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Donnerstag, 09. Juli 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 14. Juni 2013.
Politik

Revita will noch ein Stück vom Kurpark

Bauausschuss ist dafür, einen weiteren Teil an das Hotel zu verkaufen. Derweil befürchten Anwohner der sanierten Oderstraße deutlich höhere Anliegerbeiträge und massive Baumängel.

Weil auf der jetzigen Liegewiese ein Hallenbad entstehen soll, will das Revita dieses weitere Stück Wiese aus dem Kurpark dazukaufen.
Weil auf der jetzigen Liegewiese ein Hallenbad entstehen soll, will das Revita dieses weitere Stück Wiese aus dem Kurpark dazukaufen.

Nun soll es also doch noch was werden mit dem Schwimmbad am Revita. Allerdings soll es kein Freibad mehr sein, sondern ein Hallenbad, das einem Fünf-Sterne-Hotel angemessen ist – ein veritables Wellness-Spa. Nur dafür wird es auf der jetzigen Liegewiese wohl etwas zu eng. Die hatte das Hotel vor einigen Jahren von der Stadt gekauft, ursprünglich um dort ein Freibad zu bauen. Für die neuen Pläne will das Revita nun abermals ein Stück vom Kurpark haben, in etwa den Rest der Rasenfläche zwischen dem Hotelgrundstück und den befestigten Wegen.

Beim Stadtrat treffen die Pläne der Inhaber-Familie Seela auf Unterstützung. Die Gruppe SPD/CDU stellte zur nächsten Ratssitzung am 20.06.2013 einen Beschlussantrag zum Verkauf der ungefähr 1.500 Quadratmeter. Sie unterlägen „gegenwärtig keiner besonderen Nutzung und würden im Fall des Verkaufs zu keiner erkennbaren Einschränkung der Nutzbarkeit und Attraktivität des Kurparks führen.“ Die zu verkaufende Teilfläche dürfe im Übrigen nicht überbaut werden, sondern solle die Freifläche ersetzen, die durch ein Hallenbad verschwände.

Außerdem hätte ein Verkauf laut der Gruppe einen schönen Nebeneffekt, der dem Kurpark gleich wieder zugute käme: Mit dem Erlös bekomme die Stadt schon einmal ein wenig Geld, das sie in die geplante Umgestaltung des Parks stecken könnte. Es geht dabei um 150.000 Euro oder mehr. Denn war zunächst von einem Quadratmeterpreis von 100 Euro die Rede – etwa dem Bodenrichtwert entsprechend – änderte die Gruppe die Formulierung zur Sitzung des Bauausschusses in „zum höchstmöglichen Preis“. Der Ausschussvorsitzende Klaus-Peter Münch (CDU) betonte, man meine damit, drunter geht’s auf keinen Fall. Die Kosten für Verkauf und Vermessung soll ebenfalls das Hotel tragen.

Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat einstimmig, diesem Antrag zu folgen. Am Dienstag (18.06.2013) wird sich auch der Kur- und Touristikausschuss damit befassen (17 Uhr, Kleiner Sitzungssaal des Rathauses), bevor am Donnerstag (20.06.2013) der Rat entscheidet (18 Uhr, Schützenhaus Bartolfelde).

 

Steigende Kosten und Schlamperei bei Sanierung der Oderstraße?

Auch einen Antrag der BI-Fraktion befürwortete der Ausschuss einstimmig: Der Stadtrat solle von der Verwaltung „ausführlich über eine eventuelle Kostensteigerung beim Ausbau der Oderstraße“ informiert werden, einschließlich der eventuellen Gründe. Hintergrund sind Befürchtungen der Anwohner, dass wegen der deutlich längeren Bauzeit und Planungsfehlern die Kosten, und damit die Anliegerbeiträge, deutlich höher ausfallen werden als vorgesehen. Bürgermeister Dr. Thomas Gans und Thomas Hunold vom städtischen Bauhof als Vertreter des Bauamtes sicherten entsprechende Informationen zu. Derzeit aber könne die Verwaltung noch nichts dazu sagen, da noch nicht alle Rechnungen vorlägen. Man wisse noch nicht, ob es überhaupt teurer werde.

Dennoch nutzten mehrere Anwohner die anschließende Einwohnerfragestunde, um Sorgen und Unmut loszuwerden. Von Trödelei und Schlamperei war die Rede. An der Stützmauer zur Oder bröckele teilweise schon der Beton, die Abstände der Straßenlaternen variierten zwischen 25 und 40 Meter, Kabel und Rohre seien nicht in Sand gebettet, sondern regelrecht zu einem massiven Block zusammenbetoniert, weil die Bauarbeiter den entsprechenden Flüssigbaustoff falsch verarbeitet hätten. Nach diesen Schilderungen bat Bürgermeister Gans, ihm entsprechende Hinweise zu dokumentieren, um gegebenenfalls gegenüber den Baufirmen Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können. Klaus-Peter Münch indessen versprach den Anwohnern: „Wir streben auf jeden Fall eine faire Lösung an.“

 

Sicherung der Koldung, Prioritätenliste Straßensanierung

Thomas Hunolds Bericht zu den Sicherungsarbeiten an der Koldung fiel kurz aus: Der Baubeginn sei erst am Montag (10.06.2013) erfolgt. Die ersten Löcher seien aber gebohrt. Wer sich das einmal anschauen wolle, könne gerne mal an der Baustelle vorbeigehen.

Vor allem auch diese kostspielige Maßnahme lässt der Stadt in diesem Jahr kaum Luft für andere Investitionen. Gerade einmal drei Straßen stehen für eine Sanierung auf dem Plan, und auch nur solche, die für das günstige Dünnschichtverfahren in Frage kommen könnten. Man habe entsprechende Anfragen für den Kupferroser Weg, die Lessingstraße und die Straße Am Roßholz gestellt, so Hunold. Nun müssten die Kanäle abgefahren werden, um festzustellen, ob sie noch in Ordnung sind, und das Dünnschichtverfahren angewendet werden kann.

 

Laternen-Test im Oderfeld, Spielplätze in Schuss

Thomas Gans erklärte, zusammen mit der Barbiser Firma Unique Lights wolle die Stadt in der Oderfelder Straße neue Leuchtmittel für Straßenlaternen ausprobieren. Mehrere Laternen sollten mit unterschiedlichen LED-Lampen ausgestattet werden. Damit wolle man Lichtausbeute und –kegel testen. Man erhoffe sich daraus Erkenntnisse für eine mögliche Umstellung der Straßenbeleuchtung in der Stadt.

Klaus-Peter Münch berichtete von der Arbeitsgruppe Spielplätze. Die Spielplätze im Stadtgebiet seien insgesamt „in gutem Schuss“ – bis auf eine Ausnahme: der Spielplatz im Kurpark. Zwar stehe der bei der Umgestaltung des Kurparks ohnehin ganz oben, aber weil bis dahin noch einige Zeit ins Land ziehen dürfte, treffe sich die Arbeitsgruppe am Montag (17.06.2013), um kurzfristige Maßnahmen zu erörtern.


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