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Freitag, 14. Dezember 2018
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Geschrieben von Boris Janssen am 01. Juni 2018.
Politik

Wie spielen? Wo parken?

Schulausschuss zur Grundschule: Erster Entwurf für Umgestaltung des Schulhofes vorgestellt – Schulleiterin beklagt Parkplatzproblem

Auch hier soll sich endlich etwas tun: Der langweilige Schulhof soll attraktiver werden. Als erstes wird das Fußballfeld (rechts im Hintergrund) erneuert, wobei die hölzerne Ballwand verschwindet.
Auch hier soll sich endlich etwas tun: Der langweilige Schulhof soll attraktiver werden. Als erstes wird das Fußballfeld (rechts im Hintergrund) erneuert, wobei die hölzerne Ballwand verschwindet.
Der provisorische Unterstand an der Bushaltestelle soll durch ein richtiges Wartehäuschen ersetzt werden.
Der provisorische Unterstand an der Bushaltestelle soll durch ein richtiges Wartehäuschen ersetzt werden.
Die Parkplätze an der Schule reichen nicht mehr aus…
Die Parkplätze an der Schule reichen nicht mehr aus…
…an der Schanzenkreuzung wäre viel Platz, selbst wie hier zum Schulschluss, wenn die Elterntaxis kommen.
…an der Schanzenkreuzung wäre viel Platz, selbst wie hier zum Schulschluss, wenn die Elterntaxis kommen.

So der Brandschutzgott will, ist der Umbau der Grundschule am Hausberg bald wirklich endlich abgeschlossen. Im Neubau würden die zuletzt umgesetzten Maßnahmen derzeit geprüft, erklärte Michael Schmidt als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters auf der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstag (24.05.2018). Und im Altbau sollen in Kürze die letzten Forderungen in Treppenhäusern und Keller abgearbeitet werden. Wenn es dann tatsächlich ein Okay vom Landkreis gäbe, würde aus der „Sanierung im laufenden Betrieb“ im Altbau und dem bis zum 15. Juni genehmigten „Probebetrieb“ im Neubau normaler Schulalltag im abgenommenen Gebäude.

 

Erster Entwurf: „So ein Schulhof ist richtig toll“

Höchste Zeit also, sich auch einmal um den trostlosen Schulhof Gedanken zu machen. Deshalb präsentierte Schulleiterin Anke Tilhein-Engelke einen ersten Entwurf. Er sei gemeinsam mit der Landesschulbehörde ausgearbeitet worden und berücksichtige das Konzept der „Bewegten Schule“. Der Entwurf sieht an den Seiten größere Grünflächen mit Bäumen vor und mehrere Spielgeräte, an denen viele Kinder gleichzeitig spielen können. Der auch als Sprunggrube genutzte Sandkasten soll integriert werden und die Schule wünscht sich die Seil- und Kletterlandschaft zurück, die sie 2006 vom Förderverein als „Weihnachtsgeschenk“ bekam. Diese musste 2015 dem Neubau weichen und ist derzeit beim Bauhof eingelagert. Alles soll irgendwie organisch angeordnet werden: „Das soll kein Spielplatz sein, der einfach hingestellt wurde“, erklärte Tilhein-Engelke.

Die Fläche im Zentrum soll dem Entwurf zufolge gepflastert bleiben und für den Verkehrsunterricht neue Markierungen bekommen. Außerdem soll es Fahrradständer geben und der provisorische Unterstand soll durch ein richtiges Buswartehäuschen ersetzt werden. Besonderes i-Tüpfelchen wäre ein Sandsteinforum, das zum Beispiel auch mal als Freiluft-Klassenzimmer dienen könnte.

„So ein Schulhof ist richtig toll“, freute sich Tilhein-Engelke über den Entwurf. „Aber er ist auch richtig teuer“, ist ihr bewusst. Deshalb sei klar, dass die Umgestaltung nur in Schritten erfolgen könne und Jahre dauern werde. Aber die Schulleiterin findet: „Wir müssen jetzt anfangen, damit man sieht, auch hier tut sich etwas.“

Tatsächlich will die Stadt in den Sommerferien das Erste anpacken. Das bestehende Fußballfeld soll nämlich erneuert werden – der Boden komplett neu aufgebaut, die Ballfangnetze ersetzt, die geräuschintensive Ballwand entfernt. Dieses Fußballfeld, weiß Tilhein-Engelke, ist besonders für die Jungen das Wichtigste.

 

Fehlende Parkplätze: Luxusproblem oder einfach unfair?

Was indes ersatzlos von der Vorhabenliste gestrichen wurde, ist die zu Beginn des Schulumbaus noch vorgesehene zweite Parkreihe, die vor allem als Kinder-Bringschleife für Eltern gedacht war. „Wir haben zusammen mit dem Elternrat beschlossen, das brauchen wir nicht.“ Die 40.000 Euro, die dafür eingeplant waren, könne man lieber in die Neugestaltung des Schulhofes stecken.

Oder doch lieber irgendwie fürs Parken verwenden? Anke Tilhein-Engelke sprach nämlich bei der Gelegenheit gleich noch ein Thema an, das einige für ein Luxusproblem halten, dem Kollegium aber offenbar sehr unter den Nägeln brennt: Nach der Zusammenlegung der drei Grundschulen in Bad Lauterberg reichen die 15 Parkplätze an der Schule bei weitem nicht mehr aus. Mit Betreuungskräften, Begleitpersonen für Kinder und dem nicht-pädagogischen Personal an der Schule seien inzwischen über 40 Menschen hier beschäftigt.

Den Vorschlag, die öffentlichen Parkplätze in der Lutterstraße zu nutzen, verwarf Tilhein-Engelke umgehend. Die etwa 700 Meter von dort seien einfach zu viel, zumal mit einer schweren, bücherbeladenen Tasche. Buchstäblich naheliegender wäre da der Parkplatz an der Schanzenkreuzung – etwa 200 Meter Wegstrecke. Doch weil dieser der Parkraumbewirtschaftung unterliegt, also gebührenpflichtig ist, wolle die Stadt von den Schulbediensteten ein „Jobticket“ bezahlt bekommen, erklärte die Schulleiterin – 120 Euro im Jahr von Halbtagskräften, 240 Euro im Jahr von Ganztagskräften.

Das wiederum findet die Schulleiterin schlicht unfair. Wonach solle entschieden werden, wer einen kostenlosen Platz an der Schule bekommt und wer ein Jobticket kaufen muss? Außerdem werde der Parkplatz ohnehin nur wenig genutzt und biete mehr als genug Plätze für Schule und andere Parker gleichzeitig, sodass bei den Parkgebühren kaum Einnahmerückgänge zu erwarten seien. Vor allem aber böten alle anderen öffentlichen Betriebe – wie Rathaus, Kita, KGS – ihrem Personal genügend kostenlosen Parkraum. Und was die Summe angeht: Die Lehrkräfte könnten so einen Betrag sicher locker verkraften, gab Tilhein-Engelke zu. Für die oftmals im Minijob arbeitenden Betreuungs- oder Putzkräfte aber sei das schon viel Geld. „Wir müssen aufpassen, dass wir für das Personal nicht unattraktiv werden“, mahnte Tilhein-Engelke. „Wir haben gerade so ein tolles Team im Haus, das dürfen wir nicht gefährden.“


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