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Donnerstag, 09. Juli 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 18. Juni 2013.
Politik

Hitzige Sitzung dank Sommer und Revita

Im Kur- und Touristikausschuss sorgt der geplante Verkauf eines Kurpark-Teils für Unmut bei Einwohnern. Außerdem: Neues Gastgeberverzeichnis und Neuigkeiten zum Badejubiläum 2014.

Diese Kurpark-Fläche soll an das Revita verkauft werden. Und was dann???
Diese Kurpark-Fläche soll an das Revita verkauft werden. Und was dann???

Eine „hitzige Sitzung“ hat der Vorsitzende des Kur- und Touristikausschusses Jörg Karsten (CDU) am Dienstagabend (18.06.2013) angekündigt. Und er sollte doppelt Recht behalten. Karsten meinte das mit Blick auf den endlich hereingebrochenen Sommer. Doch auch inhaltlich wurde es durchaus heiß: Der Kurpark-Verkauf ans Hotel Revita brachte manchen Einwohner zum Kochen. Den befürwortete der Ausschuss, wie zuvor schon der Bauausschuss, einstimmig, wenngleich dieses Mal bei einer Enthaltung.

Fassungslos zeigte sich vor allem Anneli Hoffmann. Ob die Stadt tatsächlich ein Stück ihres Kurparks verkaufen wolle, ohne dass das Konzept für die geplante Umgestaltung fertig sei. Und Carola Müller-Fohs, Geschäftsführerin des Parkhotels Müller-Weber, fragte provokant, ob denn nun jedes Haus entlang des Kurparks eine Liegeweise dazu kaufen könne. „Nein, ein richtiges Konzept für die Umgestaltung des Kurparks haben wir noch nicht“, gestand Jörg Karsten. Aber die bisherigen Planungen stünden einem Verkauf dieses fraglichen Teilstücks nicht im Wege.

Irgendwie scheint offiziell sowieso nur einer zu wissen, was da im Kurpark geschehen soll: Revita-Inhaber Frank Seela. Weder konnten Gudrun Teykes (SPD) und Klaus-Richard Behlings (BI) Fragen nach konkreten Bauplänen beantwortet werden, noch war auch nur irgendjemand in der Lage, auf einem Google-Earth-Bild das zu verkaufende Teilstück korrekt zu zeigen. Dafür räumte Kämmerer Steffen Ahrenhold, der an diesem Abend den Bürgermeister vertreten musste, mit einem Missverständnis auf: Die Formulierung im Antrag der Gruppe SPD/CDU, die „Teilfläche, die nicht bebaut werden darf“ bedeute nur, dass die Fläche derzeit noch keinem Bebauungsplan unterliege. Das könne sich aber durchaus ändern, wenn es für die Planungen des Revita nötig sei.

Für Kritik sorgte bei den Einwohnern auch die nachträglich von „100 Euro pro Quadratmeter“ in „zum höchstmöglichen Preis“ geänderte Formulierung des Antrags. Der höchstmögliche Preis könne ja bei einem einzigen Kaufinteressenten am Ende deutlich unter 100 Euro liegen. Warum habe man nicht ein „mindestens jedoch…“ eingefügt? Steffen Ahrenhold zeigte Verständnis für diesen Einwand, erklärte aber zugleich, dass er das hier nicht diskutieren könne, weil Preisverhandlungen „aus gutem Grund“ nicht-öffentlich zu erfolgen hätten.

Mit besonderer Vehemenz verteidigte Erik Cziesla (CDU) den Antrag seiner Gruppe. Den Einwohnern warf er Meinungsmacherei vor. Der Rat müsse der Familie Seela jetzt mit dem Beschluss Planungssicherheit geben. Denn natürlich werde sie erst dann mit konkreten Planungen beginnen, wenn sie auch wisse, dass der Rat dahinter stehe. (Der Rat entscheidet über den Antrag in seiner Sitzung am Donnerstag, 20.06.2013, 18 Uhr im Schützenhaus Bartolfelde.)

 

Neue Gestaltung für das Gastgeberverzeichnis

Ein paar Minuten zuvor hatte Cziesla selbst nicht mit Kritik gespart. Die Agentur Eckpunkt aus Erfurt stellte ihre Ideen für eine neue Gestaltung des Gastgeberverzeichnisses vor – und hatte immerhin ein schlüssiges Konzept dabei. Das sieht vor allem für die Anzeigen der Gastgeber ein stark standardisiertes Layout vor. Ansprechpartner, Preise, Pauschalangebote, Piktogramme – all das solle in jeder Anzeige exakt gleich aussehen. So wüssten die Gäste immer sofort, wo sie die relevanten Informationen finden. Das entspreche der Erwartungshaltung der Leser und sei im Übrigen vom Kur- und Touristikbetrieb so gewünscht.

Erik Cziesla mochte sich so gar nicht damit anfreunden. Er hatte wohl das Hotel Muschinsky-Brohm im Hinterkopf (Cziesla ist Geschäftsführer der Klinik Muschinsky), als er kritisierte: Die Farben gefielen ihm nicht. Der Stil mit Kästen passe gar nicht zu jeden Haus. Man wolle sich doch ganz individuell darstellen und von anderen abheben. Selbst das Eckpunkt-Argument, es handele sich nun einmal um ein Verzeichnis und nicht um ein Anzeigenblatt, konnte ihn nicht überzeugen. Nun möchte die Agentur sich über Möglichkeiten der Individualisierung Gedanken machen. Frank Hartmann, Leiter des Kur- und Touristikbetriebes, mahnte aber: Es müsse auf jeden Fall eine klare deutliche Struktur erkennbar bleiben – auf allen Seiten.

 

175-jähriges Badejubiläum vom 18. bis 27. Juli 2014

Frank Hartmann berichtete von ersten Ergebnissen des Festausschusses zum 175-jährigen Badejubiläum im kommenden Jahr. Die Jubiläumswoche ist geplant vom 18. bis 27. Juli 2014 – „nach der Fußball-WM und vor den Sommerferien“. Ein großer Umzug und ein verkaufsoffener Sonntag sind für den 27.07. vorgesehen, diese Kombination habe bereits beim Harzklub-Jubiläum 2012 funktioniert. Auch das Weinfest soll in die Jubiläumswoche integriert werden.

Weitere Ideen seien eine feierliche Ratssitzung, ein Kurparkfest, eine Discoparty mit Radiosender oder Gesundheits-Tage. Man wolle Merchandise-Artikel einsetzen und hoffe, dass auch die Vermieter Jubiläums-Angebote unterbreiten.

„Wir haben viele Ideen“, sagte Hartmann. Und man sei offen für Vorschläge von Bürgern und Vermietern. Aber das Fest werde natürlich auch Geld kosten. Man müsse überlegen, was man sich leisten könne und wolle. „Aber ich habe keine Zweifel daran, dass wir ein angemessenes Fest hinbekommen.“


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