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Freitag, 09. Dezember 2022
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Geschrieben von Boris Janssen am 24. Juli 2015.
Politik

Zweieinviertel Millionen für die „Sahneschule“

Mit Turnhalle, Mensa, Verwaltungstrakt und Parkplätzen: Rat beschließt den ganz großen Umbau der Grundschule am Hausberg

Der Entwurf, der andere neidisch macht: Der Grundriss für Bad Lauterbergs „Sahneschule“.
Der Entwurf, der andere neidisch macht: Der Grundriss für Bad Lauterbergs „Sahneschule“.
Der kleine Schulhof soll fast komplett überbaut werden. Die Garagen und die Kochschule im Hintergrund müssen weichen.
Der kleine Schulhof soll fast komplett überbaut werden. Die Garagen und die Kochschule im Hintergrund müssen weichen.
Für die Kurzzeitparkplätze wird der einzige Grünstreifen auf dem Schulhof verschwinden.
Für die Kurzzeitparkplätze wird der einzige Grünstreifen auf dem Schulhof verschwinden.

In Bad Lauterbergs Zentrum entsteht bald „etwas ganz Großes“. Und zwar die „Sahneschule, auf die unsere Nachbarkommunen schon jetzt neidisch gucken“. So jedenfalls hat Ingo Fiedler (SPD) am Dienstag (21.07.2015) auf der Sondersitzung des Stadtrates energisch die Werbetrommel für den Umbau der Grundschule am Hausberg gerührt. Und auch Bürgermeister Dr. Thomas Gans berichtete von neiderfüllten Kollegen im gesamten Landkreis.

Was woanders so viel Neid erzeugen soll, hat der Rat jetzt mit 16:3 Stimmen beschlossen: Die Grundschule am Hausberg wird modernisiert und dabei inklusiv umgebaut. Sie bekommt eine nagelneue Turn- und Mehrzweckhalle, eine Mensa und einen Verwaltungstrakt. Zusätzlich werden auch noch Kurzzeitparkplätze spendiert. Das Ganze soll 2.231.000 Euro kosten – zweieinviertel Millionen. Für die schuldengebeutelte Stadt eine schier unfassbare Summe.

 

„Sparen nicht bei den Kindern“

„Die Investitionen sind immens“, gestand der Bürgermeister. „Das ist das, was wir uns gerade noch leisten können.“ Und das geht auch nur, weil die Stadt durch den Zukunftsvertrag wieder etwas Luft zum Investieren bekommen hat und der Discounter Lidl bereit ist, die alten Turnhallen in der Bahnhofstraße zu einem stark überhöhten Preis zu kaufen – nämlich für annähernd eine Million Euro. Man nutze nun die „historische Möglichkeit“, und richte die ab dem Schuljahr 2016/17 einzige Grundschule der Stadt so her, „dass sie das beste Angebot vorhält, das wir uns finanziell leisten können.“ Das komme „allen Kindern der Stadt zugute“ und sei der Beweis: „Wir setzen den Sparhebel nicht bei unseren Kindern an.“

Dass ihm mit dem Verkauf der alten Turnhallen ein gutes Geschäft geglückt ist, mache ihn schon ein bisschen stolz, gestand Gans. Vor allem weil dieser Coup der Grundschule zu einer neuen Qualität verhelfe: Der zur Abstimmung vorliegende Entwurf werde der Vision „Schule der Zukunft“ endlich gerecht und mache die Grundschule für die nächsten Jahrzehnte fit. Mit einem herausgelösten Verwaltungstrakt für Lehrerzimmer und Sekretariat gebe es im alten Kerngebäude nun „ganz, ganz viele Räume“ allein für den eigentlichen Schulbetrieb. Und künftig müssten die Kinder nicht mehr erst eine kleine Wanderung zur Turnhalle machen – immer ein großer Kritikpunkt am Hausberg-Standort – vielmehr bräuchten sie das Gebäude gar nicht mehr zu verlassen.  

 

Größe der Turnhalle spaltet Gemüter

Das lobte auch Eike Röger (BI): „Mit der Turnhalle wird ein ganz alter Wunsch verwirklicht.“ An zentraler Stelle entstehe eine gute Schule, man könne auch den Jugendraum behalten. Dass die neue Turnhalle, wie vor allem seine Fraktionskollegen bemängelten, deutlich kleiner werde als die große Halle in der Bahnhofstraße, müssten die Vereine vielleicht durch einen Umzug in die KGS-Halle ausgleichen – deren Überlastung werde sich durch den demographischen Wandel wohl leider ohnehin bald erledigen, fürchtet Röger.

Auch Uwe Speit (SPD) sah in der kleineren Halle wenig Probleme. „Die alte Bahnhofshalle war ja eh nie groß genug für bestimmte Dinge. Die Vereine haben ihre Turniere schon immer in der KGS ausgerichtet.“ Dennoch fragten einige, ob man die Entwürfe nicht noch irgendwie verändern könne.

Klaus-Richard Behling (BI) bezweifelte darüber hinaus, dass mit den Kurzzeitparkplätzen die angespannte Verkehrssituation in der Stützerstraße behoben werden kann. Schließlich würden künftig ja auch mehr Kinder die Schule besuchen – eben gerade aus den Ortsteilen – und der Verkehr damit noch um einiges zunehmen, so seine Einschätzung.

Volker Hahn (parteilos) und Uwe Strutzberg (SPD) kritisierten die hohen Kosten. „Dass eine Schule gut ausgestattet werden muss, ist ja gar keine Frage“, sagte Volker Hahn. Aber weit über zwei Millionen Euro? „Das ist an diesem Standort nicht okay.“

 

„Schule muss das Gebäude mit Leben füllen“

Doch genau das hat der Rat nun so beschlossen. Abzüglich der „Lidl-Halle“ bleiben für die Stadt noch 1,3 Millionen Euro zu stemmen – ziemlich genau die Summe, die in der Machbarkeitsstudie auch für einen Umbau der Grundschule Barbis veranschlagt worden war und die Kämmerer Steffen Ahrenhold seinerzeit als gerade noch vereinbar mit dem Zukunftsvertrag bezeichnet hatte. Nur biete die Grundschule am Hausberg mit rund 2.400 Quadratmetern schon jetzt mehr Platz, als es eine umgebaute Schule in Barbis tun würde, hatte Bürgermeister Gans seit der erstmaligen Vorstellung der Entwürfe stets betont.

Aber egal, wie toffte man die Umbaupläne denn nun auch finden mag: Wie gut Bad Lauterbergs einzige Grundschule wirklich wird, hängt nur zum Teil von Rat und Verwaltung ab. Als Schulträger hat die Stadt die Aufgabe, das Gebäude samt Ausstattung zu stellen, mehr nicht. Ingo Fiedler brachte es so auf den Punkt: „Die Schule ist dann selbst zuständig, das alles mit Leben zu füllen.“

 

Was genau geplant ist, was durch den Verkauf der alten Turnhallen auf die Sportvereine zukommt und warum Lidl eigentlich so scharf auf das Grundstück ist, lesen Sie im Hintergrund zum Grundschul-Umbau.
Dort finden Sie auch die Planentwürfe, über die der Rat abgestimmt hat.


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