für den Erhalt der Lutterbergschule demonstriert. Sie wurden von Gewerkschaftern der Bildungsgewerkschaft GEW sowie des DGB unterstützt. Mit großen Zetteln in der Hand versammelten sich die Demonstranten vor dem Kurhaus und forderten, die Bad Lauterberger Förderschule zumindest mittelfristig bestehen zu lassen und für die Zukunft ein Förderzentrum im südlichen Landkreis einzurichten. Der Kreistag hatte im Februar beschlossen, die Schule gleich mit Ende des nächsten Schuljahres ersatzlos zu schließen. Begründet wurde dieser Schritt mit Sparzwang und der sogenannten Inklusion, also der Integration förderbedürftiger oder behinderter Kinder in „normale“ allgemeine Schulen.

 

Weil: „Ich finde es klasse, wie ihr euch engagiert.“

Waren es nun Zufall oder gute Informanten – der Versammlungsort war gut gewählt. Die SPD-Genossen, die durch den Kurpark zum Tagungssaal flanierten, nahmen die Demonstranten schon von weitem wahr. Nur wenige Politiker versuchten, der Begegnung zu entgehen und sofort im Kurhaus zu verschwinden. Die Fraktionsvorsitzende Johanne Modder ging ganz im Gegenteil entschlossen auf die Menschen zu. Rasch gefolgt von Ministerpräsident Stephan Weil, der in der Menge Schulleiter Martin Struck ausgemacht hatte. Den kenne er aus ihrer gemeinsamen Zeit beim Zivildienst, verriet Weil.

Nachdem Struck die Forderungen noch einmal näher erläutert hatte, zeigte Stephan Weil Verständnis für die Anliegen. Zu den Schülern sagte er: „Ich finde es klasse, wie ihr euch engagiert.“ Wirklich helfen könne er aber nicht, er sei eigentlich der falsche Adressat. „Schulen sind eine kommunale Angelegenheit“, stellte er fest. Er könne da auf Entscheidungen wenig Einfluss nehmen. So blieb denn der einzige Rat des Ministerpräsidenten, sich noch einmal mit dem Schulträger auseinander zu setzen, also dem Landkreis und dem Kreistag. Damit sind Schüler, Lehrer und Eltern in der Sache zwar nicht wirklich weiter gekommen. Aber mit moralischer Unterstützung im Gepäck konnten sie zufrieden nach Hause gehen, während die Fraktionsmitglieder ihre Arbeit jetzt erst in Angriff nahmen.


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