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Donnerstag, 01. Oktober 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 05. August 2017.
Politik

Genauso wie in der Großstadt

Zu Besuch bei Polizei, Feuerwehr und auf dem Boulevard: MdB Fritz Güntzler auf Sommertour

Austausch zwischen Politik und Polizei (von links): Burkhard Hantke, Michael Geyer, Fritz Güntzler, Andreas Körner und Hans Walter Rusteberg.
Austausch zwischen Politik und Polizei (von links): Burkhard Hantke, Michael Geyer, Fritz Güntzler, Andreas Körner und Hans Walter Rusteberg.
Jens Risting (l.) erläutert Fritz Güntzler (M.) und Andreas Körner ein paar besondere Schätze aus vergangenen Ermittlungen.
Jens Risting (l.) erläutert Fritz Güntzler (M.) und Andreas Körner ein paar besondere Schätze aus vergangenen Ermittlungen.
Bei der Bad Lauterberger Feuerwehr sprach Fritz Güntzler (r.) mit Martin Dannhauer (M.) und Bernd Wiedemann …
Bei der Bad Lauterberger Feuerwehr sprach Fritz Güntzler (r.) mit Martin Dannhauer (M.) und Bernd Wiedemann …
…die ihm unter anderem die spezialisierten Fahrzeuge der Wehr zeigten und erklärten.
…die ihm unter anderem die spezialisierten Fahrzeuge der Wehr zeigten und erklärten.

Das Muschinsky-Sommerfest ist längst zum Pflichttermin für die Politiker der Region geworden. Und gerne nutzen sie die Gelegenheit, drum herum gleich noch weitere Besuche in der Stadt zu unternehmen. So hielt es auch CDU-MdB Fritz Güntzler wieder am Mittwoch (02.08.2017) im Rahmen seiner Sommertour. Bevor es in den Klinikgarten ging, schaute er gemeinsam mit dem CDU-Landtagskandidaten Andreas Körner beim Polizeikommissariat (PK) Bad Lauterberg vorbei.

 

„Könnten sofort mehr Personal beschäftigen“

Ein großer Vorteil der Polizeiinspektion (PI) Northeim/Osterode sei ihre dezentrale Aufstellung mit vielen Außenstellen, sagte deren Leiter Hans Walter Rusteberg, ein weiterer, dass viele Beamte auch in der Region wohnen und verwurzelt seien. Allerdings bringe die niedrige Fluktuation auch ein Problem mit sich: „Wir werden alle gleichzeitig alt – und dann brauchen wir irgendwann viel Nachwuchs auf einmal.“

Vor Ort sorgen sich der in wenigen Wochen aus dem Amt scheidende PK-Leiter Michael Geyer, dessen Nachfolger Burkhard Hantke und der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes Jens Risting vor allem um die Personalausstattung – insbesondere nachts, wenn die zum Kommissariat gehörenden Polizeistationen Bad Sachsa und Walkenried nicht mehr besetzt sind. „Wir bedienen eine Fläche von 96 Quadratkilometern“, verdeutlichte Michael Geyer. „Da dauert es schon mal 30 bis 45 Minuten, bis der Wagen da ist – und das registriert man in der Bevölkerung.“ Auch hier helfe die dezentrale Aufstellung, erklärte PI-Leiter Rusteberg, denn benachbarte Kollegen könnten im Bedarfsfall schnell nachrücken. „Aber natürlich könnten wir sofort mehr Personal beschäftigen.“

 

Weniger Einbrüche, mehr Widerstände

„Die Zahl der Einbrüche ist kräftig zurückgegangen“, berichtete Jens Risting zufrieden. Er führte dies auch auf „verstärkte Kontrollen“ zurück, also zum Beispiel offene wie verdeckte Streifen. Auch bei der Unfallprävention – durch das PK-Gebiet führen mit der B 27 und der B 243 zwei große Bundesstraßen – liege man recht gut da. Beides binde jedoch Personal.

Wer nun glaubt, das Polizistenleben auf dem Lande sei im Grunde harmonisch und betulich wie eine Vorabendserie, der täuscht sich ordentlich. „Wir haben hier mit denselben Problemen und Delikten wie in der Großstadt zu tun“, sagte Burkhard Hantke. „Natürlich ist die Quantität geringer, aber die Qualität ist gleich.“ Auch hier gibt es Gewaltverbrechen oder Drogenhandel. „Und die Widerstände gegen Polizeibeamte oder Rettungsdienste nehmen immer mehr zu“, hat Jens Risting festgestellt. Fritz Güntzler hat das schon selbst erlebt: „Ich habe einmal einen Nachtdienst mitgemacht“, erzählte der Bundestagsabgeordnete. Das solle eigentlich Jeder mal tun, findet er. „Das nötigt einem Respekt vor den Beamten ab.“

 

Kein Bier mehr im Revier

Was alle vier Polizeibeamte vermissen, ist das früher übliche Feierabendbier, das selbstverständlich – „Nein Danke, kein Alkohol im Dienst“ – immer erst nach Dienstschluss genossen wurde. Da hätten sich die Kollegen noch einmal zusammengesetzt und über das Erlebte gesprochen, anstatt sofort nach Hause zu fahren und vielleicht Bedrückendes und Belastendes ins Familienleben mitzunehmen. „Die persönliche Kameradschaft wird weniger“, beobachtet Burkhard Hantke, was sicher nicht nur mit dem mittlerweile strengen Verbot von Alkohol in den Diensträumen zu tun hat, sondern eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung ist. Dabei seien auch im Polizeiberuf persönlicher Kontakt und das Netzwerken wichtig – weshalb die Polizeiabordnung im Anschluss genauso zum Muschinsky-Fest ging, wie der politische Besuch.

 

Modehaus und Café

Bevor sie bei der Polizei zu Gast waren, hatten Fritz Güntzler und Andreas Körner bereits das Modehaus Rudolphi und das Café Schnibbe besucht. Im Modehaus bekamen die Politiker die neuen Erweiterungspläne der Inhaberfamilie Kröger vorgestellt, die ja ebenfalls Dimensionen wie in einer Großstadt haben. Güntzlers Fazit: „Rudolphi ist ein Glücksfall für Bad Lauterberg.“ Sowohl im Modehaus als auch im Café thematisierten die jeweiligen Unternehmer das Problem, geeignetes Personal und Auszubildende zu finden.

 

Freiwillige Feuerwehr Bad Lauterberg

Am Donnerstag (03.08.2017) lag mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Lauterberg eine weitere Station von Güntzlers Sommertour in der Kneippstadt. Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann und Brandschutzabschnittsleiter Martin Dannhauer erklärten ihrem Gast die Ausstattung der Schwerpunktwehr, vor allem ihre auf verschiedene Einsatztypen spezialisierten Fahrzeuge. Der Förderverein leiste wertvolle Unterstützung, eben zum Beispiel bei der Anschaffung neuer Feuerwehrautos, verfüge derzeit aber nicht über genügend finanzielle Ressourcen. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute rücken jedes Jahr zu etwa 200 Einsätzen aus.

 

Fotos:
oben (2): Boris Janssen
unten (2): Büro Fritz Güntzler

 


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